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Loimer
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Der Architekt des Terroirs
Fred Loimer müsste eigentlich Geologe sein. Das Kamptal, das er bespielt, ist ein Flickenteppich aus Urgestein, Löss und vulkanischen Relikten. Von Norden strömt kühle Waldviertler Luft durch das Kamp-Tal, von Süden drückt die pannonische Wärme heran. Das Ergebnis: Temperaturamplituden wie nirgendwo sonst in Österreich – perfekt für aromaintensive Trauben. Fred nutzt diese Vielfalt mit chirurgischer Präzision. Sein Ried Heiligenstein Riesling wächst auf vulkanischem Quarzporphyr und rotem Sandstein, der Ried Käferberg Grüner Veltliner auf Urgesteinsverwitterung. Gleiche Hand, völlig verschiedene Weine.

Respekt statt Dogma
2006 stellte Fred Loimer auf Biodynamie um. Ein Jahr später gründete er mit Kollegen respekt-BIODYN – eine Zertifizierung, die ihm wichtiger war als das Demeter-Siegel. Der Unterschied? Respekt-BIODYN fordert nicht nur biologisch-dynamische Arbeit im Weinberg, sondern auch Qualitätsstandards im Keller. Keine Beliebigkeit, keine Ausreden. Die Weine erzählen davon: präzise, klar, mit einer Mineralität, die an nassen Kalkstein erinnert. Der Grüne Veltliner aus dem Kamptal zeigt hier seine eleganteste Seite – weit entfernt von pfeffrigen Klischees.
Wenn Blasen Geschichte schreiben
Seit 2013 produziert Loimer Sekt nach der Méthode traditionnelle. Der Durchbruch kam schnell: Sekt des Jahres 2023 beim Gault&Millau für den Langenlois Große Reserve Blanc de Blancs Brut Nature. Lange Hefelagerung, kein Dosage-Zucker – Purismus, der schmeckt. In Gumpoldskirchen, wo Fred 2004 das Weingut Schellmann übernahm, experimentiert er mit Blanc de Noirs aus St. Laurent und Pinot Noir. Die Thermenregion mit ihren kalkhaltigen Böden erinnert ihn an das Burgund – nur dass hier niemand Hunderttausende für eine Flasche verlangt. Der Brut Rosé Reserve bringt diese burgundische Finesse mit zartem Lachston ins Glas.

Mit Achtung genießen
Die Linie „mit ACHTUNG“ ist Loimers Spielwiese für Naturweine: Spontangärung, langer Schalenkontakt, keine Zusätze. Der Name ist halb ironisch, halb ernst gemeint – eine Warnung an alle, die Wein nur als gefälliges Getränk verstehen. Wer das Risiko liebt, findet hier Tropfen mit Charakter und Kante. Wer es klassischer mag, greift zu den Lagenweinen. Beide Welten zeigen denselben Winzer: einen, der Grenzen testet, aber nie den Boden unter den Füßen verliert. Ähnlich kompromisslos arbeitet Tement in der Südsteiermark – ein würdiger Nachbar im Geiste.


