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Habla

Als Michelangelo 1513 seine Moses-Statue vollendete, soll er vor Ergriffenheit mit dem Hammer auf ihr Knie geschlagen und gerufen haben: „Jetzt sprich!“ Diese Legende inspirierte Juan Tirado und José Civantos, als sie 1999 in der Extremadura Bodegas Habla gründeten. Auf 200 Hektar Schieferböden nahe Trujillo entstehen hier Weine, die tatsächlich sprechen – durch Intensität, Präzision und eine Architektur, die selbst Kunstpreise gewinnt. Die nummerierten Jahrgänge sind bewusst Unikate: Jede Nummer erscheint nur einmal und wird nie wiederholt.
Mehr über Habla
Sprich! – Wie ein Renaissance-Genie zum Weinnamen wurde
Acht Jahre suchten die Unternehmer Juan Tirado und José Civantos nach dem perfekten Terroir für ihren Traum. Sie fanden es ausgerechnet dort, wo Francisco Pizarro einst aufbrach, um Peru zu erobern: in Trujillo, im Herzen der Extremadura. Der Schieferboden ist karg, die Sommer brennend heiß, die Winter schneidend kalt – Bedingungen, die schwache Reben vernichten und starke zu Höchstleistungen treiben. Mit den Önologen Florent Dumeau aus Bordeaux und Eduardo de José Prada formten sie ein Team, das die Extremadura auf die Weinkarte Spaniens setzte.

Kupfer, Schiefer und Schwerkraft
Die Bodega selbst ist ein Statement. Von GAP Arquitectos entworfen, verschmilzt das 12.000 Quadratmeter große Gebäude mit der Landschaft – halb unterirdisch, um Energie zu sparen und die Trauben nach römischem Vorbild per Schwerkraft zu verarbeiten. Die Außenhaut aus Kupfer patiniert mit den Jahren wie ein guter Wein. Für dieses Konzept gab es den Extremadura Architecture Award. Im Inneren wechseln sich sterile Edelstahl-Zonen für die Fermentation mit atmosphärischen Räumen aus schwarzem Schiefer und Kastanienholz ab – ein Kontrast, der auch die Weine prägt.
Die Numbers-Serie: Keine Wiederholung
Was andere Weingüter als Einschränkung sehen würden, macht Habla zum Prinzip: Jede Nummer erscheint nur einmal. Der Habla Nr 29 aus Cabernet Franc, Malbec und Cabernet Sauvignon wird nie wieder produziert – wenn er ausverkauft ist, folgt Nr 30, Nr 31. Das zwingt die Winzer, jeden Jahrgang als eigenständiges Kunstwerk zu behandeln. Die Nummern stehen für reinsortige Weine oder kleine Cuvées in limitierter Auflage – der Habla Nr 30 etwa zeigt reinsortigen Syrah aus biologischem Anbau.

Von der Stille bis unter den Meeresspiegel
Neben den Numbers gibt es die zugänglicheren Linien: Habla la Tierra als Einstieg, Habla del Silencio (Die Stille spricht) als vielschichtige Cuvée. Und dann ist da noch Habla del Mar – ein Wein, der tatsächlich unter dem Meer reift. In Drucktanks auf dem Meeresboden fermentiert, erforscht er, was Druck, Temperatur und Bewegung mit dem Wein machen. Ein Forschungsprojekt, das zeigt: Bei Habla geht es nie nur um Tradition, sondern immer auch um die Frage, was Wein noch werden kann.













