
Ein Steuerregister aus dem Jahr 1344 führt die Familie Armenier bereits als Weinbauern in Châteauneuf-du-Pape. Heute bewirtschaften Sophie Armenier und ihr Sohn Vincent Estevenin die Domaine de Marcoux mit ihren 18 Hektar auf den besten Terroirs der Appellation. 1991 stellte Sophies Bruder Philippe das Gut auf Biodynamie um, als eines der ersten Weingüter der Region. 1995 übernahmen Sophie und ihre Schwester Catherine und führten die biodynamische Arbeit fort, Pionierinnen in einer von Männern dominierten Branche. 2014 kam Vincent dazu, 2016 ging Catherine in den Ruhestand. Die Weine von Marcoux verbinden Kraft mit Eleganz: tiefe, vielschichtige Rotweine aus alten Grenache-Reben und mineralische Weißweine, die zu den besten der südlichen Rhône zählen.
Mehr über Marcoux
700 Jahre Weinbau in einer Familie
1344 – das Jahr, in dem die Pest Europa verwüstete – taucht der Name Armenier erstmals in den Steuerregistern von Châteauneuf-du-Pape auf. Weinbauern, schon damals. Als Elie Armenier 1980 starb, führten seine Frau und Sohn Philippe das Erbe fort. Der Wendepunkt kam 1989: Philippe taufte das Gut Domaine de Marcoux und begann, sich für Biodynamie zu interessieren. François Bouchet wurde sein Mentor. 1991 stellte er das Gut auf Biodynamie um – Pionier in einer Region, die damals noch skeptisch war.

Zwei Schwestern übernehmen
Als Philippe nach Kalifornien ging, um dort als Berater für biodynamischen Weinbau zu arbeiten, standen seine Schwestern Sophie und Catherine vor einer Entscheidung. 1995 übernahmen sie: Sophie den Keller, Catherine die 18 Hektar Weinberge auf sieben verschiedenen Terroirs. Zwei Frauen an der Spitze eines renommierten Weinguts – in den Neunzigern noch eine Seltenheit. „Man kann keinen Ausdruck von Terroir erhalten, wenn die Reben nicht tiefe Wurzeln gebildet haben“, sagt Sophie. Seit 2014 arbeitet Sophies Sohn Vincent mit und unterstützt die Arbeit im Weinberg mit seinem legendären Saint-Chamond – einer Kettenraupe, perfekt für die engen Reihen zwischen den alten Grenache-Gobelet-Stöcken.

Dreifache Sortierung, null Kompromisse
Im Keller regiert Präzision. Jede Traube passiert drei Kontrollen: bei der Handlese, beim Umfüllen auf dem Hänger, am Sortiertisch im Keller. Erst dann beginnt die Arbeit der Naturhefen. Die Maischestandzeit dauert vier bis sechs Wochen – ungewöhnlich lang. Der Ausbau erfolgt über 18 Monate: früher ausschließlich in den historischen Betontanks, heute ergänzt durch Stockinger-Fuder aus Österreich und neuerdings auch Amphoren. Ähnlich kompromisslos arbeitet Clos des Papes, ein weiterer biodynamischer Pionier der Appellation.
Von Côtes du Rhône bis Vieilles Vignes
Die Einstiegsweine – Côtes du Rhône und Lirac – zeigen bereits die Handschrift des Hauses: Frucht ohne Schwere, Struktur ohne Härte. Der Châteauneuf-du-Pape rouge bringt die Kraft der Galets-roulés-Terroirs ins Glas. Die Krönung: Vieilles Vignes, gekeltert aus Grenache-Reben, die seit 1900 dokumentiert sind – präphylloxere Stöcke, über 120 Jahre alt. Dazu ein weißer Châteauneuf aus Roussanne und Clairette, mineralisch und langlebig.








