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Casa Coste Piane

Loris Follador, Winzer von Casa Coste Piane in Valdobbiadene

Ein Schluck Zeitreise: Dieser Prosecco perlt nicht aus dem Autoklaven, sondern gärt in der Flasche – genau wie vor hundert Jahren. Casa Coste Piane in Santo Stefano di Valdobbiadene hält an einer Methode fest, die fast ausgestorben schien. Loris Follador, der sich selbst Bauer nennt und ein Kenner von Geschichte und Poesie ist, bewirtschaftet mit seinen Söhnen Raffaele und Adelchi sechs Hektar an Steilhängen, wo Reben bis zu 120 Jahre alt werden. Hier gibt es keine Herbizide, keine Klone, keine Kompromisse – nur Handlese, Massenauslese und die geduldige Arbeit von Generationen.




Mehr über Casa Coste Piane

Col fondo: Wenn die Flasche zum Gärtank wird

Während die meisten Prosecco-Produzenten auf die schnelle Tankgärung setzen, geht Casa Coste Piane den langsamen Weg. Nach der ersten Gärung wird der Wein mit seinen Hefen in die Flasche gefüllt und überwintert kühl. Mit dem Frühling erwacht die Gärung erneut – ganz von selbst. Kein Degorgieren, kein Dosage, keine Filtration. Das Ergebnis: der Valdobbiadene Prosecco DOCG Frizzante Naturalmente mit seiner seidigen Trübung, nur einem Gramm Restzucker und einer Lebendigkeit, die industriellen Produkten fehlt.

Steile Weinberge von Casa Coste Piane in Valdobbiadene - Viticoltura Eroica

Viticoltura eroica: Heldenhafter Weinbau

Die Bezeichnung ist keine Marketing-Floskel. Zwischen 250 und 400 Metern Höhe klammern sich die Rebstöcke an Hänge, die so steil sind, dass jede Maschine kapituliert. Der Boden ist nur wenige Zentimeter tief, darunter liegt blanker Kalkstein. Genau hier haben die uralten Reben ihre Wurzeln tief in den Fels getrieben. Loris Folladors Großvater und Vater haben sie gepflanzt – weder Loris noch seine Söhne mussten je einen Rebstock setzen. Massenauslese statt Klonenselektion: Die Familie vermehrt nur aus dem eigenen Bestand, um die genetische Vielfalt zu erhalten.

Die Philosophie eines Bauern-Poeten

Loris Follador ist Agronom von Beruf, aber nennt sich lieber „Hüter des Landes“. Er zitiert Poesie zwischen den Rebzeilen und kann stundenlang über die Geschichte des Prosecco erzählen – über eine Zeit, als alle Weine so gemacht wurden wie seine heute. Seit 1983 füllt die Familie selbst ab, vorher ging alles ins Fass an Händler. Gemeinsam mit seiner Frau Sandra und den Söhnen bewirtschaftet er die sechs Hektar nach biologischen Grundsätzen: Kupfer und Schwefel gegen Pilze, Gras und Wildblumen zwischen den Reben, Hühner und Enten als Mitarbeiter.

Weinberge Riva di Campea bei Casa Coste Piane in Valdobbiadene

Glera und ihre vergessenen Schwestern

95 Prozent der Reben sind Glera, doch Casa Coste Piane pflegt auch Verdiso, Bianchetta und Perera – autochthone Sorten, die anderswo längst gerodet wurden. Diese Vielfalt prägt den Brichet Colli Trevigiani IGT, der aus Lagen außerhalb der DOCG-Grenzen stammt und mit seiner mineralischen Tiefe überrascht. Als Mitglied des Consorzio Vini Veri hat sich das Weingut dem Naturwein verschrieben – keine chemischen Behandlungen, keine künstliche Stabilisierung. Wer nach authentischem Prosecco aus dem Veneto sucht, findet bei Casa Coste Piane und benachbarten Winzern wie Fidora eine Alternative zum Mainstream.

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