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Attis Bodegas y Vinedos

Robustiano und Baldomero Fariña, Winzer bei Attis Bodegas y Viñedos in Rías Baixas

Vierhundert Flaschen Albariño, versenkt in einem Stahlkäfig zwölf Meter unter der Wasseroberfläche des Atlantiks. Ein Seestern hat sich daran festgekrallt. Willkommen bei Attis Bodegas y Viñedos, wo die Brüder Robustiano und Baldomero Fariña das Weinmachen neu denken. Im Val do Salnés, dem Herzstück der Rías Baixas, führen sie in dritter Generation das Familienerbe fort – mit einem Twist, der selbst eingefleischte Weinkenner verblüfft. Ihr Keller? In den Granitfelsen gegraben. Ihre Reifemethode? Unter Wasser. Das Ergebnis: Weine, die nach Atlantik schmecken, nach Salz und kühlen Brisen.




Mehr über Attis Bodegas y Vinedos

Der Atlantik als Kellermeister

Was als verrücktes Experiment begann, ist heute das Markenzeichen von Attis: die Unterwasser-Reifung. Sechs Monate ruhen ausgewählte Flaschen in zwölf Metern Tiefe vor der galizischen Küste. Konstante Temperatur, absolut lichtgeschützt, sanft geschaukelt von den Gezeiten. Der Attis Mar kommt mit Algenspuren und Meersalzkristallen an die Oberfläche – und mit einer Tiefe und Komplexität, die herkömmliche Reifung selten erreicht. Die TEXSOM Awards 2025 zeichneten den Embaixador 2022 mit einer von nur 56 Platinum-Medaillen aus.

Weinflaschen von Attis in Stahlkäfigen unter Wasser im Atlantik

Grüne Pergolen über Granit

Die fünf Hektar Weinberge von Attis verteilen sich auf kleine Parzellen zwischen 100 und 400 Metern Höhe. Traditionelle Pergola-Erziehung schützt die Trauben vor der intensiven Sonne und ermöglicht optimale Durchlüftung – wichtig in einer Region, die mehr Regen sieht als der Rest Spaniens. Die Reben, manche bis zu 60 Jahre alt, wurzeln tief in sandigen Granitböden. Westausrichtung zum Atlantik bedeutet: kühle Brisen am Nachmittag, langsame Reife, knackige Säure. Der Albariño findet hier sein Zuhause – aber die Fariñas pflegen auch fast vergessene Sorten wie Sousón, Espadeiro und Pedral.

Traditionelle Pergola-Weinberge von Attis in Rías Baixas

Drei Generationen, ein Berater aus dem Toro

Die Geschichte beginnt vor einem halben Jahrhundert, als die Fariña-Familie Trauben für Genossenschaften anbaute. 2000 gründeten die Brüder ihr eigenes Weingut, 2011 folgte der moderne Keller, elegant in die Landschaft am Monte Penaguda integriert, mit Blick auf die Rías Arousa und Pontevedra. An ihrer Seite: Jean-François Hébrard, der Önologe, den manche von seinem Engagement bei Quinta de la Quietud im Toro kennen. Er brachte französische Präzision in die galizische Welt des Atlantikweins.

Sitta: Orange ist das neue Weiß

Neben der klassischen Attis-Linie experimentiert das Weingut mit der Sitta-Serie: mazerierte Weißweine nach georgischer Tradition, vergoren mit Schalenkontakt. Der Nana aus bis zu 60 Jahre alten Reben zeigt, dass Albariño weit mehr kann als frisch und spritzig. Und die Rotweine? Schlank, rassig, näher am Pinot Noir als am spanischen Klischee. Authentisch, handwerklich, atlantisch – so beschreiben die Fariñas ihre Philosophie. Wer einmal den Seestern auf dem Unterwasser-Käfig gesehen hat, versteht, was sie meinen.

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