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Thomas-Collardot

Die leisen Töne sind bei Domaine Thomas-Collardot Programm: Ein Familienweingut von gerade 2,5 Hektar mitten in Puligny-Montrachet, geführt von Jacqueline Collardot und ihrem Sohn Matthieu. Seit 2015 vinifizieren sie selbst – vorher gingen die Trauben an Négociants. Was aus diesem kleinen Keller kommt, ist Chardonnay ohne Schminke: salzig, straff, mit präziser Zitrusfrucht und feiner Kreide-Textur. Die Parzellen in Les Enseignères, Les Nosroyes und Hameau de Blagny (1er Cru) sprechen für sich. Handwerk statt Spektakel – und Flaschen, die in Kennerkreisen schnell vergriffen sind.
Mehr über Thomas-Collardot
Klein, fokussiert, unaufgeregt
Die Geschichte der Domaine Thomas-Collardot beginnt eigentlich bei Jacquelines Großvätern: Henri Chavy und Maurice Thomas besaßen die Reben, die heute das Herzstück des Weinguts bilden. Pierre Thomas, Jacquelines Vater, bewirtschaftete sie bis 1992 – dann wurden sie an Cousins verpachtet. 2010 holte Jacqueline Collardot die Weinberge zurück, absolvierte eine Ausbildung am CFPPA Beaune und brachte 2015 ihren ersten Jahrgang in die Flasche. Ihr Sohn Matthieu stieg 2018 ein. Gemeinsam pflegen sie einen Stil, der in Puligny-Montrachet selten geworden ist: Transparenz statt Opulenz, Präzision statt Breite.

Pièces, Hefe, Zeit
Im Keller regiert das Prinzip der leisen Hand: sanfte Pressung, 24 Stunden Sedimentation, Ausbau in gebrauchten 228-Liter-Fässern (zwei bis vier Vorbelegungen). Bourgogne-Weine reifen zehn Monate auf der Feinhefe, Village und Premier Cru sechzehn. Filtriert wird nur leicht, geschönt gar nicht. Das Ergebnis sind Chardonnays mit feiner Körnung und einem stets trockenen, salzigen Zug – kein Buttertoast, keine Vanillewolken. Seit 2021 ist das Weingut bio-zertifiziert, und auch auf Schwefelzugabe wird weitgehend verzichtet. Die Jahresproduktion liegt bei rund 10.000 Flaschen.
Die Collardot-Signatur im Glas
Der Bourgogne Aligoté 2023 zeigt, wie ernst hier die Basis genommen wird: hell, straff, mit Zitruszesten und kalkig-salzigem Finale. Der Bourgogne Hautes-Côtes de Beaune blanc 2023 bringt Höhenlage ins Spiel – kühle Kräuter, Limettenschale, messerscharfe Frische. Und der Crémant de Bourgogne Brut Blanc 2022 unterstreicht die Collardot-Signatur im Perlenkleid: feine Mousse, klare Zitrusfrucht, null Puderzucker.

Verwandte Seelen an der Côte de Beaune
Wer Thomas-Collardot schätzt, findet ähnliche Geradlinigkeit bei Boris Champy – ebenfalls Côte de Beaune, ebenfalls ein Verfechter von Transparenz und kontrollierter Kraft. Beide Weingüter stehen für Burgund ohne Schminke: präzise Linien, konsequente Trockenheit, Weine, die den Tisch beleben statt zu dominieren.






