Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Dunkles Rubinrot mit schwarzem, blickdichtem Kern — schon optisch eine Ansage von Konzentration.
- Nase
- Kein Wein für Ungeduldige: Hinter der anfänglichen Zurückhaltung warten Herzkirschen, Zwetschgen und Maulbeeren, dann erdige Schichten aus Waldboden, Kaffee und Bitterschokolade, dazu milde Gewürze wie schwarzer Kardamom und Tonkabohne. Man ahnt, wohin die Reise mit einigen Jahren Flaschenruhe geht.
- Gaumen
- Druckvoll, mit immenser Spannung und stillem Extrakt, dabei stets transparent und seidig. Die Tannine sind feingliedrig, das Mundgefühl erinnert an feines Sandpapier; herbe Adstringenz, Noten von Bitterschokolade, eine Säure, die nonchalant im Hintergrund die kraftvolle Struktur koordiniert. Karaffe und großes Kelchglas sind im jugendlichen Stadium Pflicht.
- Abgang
- Lang, dunkel und würzig — der Wein bleibt eher Versprechen als fertige Größe und belohnt Geduld mit Tiefe statt mit schneller Gefälligkeit.
- Terroir & Herkunft
- Der Salzberg liegt unmittelbar oberhalb des Weingutes in Gols am Neusiedlersee, mit reiner Südausrichtung. Die Böden reichen von tonig-schluffig über kalkig bis sandig-schottrig; die trockene Lage bringt kleine, dickschalige Beeren mit hohem Extrakt hervor. Gernot und Heike Heinrich haben ihr Gut Parzelle für Parzelle auf rund 90 Hektar ausgebaut — Demeter-zertifiziert und Gründungsmitglied von respekt-BIODYN.
- Rebsorte & Vinifikation
- Cuvée aus Blaufränkisch und Merlot, handgelesen, spontan vergoren, drei Wochen Maischestandzeit im Holzgärständer, schonend mit der Korbpresse gepresst, 48 Monate in 500-Liter-Fässern ausgebaut und ungeschönt und unfiltriert abgefüllt.
- Speiseempfehlungen
- Zeigt Größe neben Rehrücken unter der Nusskruste mit Pfeffer-Kirschen und jungem Maiwirsing, überrascht zu Steinbutt im Pumpernickel-Mantel auf Sellerie-Mousseline und Beurre Rouge und trifft seine erdige Seite bei geräucherter Roter Bete mit Schwarzbrot-Crumble und Wildkräuter-Salat.
- Besonderheiten
- Ein Wein, der Contenance verlangt: Vier Jahre Fassreife machen ihn zu einer Stilikone der burgenländischen Blaufränkisch-Schule — mit Substanz fürs Jahrzehnt.





