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Revelette

Der Großvater erfand UHU, der Vater kaufte ein Château in der Provence. Peter Fischer machte daraus eines der spannendsten Weingüter Südfrankreichs.
30 Hektar auf 400 Metern Höhe, umgeben von 170 Hektar Wald. Hier rutscht nachts Alpenluft ins Tal – ein Mikroklima, das in der Provence einzigartig ist. Bio seit 1990, biodynamisch seit 2011.
Mehr über Revelette
Von Baden über Davis nach Jouques
Peter Fischer stammt aus Baden-Baden, studierte Önologie im kalifornischen Davis und suchte dann einen Ort, an dem er seine Vorstellungen verwirklichen konnte. 1985 fand er ihn: Château Revelette, 30 Kilometer nördlich von Aix-en-Provence, am Fuß der Montagne Sainte-Victoire – jenem Berg, den Cézanne unzählige Male malte.
Was er vorfand: eine alte Villa mit jahrhundertealten Platanen, einen Bach, der Schatten spendet, Pfauen auf dem Dach. Und ein Terroir, das alle für unmöglich hielten. Zu hoch, zu kalt, zu nördlich für die Provence.

Alpennächte in der Provence
Auf 330 bis 400 Metern Höhe liegt Revelette am nordwestlichsten Rand der Coteaux d’Aix-en-Provence. Nachts gleitet kalte Luft von den Alpen herab und füllt das Tal. Das Ergebnis: große Tag-Nacht-Unterschiede, langsame Reife, Weine mit Frische und Spannung.
Die Syrah von 1984 – die ersten Reben, die Fischer vorfand – lässt ihn noch heute schwärmen. Dazu Grenache, Cabernet Sauvignon, Carignan, Cinsault. Bei den Weißen dominiert ein reinsortiger Chardonnay – in der Provence ungewöhnlich, hier aber seit Jahrzehnten zu Hause.
Beton-Eier und Brennnessel-Spray
Fischer war einer der ersten, der Beton-Eier einsetzte – jene eiförmigen Tanks, die heute überall zu finden sind. Dazu Amphoren, Foudres und aromaneutrale Betontanks. Bio-zertifiziert seit über 30 Jahren, biodynamisch seit 2011: Spritzen nach dem Mondkalender mit einer Mischung aus Brennnesseln und Eierschalen.

Der Le Grand Blanc zeigt, was Chardonnay kann, wenn man ihm Zeit lässt: teilweise im kleinen Holz ausgebaut, der Rest aus Edelstahl für Frische und Schliff. Der Le Grand Rouge aus Syrah, Grenache und Cabernet braucht ebenfalls Geduld – würzig, rassig, mediterran.
PUR: Wein ohne Kompromisse
Die PUR-Serie ist Fischers radikalste Aussage: minimaler Schwefel (unter 1 mg/l), keine Filtration, keine Stabilisierung. Präzise, schlank, reduktiv – Naturwein ohne Folklore. Kein Wunder, dass die Weine auf den Karten von Troisgros und Paul Bocuse landeten.
Während Château de Pibarnon im südlichen Bandol auf Kalk und Mourvèdre setzt, zeigt Revelette im Norden, dass die Provence auch kühl kann. Inzwischen arbeiten Hugo und Clara, die nächste Generation, mit – 40 Jahre Wissen, weitergegeben.









