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Meinklang

Angela und Werner Michlits vom Weingut Meinklang

Eine Kuh ziert jedes Etikett. Bei Meinklang ist das Programm: Über 300 Angus-Rinder grasen auf den Weiden der Familie Michlits, ihr Mist düngt die Böden. Am tiefsten Punkt Österreichs, im burgenländischen Pamhagen, betreibt die Großfamilie einen Demeter-Hof, der Weinbau, Viehzucht und Getreideanbau verwebt.

Werner Michlits und seine Frau Angela keltern Weine, die schmecken, wie Landwirtschaft sein sollte: spontanvergoren und voller Leben.




Mehr über Meinklang

Wo Rinder zwischen Rebzeilen weiden

Pamhagen liegt dort, wo Österreich geologisch am tiefsten sinkt – und wo die Michlits-Brüder seit 2001 beweisen, dass Weinbau mehr sein kann als Monokultur. Werner kümmert sich um die 30 Hektar Weingärten, Hannes um das Getreide, der Jüngste um die Rinder in Ungarn. Die Eltern? Unermüdlich mittendrin. Unter einem Dach, in einem renovierten Bauernhaus, lebt die gesamte Großfamilie mit ihren Kindern.

Die Demeter-Zertifizierung ist hier keine Plakette, sondern gelebte Realität: Kuhhörner, gefüllt mit fermentiertem Mist, ruhen den Winter über in der Erde. Kräuterpräparate nach Rudolf Steiners Lehren beleben die Böden. Die Rinder liefern den Dünger, das Getreide füttert die Tiere – ein Kreislauf, der sich seit Generationen selbst trägt.

Wildblumen und Biodiversität zwischen den Rebzeilen bei Meinklang

Betoneier und Schwerkraft

Im Keller regiert Geduld. Werner arbeitet ausschließlich mit Schwerkraft – keine Pumpen, keine Hektik. Die Trauben landen in eiförmigen Betongefäßen, deren Form eine natürliche Zirkulation während der Gärung ermöglicht. Spontanvergoren, ungeschwefelt, ungeschönt entstehen hier Weine wie der Graupert Grauburgunder – ein Grauburgunder, der sich selbst überlassen wurde und genau deshalb so lebendig schmeckt.

Eiförmige Betongefäße im Weinkeller von Meinklang

Vom Neusiedler See bis zum Vulkan

Die flache Steppenlandschaft rund um den Neusiedler See prägt die klassischen Rebsorten: Grüner Veltliner, Blaufränkisch, Zweigelt und Sankt Laurent. Doch die Michlits denken weiter: Auf der ungarischen Seite, an den Hängen des erloschenen Vulkans Somló, bauen sie Hárslevelü und Juhfark an – Rebsorten, die anderswo längst vergessen sind.

Der Burgenlandweiß und der Burgenlandrot verkörpern diese Philosophie im Alltag: unkomplizierte Weine mit Trinkfluss, die trotzdem Tiefe haben. Wer tiefer graben will, findet im Graupert Zweigelt einen Rotwein, der zeigt, was passiert, wenn man dem Wein Zeit und Ruhe gibt.

Ein Hof als Organismus

Der Name sagt alles: „Mein“ steht für Werners persönliche Handschrift, „Klang“ für die Harmonie mit der Natur. Das Kuh-Motiv auf den Etiketten, entworfen von Künstler Nikolaus Eberstaller, symbolisiert diesen Kreislauf – es ist eines der treffendsten Bilder für Biodynamik überhaupt.

Angela und Werner haben nicht nur einen Hof aufgebaut, sondern auch eine Waldorf-Schule in der Region gegründet. Die anthroposophische Philosophie durchzieht ihr Leben: vom Klassenzimmer bis in den Weingarten. Auch Weingut Heinrich, nur wenige Kilometer entfernt im Burgenland, arbeitet nach biodynamischen Prinzipien – die Region hat sich zu einem Hotspot für lebendige Weine entwickelt.

Von Naturweinbars in Paris bis zu Toprestaurants in Kopenhagen: Meinklang-Weine finden sich auf Karten, wo Authentizität zählt. Hier schmeckt man, was ein Hof sein kann, wenn er als lebendiger Organismus gedacht wird.

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