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Le Masse

Er spielte in „Inferno“ neben Tom Hanks, studierte an Roms Filmakademie – und kehrte trotzdem zurück zu den Reben. Robin Mugnaini leitet heute Fattoria Le Masse in Barberino Val d’Elsa, ein biodynamisches Familienweingut im Herzen des Chianti Classico. Die Mutter Berliner Malerin, die Schwester Künstlerin, er selbst ehemaliger Schauspieler: Hier entstehen Weine, die Geschichten erzählen. 20 Hektar alte Sangiovese-Reben, teilweise von 1974, vergoren ohne Temperaturkontrolle, gereift in Amphoren des Bildhauers Lorenzo Vignoli. „If we don’t celebrate this kind of work, what are we doing?“ fragt Robin – und macht die Ernte zum Fest.
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Vom Filmset in den Weinberg
Als Robins Vater Alberto 2006 starb, war der Sohn gerade zwanzig und träumte von der Schauspielkarriere. Er machte trotzdem seine ersten 300 Flaschen Wein – aus Pflichtgefühl, aus Liebe zum Land. Die folgenden Jahre pendelte er zwischen Filmsets und Weinlese, drehte mit Ron Howard, stand vor der Kamera. Doch jedes Jahr im Herbst zog es ihn zurück nach Barberino. 2018 entschied er endgültig: Der Chianti Classico brauchte ihn mehr als Hollywood.

Berliner Kunst trifft toskanische Erde
Die Geschichte von Le Masse beginnt in den 1950ern, als Paolo Mugnaini das Anwesen kaufte. Sein Sohn Alberto heiratete Christiane, eine Malerin aus Berlin – sie gestaltet bis heute die Etiketten. Tochter Lea, ebenfalls Künstlerin, gründete eine Artist Residency auf dem Weingut. Robin selbst arbeitet mit dem Bildhauer Lorenzo Vignoli zusammen, der seine Terrakotta-Amphoren fertigt. Kunst ist hier kein Marketing, sondern DNA. Der Camporella Orange – Trebbiano und Malvasia, zwei Wochen auf der Maische, ohne Schwefel – entsteht in genau diesen Amphoren.
Biodynamik als Lebensart
Seit 2015 wirtschaftet Robin biodynamisch, seit 2020 ist das Weingut bio-zertifiziert. Präparat 500 im Weinberg, Mondkalender im Keller – aber pragmatisch, nicht dogmatisch. Die Demeter-Zertifizierung hat er bewusst nicht angestrebt. „Through biodynamics I met really beautiful producers“, sagt er. Die 20 Hektar in Barberino und Tavarnelle beherbergen Sangiovese-Reben von 1974 und 1986, dazu 6.000 Olivenbäume. Im Keller: große Holzfässer, Betonbehälter, die Amphoren. Keine Temperaturkontrolle, keine Pumpen, keine Kompromisse – genau wie bei Tenuta di Carleone, dem Nachbarn mit deutschem Winzer Sean O’Callaghan.

Die Weine: Sangiovese mit Seele
Der Santa Goccia ist Robins Einstieg: Sangiovese mit Canaiolo und etwas Trebbiano, saftig und lebendig. Der Chianti Classico reift im 2.000-Liter-Holzfass, der Jahrgang 2022 zu 70% in Beton – „it’s the wine that gives me more pleasure“. Und dann ist da der Timeo, benannt nach seinem Sohn: reiner Sangiovese, der große Wein des Hauses. Jährlich entstehen nur 18.000 bis 25.000 Flaschen – handwerkliche Mengen für ein Weingut, das sich selbst als „Artisan“ versteht. Hier wird die Ernte nicht abgearbeitet, sondern gefeiert.




