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Pian Dell'Orino

Jan Erbach vom Weingut Pian Dell'Orino im Weinberg in Montalcino

Antonio Galloni bezeichnete es als „eines der absoluten Top-Weingüter in Montalcino“. Pian Dell’Orino vereint deutsche Präzision mit italienischer Leidenschaft – Jan Erbach aus Karlsruhe und Caroline Pobitzer aus Südtirol schaffen hier seit 1997 außergewöhnliche Brunello. Direkt neben dem legendären Biondi-Santi kultivieren sie streng biodynamisch sechs Hektar Sangiovese auf fossilreichen Böden. Ein Rebstock ergibt eine Flasche Wein. Der Verkostungsraum ist zugleich Jans Musikbibliothek – High-End Stereo trifft auf 96-Punkte-Brunello.




Mehr über Pian Dell'Orino

Wenn deutsche Gründlichkeit auf toskanische Erde trifft

Der Duft von Brennnesseltee schwebt über den Weinbergen – Jan Erbach sprüht seine biodynamischen Präparate. Was 1997 als Experiment deutscher und südtiroler Leidenschaft begann, gehört heute zur Brunello Champions League. Caroline Pobitzer erwarb das Anwesen außerhalb Montalcino, Jan Erbach brachte sein Geisenheimer Weinbau-Studium und die Erfahrungen französischer Praktika mit. 2018 erhielten sie die Demeter-Zertifizierung – der Höhepunkt jahrzehntelanger biodynamischer Arbeit.

Die Sangiovese-Weinberge von Pian Dell'Orino mit Blick auf die toskanischen Hügel

Sechs Hektar, vier Lagen, eine Vision

Pian dell’Orino, Pian Bossolino, Scopeta, Cancello – vier Namen, die Weinkenner ehrfürchtig aussprechen. Auf 300 bis 400 Meter Höhe wächst ausschließlich Sangiovese Grosso auf Böden aus versteinerten Muscheln und Galestro. Caroline und Jan erstellten eigene geologische Karten – intensivere Bodenforschung als fast alle anderen in Montalcino. Die extreme Ertragsreduktion folgt einer simplen Philosophie: Ein Rebstock, eine Flasche. Der Brunello Vigneti del Versante 2018 mit 96 Punkten zeigt die Früchte dieser Arbeit.

Der biodynamisch gestaltete Weinkeller von Pian Dell'Orino mit traditionellen Holzfässern

Mondkalender und High-End Stereo

Jans Verkostungsraum überrascht: Vinyl-Sammlung und High-End Stereoanlage zwischen Weinfässern. „Wo das Olfaktorische auf das Auditive trifft“, erklärt der passionierte Musikliebhaber seine ungewöhnliche Kombination. Im Keller herrscht ähnliche Präzision – spontane Gärung im offenen Holzcuvée, Reifung in großen Fässern, keinerlei önologische Eingriffe. Der Rebschnitt folgt dem Mondkalender, Kamillentee-Sprühungen ersetzen chemische Behandlungen. Diese Philosophie spiegelt sich im Piandorino 2021 wider – zugänglich, aber von derselben kompromisslosen Qualität geprägt.

Brunellopoli und die Dissidenten von Montalcino

Als 2008 der Brunellopoli-Skandal die Weinwelt erschütterte – Dutzende Produzenten hatten illegale Rebsorten in ihren Brunello gemischt – reagierten Jan und Caroline auf ihre Weise: Sie veröffentlichten die Analysedaten ihrer Ernten. Transparenz statt Verschleierung. Gemeinsam mit Francesco Leanza von Salicutti und Stella di Campalto gründeten sie Sangiovese Per Amico – drei Weingüter, die seit Jahren der offiziellen Messe „Benvenuto Brunello“ fernbleiben. Ihre Botschaft: Authentizität braucht keine Marketing-Events, sondern kompromisslose Arbeit im Weinberg. Der Rosso di Montalcino 2021 verkörpert dieses Credo – sortenrein, biodynamisch, unverschnitten.

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