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Cirelli

Francesco Cirelli steht auf der Sonnenseite des Lebens. Immer gut gelaunt und positiv gestimmt. Sein kleines Weingut umfasst lediglich vier Hektar Rebfläche. Sein ganzheitliches Konzept wird von Feigen, Oliven, Getreide und ein paar Tieren abgerundet. Neben der in den Abruzzen unumgänglichen Rebsorte Montepulciano setzt Francesco auch auf Pecorino und Trebbiano. Seine Weine sind etwas für Puristen. Es gilt: „weniger ist mehr“. Der Anbau in den Weingärten erfolgt so natürlich wie möglich. Filtration, Klärung, Schwefel, Enzyme oder ähnliches finden keine Verwendung im Keller. Die gesamte Klaviatur der Weine der Abruzzen spielt Francesco in seinem Sortiment.


Mehr über Cirelli

Pecorino und Trebbiano zeigen ihre sortentypischen Stärken. Pecorino leicht nussig mit zartem Schmelz. Der Trebbiano präsentiert sich würzig, dicht und mediterran. Der Cerasuolo ist ein charakterstarker Rosato zu kraftvollen Speisen. Montepulciano gelingt ihm seidig und filigran mit Spannung und Leben. Seine Amphora Serie liefert Einsteigern in diese Ecke der Weinwelt einen gelungenen Auftakt, der nicht allzu viele Fragezeichen hervorbringt. Mit dem Amphora Rosso aus drei Jahrgängen mündet seine Idee in Vollendung. Diesen Wein sollte man mal probiert haben, um diese erweiterte Ebene einer harmonischen Reife zu erfahren.

Gegen den Strom

Der Montepulciano d´Abruzzo ist eine der absoluten Erfolgsgeschichten in der italienischen Gastronomie. Nach dem Pinot Grigio und Prosecco wurde auch diese Sau sprichwörtlich durch das Dorf getrieben. Hinterleuchtet man dieses Phänomen, sind die Argumente eindeutig zu interpretieren. Ein dunkelfruchtiger, kraftvoller, aber zugleich angenehm milder Rotwein ist offensichtlich in der breiten Masse gefragt, der wenig Ecken und Kanten zeigt. Daran ist nichts auszusetzen. Aber eindeutig ist, dass die Rebsorte Montepulciano sowie die anderen Sorten der Region reichlich mehr zu bieten haben. Und wie immer in solchen Situationen gibt es viel Schatten und wenig Licht. Francesco Cirelli arbeitet komplett gegen den Mainstream. Das zuvor angesprochene Geschmacksbild eines banalen Rotweins begeistert ihn als auch uns wenig. Im Keller setzt er daher auf Stahl, Beton und Amphoren. Die Weine erfahren keine unnötige Extraktion und verhältnismäßig kurzen Maischekontakt. Leichtigkeit, Trinkfluss und Bekömmlichkeit sind seine Maxime. Ihm gelingt dies trotz des warmen mediterranen Klimas und der Nähe zum Mittelmeer sehr gut. Die Weine bieten ein großartiges Preis-Genuss-Verhältnis und reichlich Mittelmeer Flair.

Geschrieben von Marian Henß
© LebendigeWeine.de