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Domaine Grand

Domaine Grand Emmanuel und Nathalie Grand

Präzise, mineralisch, lebendig – so schmeckt der Jura, wenn Winzer wissen, was sie tun. Die Domaine Grand aus Arbois gehört zu jenen Familienbetrieben, die Weinbau nicht erfunden, aber über neun Generationen verfeinert haben. Seit 1692 bewirtschaften die Grands Rebflächen zwischen Arbois und Château-Chalon, heute sind es 9,5 fokussierte Hektar. Emmanuel verantwortet den Keller, seine Frau Nathalie die Weinberge – gemeinsam haben sie den Betrieb radikal umgekrempelt: kleinere Produktion, biologischer Anbau, minimaler Schwefel. Ihre Vin de Voile zeigen die oxidative Finesse des Jura, die Strohweine konzentrierte Eleganz, die jungen Chardonnays und Savagnins vibrierende Frische.




Mehr über Domaine Grand

Neun Generationen, eine klare Vision

Die Geschichte der Domaine Grand beginnt 1692 mit Antoine und Claudine Grand. Was folgt, ist keine romantische Winzeridylle, sondern harte Arbeit über Jahrhunderte. René Grand, der Großvater, erkannte in den 1940ern, dass die Zukunft in der Flasche liegt, nicht im Fass. Sein Sohn André baute mit seinen Brüdern den Betrieb auf 25 Hektar aus. Dann kam Emmanuel.

1997 stieg er ins Familienweingut ein, 2011 lernte er Nathalie kennen, selbst Winzertochter aus Arbois. Gemeinsam trafen sie 2015 eine radikale Entscheidung: Sie reduzierten die Fläche von 24 auf 9,5 Hektar. Weniger Weinberge, mehr Qualität. Der Guide Hachette kürte sie 2020 zu den „Vignerons de l’année“ – eine Auszeichnung für ihren Château-Chalon En Beaumont Vin de Voile 2015. Keine Zufallsprämierung.

Biologisch aus Überzeugung, nicht aus Mode

2018 begann die Bio-Umstellung. Nathalie bringt es auf den Punkt: „Es ist befriedigend, am Ende des Tages zu wissen, dass wir keine Produkte auf unsere Weinberge aufgebracht haben. Wir wollen unseren Kindern saubere Böden hinterlassen.“ Keine Marketing-Phrase, sondern gelebte Praxis. 2021 kamen die ersten zertifizierten Bio-Cuvées auf den Markt.

Die Rebstöcke stehen auf grauem Kalk, grauem und rotem Mergel, teils mit dolomitischem Einfluss. Manche Parzellen sind über 100 Jahre alt – Wurzeln, die tief genug reichen, um die mineralische Komplexität dieser Böden in die Trauben zu übersetzen. Emmanuel vinifiziert in alten Fässern, mit minimalem Schwefel. Nathalie bewirtschaftet die Lagen von Arbois über Passenans bis zu den steilen Hängen von Château-Chalon.

Domaine Grand historischer Keller

Oxidativ, frisch, konzentriert – die Bandbreite des Jura

Das Portfolio zeigt die gesamte Palette dessen, was im Jura möglich ist. Der Côtes du Jura Savagnin Vin de Voile 2018 reift unter der Flor-Hefe, entwickelt Noten von Walnuss, getrockneten Kräutern und Curry – oxidativ, aber niemals oxidiert. Wer es puristischer mag, greift zum Arbois Savagnin En Guille Bouton 2023, der die Frische und Mineralität der Lage einfängt.

Der Côtes du Jura Vin de Paille 2015 entsteht aus auf Stroh getrockneten Trauben – ein aufwendiges Verfahren für konzentrierte Süße ohne Schwere. Honig, getrocknete Aprikosen, eine Balance zwischen Zucker und Säure, die jeden Dessertwein alt aussehen lässt.

Domaine Grand im Weinberg

Kunst auf der Flasche, Handwerk im Glas

Die Etiketten gestaltet der französische Künstler Bast – passend für Weine, die selbst Kunst sind. Rund 45.000 Flaschen füllt die Domaine jährlich ab, jede einzelne ein Argument dafür, dass weniger manchmal deutlich mehr ist. Emmanuel und Nathalie haben aus einem traditionsreichen Betrieb ein modernes Weingut gemacht, ohne die Wurzeln zu kappen. Ihre Weine schmecken nach Jura, nach Präzision, nach einer Region, die endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.

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