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AS Sirugue-Noëllat

Sophie Noëllat und Arnaud Sirugue

Les Barreaux grenzt direkt an Cros Parantoux – jenen mythischen Weinberg, den Henri Jayer zu Weltruhm führte. Dass AS Sirugue-Noëllat diese Parzelle bewirtschaftet, ist kein Zufall: Jean-François Jayer, Onkel der Legende, heiratete einst in die Sirugue-Familie. Arnaud Sirugue und Sophie Noëllat – sie sechste Generation Domaine Michel Noëllat, er fünfte Generation Domaine Robert Sirugue – führen seit 2023 zwölf Hektar in Vosne-Romanée, darunter den Grand Cru Grands Échézeaux.




Mehr über AS Sirugue-Noëllat

Wenn zwei Burgunder Dynastien verschmelzen

Die Geschichte von AS Sirugue-Noëllat liest sich wie ein Kapitel aus dem burgundischen Adelsbuch des Weins. Sophie Noëllat entstammt der sechsten Generation der Domaine Michel Noëllat, Arnaud Sirugue der fünften Generation der Domaine Robert Sirugue. Als die beiden 2016 heirateten und ihre ersten gemeinsamen Weine produzierten, begannen sie zunächst behutsam mit nur zwei Cuvées. 2023 dann der große Schritt: Die vollständige Übernahme des Sirugue-Erbes unter dem Namen „Arnaud et Sophie“. Dass Sophie zudem die Cousine von Ghislaine Barthod aus Chambolle-Musigny ist, unterstreicht die Vernetzung innerhalb der burgundischen Winzerelite.

Sophie und Arnaud im neuen Chai von AS Sirugue-Noëllat

Besonders bemerkenswert ist die Verbindung zu Henri Jayer, jener Legende, die den burgundischen Weinbau revolutionierte. Jean-François Jayer, sein Onkel, heiratete in die Sirugue-Familie – eine Verbindung, die nicht nur genealogisch fasziniert, sondern sich auch im Weinberg manifestiert. Die Parzelle Les Barreaux grenzt unmittelbar an den Cros Parantoux, jenen mythischen Weinberg, den Henri Jayer zu Weltruhm führte. Wer die Weine von Les Barreaux verkostet, spürt diese Nachbarschaft: dieselbe Präzision, dieselbe seidige Textur, die Pinot Noir hier auf Kalkstein und rotem Ton entwickelt.

Zwölf Hektar mit Substanz

Das Portfolio liest sich wie eine Wunschliste für Burgund-Liebhaber. Der Grand Cru Grands Échézeaux bildet die Spitze der Hierarchie – eine Lage, die zwischen Clos de Vougeot und Échézeaux liegt und Kraft mit Eleganz verbindet. Der Grands Échézeaux Grand Cru AOC 2023 zeigt bereits in jungen Jahren die charakteristische Tiefe dieser außergewöhnlichen Lage.

In Vosne-Romanée selbst bewirtschaftet das Paar gleich mehrere Filetstücke: 1,1 Hektar im Premier Cru Les Petits Monts, eine Lage oberhalb des Dorfes, die für ihre mineralische Frische bekannt ist. Der Vosne-Romanée 1er Cru Les Petits Monts AOC 2023 demonstriert eindrucksvoll, wie Sophie und Arnaud Präzision und Finesse in die Flasche bringen. Dann natürlich Les Barreaux, jene magische Parzelle neben dem Cros Parantoux, deren Vosne-Romanée Les Barreaux AOC 2023 Insider sofort erkennen lässt, warum diese Lage so begehrt ist.

Das Fasslager im neuen Chai von AS Sirugue-Noëllat

Dazu kommen Chambolle-Musigny Les Mombies, ein Meursault Les Grands Charrons (seit 2018 auch Weißwein im Sortiment) und ein Bourgogne Passetoutgrains, der zeigt, dass auch einfachere Appellationen in den richtigen Händen brillieren können.

Präzision statt Dogma

„Precision and finesse“ – so formuliert Sophie die Philosophie des Hauses. Keine Modeerscheinung, kein biodynamischer Fundamentalismus, sondern eine klare Vorstellung davon, wie Vosne-Romanée schmecken sollte. In warmen Jahren experimentieren die beiden zunehmend mit Ganztraubenvergärung, eine Technik, die Frische bewahrt und die Tannine verfeinert. Die Weine reifen 12 bis 15 Monate im Fass – klassisch, ohne Übertreibung beim Holzeinsatz.

Arnaud brachte Erfahrungen aus der Provence mit, wo er bei der Domaine Minuty lernte – ein ungewöhnlicher Werdegang für einen Burgunder, der aber den Blick weitete. Sophie wiederum wuchs mit dem Wissen um große Lagen auf, ihre Familie bewirtschaftet seit Generationen Premier und Grand Crus. Diese Kombination aus Tradition und Offenheit prägt den Stil des Hauses.

Das neue Chai und internationale Anerkennung

2023 war nicht nur das Jahr der vollständigen Übernahme, sondern auch der Fertigstellung des neuen Chai-Gebäudes unterhalb der Domaine Anne Gros. Ein modernes Kellereigebäude, das funktional durchdacht ist und gleichzeitig die ästhetischen Ansprüche erfüllt, die man in Vosne-Romanée erwartet. Hier, am Place de la Maire 5, schlägt nun das Herz der Domaine.

Die Weine haben längst internationale Aufmerksamkeit erregt. Eine besondere Ehre wurde ihnen im japanischen Manga „Drops of God“ zuteil, jener Kultserie, die ganze Generationen für Wein begeisterte. Auch in der Côte de Nuits selbst, wo Nachbarn wie Bruno Clair seit Jahrzehnten Maßstäbe setzen, wird die Arbeit von Arnaud und Sophie mit Respekt wahrgenommen.

Was AS Sirugue-Noëllat auszeichnet, ist die Verbindung von historischem Erbe und jugendlicher Energie. Hier wird nicht nostalgisch rückwärtsgewandt gearbeitet, aber auch nicht experimentiert um des Experiments willen. Die Weine schmecken nach ihren Lagen, nach Vosne-Romanée, nach jener burgundischen Präzision, die große Weine zeitlos macht. Wer heute eine Flasche Les Barreaux öffnet, trinkt nicht nur Wein – er trinkt Geschichte, Terroir und die Vision zweier Winzer, die wissen, welches Erbe sie tragen.

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