Alle 4 Ergebnisse werden angezeigt
Victoria Ordóñez

Victoria Ordóñez hat sich einer Mission verschrieben: die historische Rebsorte Pedro Ximénez aus den Bergen von Málaga zurückzubringen. Vom 17. bis 19. Jahrhundert machten diese Trauben Málaga weltberühmt – dann verschwanden sie nach der Reblaus fast vollständig. Heute bewirtschaftet Victoria biodynamisch auf extremen Steilhängen bis 1000 Meter Höhe, wo die Ernte noch mit Maultieren transportiert wird.
Mehr über Victoria Ordóñez
Eine vergessene Weinregion erwacht

Die Montes de Málaga – das sind steile, zerklüftete Berge nur wenige Kilometer nördlich der Küstenstadt. Hier wuchsen einst Reben, die Málaga zu einem der berühmtesten Weinnamen Europas machten. Nach der Reblauskatastrophe des späten 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet aufgeforstet, die Weinkultur geriet in Vergessenheit. Victoria Ordóñez machte sich 2015 auf die Suche nach den verbliebenen alten Pedro Ximénez-Reben. Monatelange Recherchen in kleinen Parzellen waren nötig, um die seltene Sorte von anderen Reben in den gemischten alten Weinbergen zu trennen.
Heroischer Weinbau
Die Weinberge von Victoria Ordóñez liegen zwischen 800 und 1000 Metern Höhe im Naturpark Sierra de Málaga – trotz der Nähe zum Mittelmeer herrscht hier ein fast kontinentales Klima mit heißen Tagen und kühlen Nächten. Die extremen Steilhänge machen Maschinen unmöglich; selbst erfahrene Landarbeiter sprechen von „heroischem Weinbau“. Die Trauben werden von Hand gelesen und auf schmalen Pfaden zu Romero, dem Maultier, gebracht, das sie zur Sammelstelle transportiert. Von dort geht es per Kleintransporter zur Kellerei in Málaga-Stadt – der einzigen aktiven Bodega innerhalb der Stadtgrenzen.

Trockener Pedro Ximénez
Was Victoria Ordóñez produziert, ist eine Sensation: trockener Pedro Ximénez. Die Rebsorte kennen die meisten nur als sirupartig-süßen Dessertwein aus Jerez. Doch historisch entstanden hier in Málaga trockene Weine von großer Eleganz. Victoria knüpft an diese Tradition an. Die Trauben werden biodynamisch angebaut, spontan vergoren und in kleinen französischen Eichenfässern ausgebaut. Die Erträge sind erschreckend niedrig – selten mehr als 1000 Kilogramm pro Hektar. Das Ergebnis sind Weine von kristalliner Klarheit, mit Noten von weißen Blüten, Mandeln und einem mineralischen Nachhall, der an die Schieferböden erinnert.
Moscatel aus der Axarquía
Neben dem Pedro Ximénez widmet sich Victoria einer weiteren autochthonen Rebsorte: Moscatel aus der oberen Axarquía. Die Weinberge liegen noch höher, fast 1000 Meter, im Naturpark Sierra Tejeda. Hier entstehen aromatische Weißweine, die die florale Intensität des Moscatel mit der Frische der Höhenlage verbinden. Gemeinsam mit ihrem Sohn Guillermo, einem Agraringenieur, bewirtschaftet Victoria heute sieben Hektar eigene Flächen und kauft Trauben von 30 weiteren Winzern zu – insgesamt 40 Hektar unter Vertrag.
Garage-Winery mit Vision
Die 2015 gegründete Bodega liegt in Málaga-Stadt, nur Minuten vom Flughafen entfernt. Auf 600 Quadratmetern stehen kleine Edelstahltanks, die jede Parzelle separat vinifizieren lassen, sowie französische Eichenfässer, die jährlich erneuert werden. Das Konzept entspricht dem „Garage Wine“-Modell: handwerkliche Präzision in kleinen Mengen. Victoria lernte ihr Handwerk bei Alois Kracher in Österreich, von der Lese bis zur Fasslagerung. Heute ist sie eine der wenigen Winzerinnen Spaniens, die mit eigenen Händen Wein macht – und eine vergessene Region zurück auf die Weinkarte bringt. Ähnlich kompromisslos arbeitet Envínate auf Teneriffa.




