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Les Poëte

Argos, Orphée, Odyssée – wer die Etiketten sieht, ahnt: Hier denkt jemand in epischen Dimensionen. Das Weingut Les Poëte von Guillaume Sorbe im Centre Loire verbindet griechische Mythologie mit biodynamischer Präzision. Auf 17 Hektar am Fluss Cher, davon nur 6,45 mit Reben bepflanzt, weiden Schafe zwischen den Stöcken, summen Bienen am Waldrand, und 28 Parzellen werden separat vinifiziert. „Moins mais Mieux“ – weniger, aber besser – steht auf jedem Etikett. Die Revue du Vin de France zählt die Weine zu den ambitioniertesten der gesamten Loire.
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Der Sommelier, der Winzer wurde
Guillaume Sorbe hätte es einfacher haben können. Als Sohn eines Winzers, der auch als Koch und Sommelier arbeitete, wuchs er zwischen Reben und Restaurantküchen auf. Doch statt das Familienweingut zu übernehmen, verkaufte sein Vater 1999. Guillaume ging nach Bourges, studierte Hotelmanagement und Sommellerie, arbeitete in Sternerestaurants – und pflegte nebenbei die Reben seines Großvaters. 2001 legte er den Grundstein für sein eigenes Projekt, 2007 gründete er Domaine Les Poëte offiziell, benannt nach seiner Urgroßmutter Esther Poëte. Der erste Jahrgang kam 2011 in die Flasche.

Ein Ökosystem statt einer Monokultur
Die Zahlen wirken fast provokant: 17 Hektar Land, davon nur 6,45 mit Reben. Der Rest? Wald, Wiesen, Leben. Pferde ziehen durch die Parzellen, Schafe grasen zwischen den Rebzeilen, Bienen bestäuben die Wildblumen am Rand, Hühner picken Schädlinge. Was nach romantischer Landidylle klingt, folgt dem strengen Regelwerk von Demeter. Guillaume verbringt 80 Prozent seiner Zeit in den Weinbergen – verteilt auf 28 einzelne Parzellen mit Sauvignon Blanc, Pinot Noir und Pinot Gris.
Griechische Helden in der Flasche
Die Weinnamen erzählen Geschichten. Odyssée – der wandernde Pinot Noir, als Ganztraube vergoren, der einzige Wein mit Holzabdruck im Sortiment. Orphée – der singende Sauvignon, benannt nach dem mythischen Sänger. Argos, benannt nach dem Schiff der Argonauten. Und Toison d’Or, das Goldene Vlies, ein Pinot Gris von seltener Intensität. Jede Parzelle wird separat vinifiziert, die meisten Weine reifen in Edelstahl, um die Frucht nicht zu maskieren.

Weniger, aber besser
„Moins mais Mieux“ prangt auf jedem Etikett – das Credo eines Perfektionisten. Die Revue du Vin de France verlieh Guillaume zwei Sterne und lobte seine Weine als die ambitioniertesten Weißweine der Loire. Bettane & Desseauve wählten ihn 2019 unter die Top 10 Winzer des Jahres. Wer die Mineralität seines Pouilly-Fumé probiert oder die seidige Struktur seines Odyssée, versteht: Guillaume Sorbe macht keine Weine für den schnellen Schluck – sondern für Momente, die bleiben. Ähnliche Präzision findet sich nur bei wenigen Loire-Winzern, etwa beim legendären Domaine Huet in Vouvray.





