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Familia Nin Ortiz (Catalunya)

Ester Nin und Carles Ortiz von Familia Nin Ortiz

Ester Nin und Carles Ortiz bewirtschaften neben dem Priorat einen Hektar alte Reben in El Pla de Manlleu – auf über 500 Metern im katalanischen Hinterland. Drei Weine entstehen hier: Selma aus Macabeu mit Maischekontakt, Selma Ancestral als unfiltrierter Pétillant Naturel und Terra Vermella, ein saftiger Rotwein aus Sumoll und Garnacha. Biodynamisch, spontanvergoren, ungefiltert – authentisches Catalunya.




Mehr über Familia Nin Ortiz (Catalunya)

Zurück zu den Wurzeln

Weinberge von Familia Nin Ortiz im katalanischen Hinterland

El Pla de Manlleu liegt im katalanischen Hinterland, weit entfernt vom Trubel der Küste. Hier wurde Ester Nin 1972 geboren, hier stehen die alten Reben, die sie und Carles Ortiz seit 2008 bewirtschaften. Während ihr Hauptweingut Familia Nin Ortiz im Priorat längst Kultstatus erreicht hat, ist dieses katalanische Projekt intimer, persönlicher – Esters Heimkehr in die Landschaft ihrer Kindheit. Die Familie besaß hier seit Generationen Land, doch der Weinbau war fast vergessen. Ester und Carles erweckten die alten Parzellen wieder zum Leben.

750 Meter über dem Mittelmeer

Der eine Hektar unterhalb des Castillo de Selma liegt auf 750 Metern Höhe – deutlich höher als die meisten Weinberge im Priorat. Lehm und Kalkstein prägen die Böden, die kühlen Nächte des Hinterlands bewahren eine Frische, die an der Mittelmeerküste undenkbar wäre. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erreichen oft 20 Grad, was den Trauben ermöglicht, langsam zu reifen und dabei ihre Säure zu bewahren. Die Rebsorten – Macabeu, Sumoll, Garnacha – sind keine internationalen Stars, sondern katalanische Originale mit tiefen Wurzeln in der lokalen Tradition.

Ester Nin und Carles Ortiz im Weinkeller

Biodynamie ohne Kompromisse

Wie im Priorat arbeiten Ester und Carles auch hier streng biodynamisch. Die Reben werden nach dem Mondkalender gepflegt, Präparate aus Schafgarbe, Kamille und Brennnessel stärken das natürliche Gleichgewicht. Keine Herbizide, keine Pestizide, keine Bewässerung – die Pflanzen müssen ihre Wurzeln tief in den Boden treiben, um zu überleben. Im Keller setzt sich diese Philosophie fort: Spontanvergärung mit wilden Hefen, minimaler Schwefel, keine Schönung, keine Filtration. Die Weine sind lebendig, manchmal eigenwillig, immer ehrlich. Ähnlich kompromisslos arbeitet La Patience im Languedoc.

Drei Weine, drei Geschichten

Der Selma ist ein komplexer Weißwein aus Macabeu mit Maischekontakt – benannt nach der Burg, die über den Weinbergen thront. Acht Monate Ausbau in 300-Liter-Fässern verleihen ihm Textur und Tiefe ohne Schwere. Der Selma Ancestral ist ein unfiltrierter Pétillant Naturel ohne Dosage – lebendiger Schaumwein, wie ihn die Region seit Jahrhunderten kennt, lange bevor der industrielle Cava kam. Und der Terra Vermella vereint Sumoll und Garnacha zu einem saftigen Rotwein, der seinen Namen – „Rote Erde“ – in jedem Schluck trägt.

Abseits der Appellation

Diese Weine tragen keine berühmte Herkunftsbezeichnung. Sie sind schlicht Vino de España – und gerade deshalb frei. Frei von Vorschriften, die bestimmte Rebsorten oder Methoden vorschreiben, frei von Erwartungen, die an etablierte Appellationen geknüpft sind, frei, das Terroir von El Pla de Manlleu so zu zeigen, wie Ester und Carles es verstehen. Die Produktion bleibt winzig: wenige tausend Flaschen pro Jahr, für jene, die Catalunya jenseits von Cava und Priorat entdecken wollen.

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