Abfüller: Aziende Agricola Foradori, Via D. Chiesa 1, 38017 Mezzolombardo / Italy
Im Glas
Farbe
Dunkles Purpur, leicht getrübt, fast farbdicht bis zum Rand.
Aroma
Wild und erdig mit zart-herber Beerenfrucht – Schlehe, Vogelbeere und Holunderholz treffen auf rote Bete, Efeu und Buchsbaum.
Geschmack
Jugendliche, fordernde Säure mit feiner Tanninstruktur; dunkle Beeren verbinden sich mit erdigen Noten, Mineralität, zarter Salzigkeit und Sauerkirsche.
Charakter
Komplex und entwicklungsfreudig – ein Wein zum Entdecken, der sich über Tage spannend wandelt; unbedingt dekantieren und leicht gekühlt im großen Glas servieren.
Dazu
Warm geräuchertes Roastbeef mit geschmorter roter Paprika und Rosmarin, Saltimbocca vom Seeteufel mit Thymian-Gnocchi oder Robiolo auf gegrilltem grünem Spargel mit Feigen und karamellisierten Walnüssen.
Besonderheiten
Aus der Einzellage Sgarzon, geprägt von Dolomit-Kalkstein; beim Demeter-zertifizierten Weingut Foradori in spanischen Tonamphoren (Tinajas) ausgebaut, die dem Teroldego Frucht und Mineralität ohne Holzüberlagerung verleihen.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Dunkles Purpur, fast farbdicht bis zum Rand, leicht getrübt – ein Wein, der seine Herkunft aus einer kühlen Talebene sichtbar in die Schürze schreibt.
Nase
Wild, erdig, zunächst verschlossen: Mit viel Luft öffnet sich ein faszinierend verwobenes Aromenband aus Schlehe, Vogelbeere und Holunderholz, dazu rote Bete, Efeu und ein Hauch Buchsbaum. Die dunkle Frucht wirkt herb und kantig, nie süsslich – eher Waldweg als Obstgarten.
Gaumen
Fordernd und jugendlich: eine lebendige Säure trifft auf feinmaschiges Tannin. Die dunkelbeerige Frucht mischt sich mit erdigen Noten, einer feinen Mineralität und zarter Salzigkeit, ehe eine Sauerkirschnote den Trinkfluss anregt. Ein Wein, der über Tage hinweg immer neue Facetten zeigt – derzeit ein echter Rohdiamant.
Abgang
Straff und kühl auslaufend, mit nachhallender salziger Spur und der Erinnerung an dunkle Beeren und feuchtes Gestein. Die Bergluft der Dolomiten scheint hier buchstäblich nachzuwirken.
Terroir & Herkunft
Der Sgarzon wächst im Campo Rotaliano, einer Talebene zwischen Dreitausendern, die der Fluss Noce über Jahrtausende mit Kalk, Porphyr und Gneis aus den Dolomiten angeschwemmt hat. Diese Einzellage ist besonders vom Dolomit-Kalkstein geprägt – ein Boden, der dem Teroldego seine kühle, straffe, fast salzige Stimme gibt. Tagsüber reflektieren die Felswände die Sonne, nachts strömt kühle Bergluft ins Tal.
Rebsorte & Vinifikation
Teroldego – einst so bedeutend, dass man ihn beim Konzil von Trient ausschenkte, im 20. Jahrhundert fast verschwunden und von Elisabetta Foradori durch akribische Klonselektion gerettet. Wie alle Foradori-Weine reift der Sgarzon in spanischen Tonamphoren (Tinajas), wo Wein und Maische acht Monate atmen – Ton statt Barrique, damit das Holz die Sorte nicht überlagert. Das Weingut führt seine 25,5 Hektar unter Demeter-Zertifizierung.
Speiseempfehlungen
Seine erdige Tiefe und straffe Struktur rufen nach Gerichten mit Substanz: Robiolo auf gegrilltem grünem Spargel mit frischen Feigen und karamellisierten Walnüssen, Saltimbocca vom Seeteufel auf getrockneten Tomaten mit Thymian-Gnocchi oder warm geräuchertes Roastbeef mit geschmorter roter Paprika und Rosmarin.
Besonderheiten
Der Cilindrica zeigt den Sgarzon in der besonderen Flaschenform, die Foradori für seine Lagenweine wählt. Wer ihn jetzt trinkt, sollte unbedingt dekantieren und ihn leicht gekühlt im grossen Glas servieren – oder noch besser: über mehrere Tage beobachten, wie sich dieser kantige Bergwein Schicht für Schicht öffnet. Geduld wird hier mit Tiefe belohnt.