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Cirelli

Francesco Cirelli kaufte seine ersten drei Amphoren, bevor er überhaupt einen Keller hatte. Gemeinsam mit Michela gründete er 2003 die Agricola Cirelli bei Atri in den Abruzzen. Auf dem biodynamischen Hof grasen Gänse zwischen den Reben. Francesco vinifiziert Montepulciano mit nur acht Tagen Mazeration – die Reifung in Amphoren polymerisiert die Tannine und macht seine Weine bereits jung zugänglich.
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Amphoren-Pionier mit visionärem Gespür
Francesco Cirelli erinnert sich noch genau an den Moment, als er 2011 seine ersten drei Amphoren erwarb: 1.600 Liter, 1.000 Liter und 800 Liter fassende Terrakotta-Gefäße aus Impruneta der traditionsreichen Manufaktur Artenova. Die größten Amphoren mit der niedrigsten Porosität reserviert er für seine Weißweine, während die kleineren Gefäße teilweise in Sand und Stein vergraben werden, um die Temperatur während der Gärung zu kontrollieren. Diese durchdachte Herangehensweise zeigt sich besonders bei seinem Montepulciano d’Abruzzo DOC Amphora, der durch die kurze achttägige Mazeration eine ungewöhnliche Zugänglichkeit und Finesse entwickelt.

Biodynamischer Kreislauf mit tierischen Helfern
Auf den 22 Hektar der Agricola Cirelli wachsen nicht nur Reben, sondern auch Oliven, Feigen, Dinkel und Gerste. Francesco hat ein komplettes Ökosystem geschaffen, in dem Gänse als natürliche Unkrautbekämpfer zwischen den Rebzeilen patrouillieren. Die biodynamische Zertifizierung erhielt das Weingut 2021, doch Francesco arbeitet bereits seit der Gründung nach diesen Prinzipien. Die Ton- und Kalkböden liegen 250 Meter über dem Meeresspiegel und grenzen an die spektakulären Calanchi – jene erodierten Kalksteinhänge, die der Landschaft eine fast mondähnliche Anmutung verleihen. Während andere Produzenten in den Abruzzen die erlaubten 150 Quintale pro Hektar ausreizen, beschränkt sich Francesco auf 40-45 Quintale für maximale Konzentration. Sein Trebbiano d’Abruzzo zeigt eindrucksvoll, wie diese Ertragsreduktion zu außergewöhnlicher Mineralität führt.

Naturwein-Revolution in traditioneller Region
Francesco gehört zu jener Generation italienischer Winzer, die um die Jahrtausendwende gegen den industriellen Mainstream ihrer Regionen rebellierten. Während in Sizilien zeitgleich Arianna Occhipinti ähnliche Wege einschlug, revolutionierte Francesco die Abruzzen mit seiner kompromisslosen Herangehensweise an autochthone Rebsorten. Seine Montepulciano-Interpretation bricht bewusst mit den Konventionen der Region: Statt monatelanger Mazeration für kraftvolle, tanninreiche Weine setzt er auf Eleganz und Trinkfluss. Spontanvergärung mit wilden Hefen, kompletter Verzicht auf Filtration und Klärung sowie der Ausschluss jeglicher Enzyme prägen seine Philosophie. Das Ergebnis sind Weine mit authentischem Terroirausdruck, die Francesco mit seinem Motto „Wine makes people closer“ als Botschafter für menschliche Verbindungen versteht.
Glamping-Destination mit Weinkultur
Die Agricola Cirelli wurde als beste Glamping-Destination Italiens ausgezeichnet – ein Beweis für Francescos visionäre Herangehensweise, die über den reinen Weinbau hinausgeht. Besucher können zwischen den Amphoren übernachten und erleben, wie ganzheitliche Landwirtschaft funktioniert. Der Cerasuolo d’Abruzzo DOC Amphora entsteht durch kurze Schalenmazeration des Montepulciano und zeigt die präzise Handschrift des Winzers in einer zartrosa Nuance. Diese Verbindung von Weinbau, Nachhaltigkeit und Tourismus macht Cirelli zu einem der innovativsten Projekte Mittelitaliens – ohne dabei die Wurzeln in der abruzzesischen Weinkultur zu vergessen.









