Alle 10 Ergebnisse werden angezeigt
Luneau-Papin

Eine einzige Rebsorte, zehn verschiedene Weine – und jeder schmeckt nach einem anderen Ort. Das ist die Handschrift von Domaine Luneau-Papin im Muscadet Sèvre et Maine. Pierre-Marie Luneau, neunte Generation auf dem Familienbetrieb, und seine Frau Marie haben bewiesen, dass der oft unterschätzte Melon de Bourgogne ein Präzisionsinstrument sein kann: ein Verstärker für Granit, Schiefer und Gneis.
Mehr über Luneau-Papin
Die Wiederentdeckung einer vergessenen Traube
Als Pierre Luneau und Monique Papin 1990 ihre Familienbetriebe vereinten, schlief das Muscadet noch seinen Dornröschenschlaf. Die Weine galten als einfache Bistro-Begleiter, austauschbar und ohne Anspruch. Das Ehepaar sah etwas anderes: Rebstöcke, die seit den 1940er Jahren wurzeln, ein Flickenteppich aus geologischen Formationen und eine Rebsorte, die wie ein Schwamm aufsaugt, was der Boden ihr gibt.
Heute bewirtschaften Pierre-Marie und Marie knapp 30 Hektar in biodynamischer Landwirtschaft. Die Demeter- und Biodyvin-Zertifizierungen kamen 2019, doch die Philosophie reicht weiter zurück: Seit 2008 arbeitet das Weingut biologisch, seit 2014 nach biodynamischen Prinzipien.

Ein Boden, ein Wein
Die Lagenweine von Luneau-Papin lesen sich wie ein geologisches Lexikon. Der Vera Cruz wächst auf Glimmerschiefer und Gneis – straff, salzig, mit diesem typischen Zug, der an nassen Stein erinnert. Gula-Ana stammt von Peridotit-Serpentinit, einem Boden vulkanischen Ursprungs, der dem Wein eine fast exotische Würze verleiht.
Der L d’Or trägt seinen Namen nicht umsonst: Granit gibt ihm diese goldene Fülle, während der Excelsior aus den ältesten Parzellen die Krone aufsetzt – ein Wein, der problemlos zehn, fünfzehn Jahre reifen kann.
Sur Lie: Geduld als Methode
Was alle Weine verbindet, ist der lange Hefeausbau. Mindestens 16 Monate für die Einstiegsweine, bis zu drei Jahre für die Spitzencuvées. Die Weine bleiben auf der Feinhefe in emaillierten Betontanks, ohne Umfüllen, ohne Schwefelzugabe bis zur Füllung. Das Ergebnis: Textur statt Frucht, Schmelz statt Säure, Grip statt Gefälligkeit.

Loire-Terroir im Glas
2015 kürte Wine & Spirits das Domaine zum „International Winery of the Year“ – eine Auszeichnung, die das Ende des Muscadet-Dornröschenschlafs markierte. Pierre-Marie und Marie stehen damit in einer Reihe mit Loire-Ikonen wie Claude Riffault in Sancerre: Winzer, die zeigen, dass französisches Terroir auch abseits von Burgund und Bordeaux Weltklasse hervorbringt.










