Ergebnisse 49 – 52 von 52 werden angezeigt
Huet
Mehr über Huet
Vom Pariser Bistro an die Loire
Victor Huet, ein Bistro-Besitzer aus Paris, kam mit zerstörten Lungen aus dem Ersten Weltkrieg zurück. 1928 siedelte er nach Vouvray um und kaufte die Lage Le Haut-Lieu – der Grundstein einer Legende. Sein Sohn Gaston übernahm 1937, verbrachte fünf Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft und baute danach 55 Jahre lang am Erbe. Er sicherte zwei weitere Spitzenlagen: Le Mont (1957) und Clos du Bourg (1963). Gaston hielt den Clos du Bourg für den größten Weinberg ganz Vouvrays – seine kargsten, steinigsten Böden vereinen die Mineralität von Le Mont mit der Textur von Le Haut-Lieu.

Pioniere der Biodynamie
Lange vor den großen Namen des Burgunds führte Gaston Huet bereits Ende der 1980er Jahre die Biodynamie ein – die letzte Stellschraube, um die DNA seiner Weinberge zu entschlüsseln. Seit 1993 ist das gesamte Weingut Demeter-zertifiziert. Die Natur gibt den Takt vor: Je nach Jahrgang entstehen aus jeder Lage bis zu vier verschiedene Abfüllungen – Sec, Demi-Sec, Moelleux und in Ausnahmejahren die Moelleux 1ère Trie. Ob Botrytis entsteht, entscheidet das Wetter, nicht der Winzer. Ähnlich konsequent arbeitet Charles Joguet in Chinon mit Cabernet Franc – beide Weingüter stehen für lagenreinen Ausbau an der Loire.
Die drei Lagen
Le Haut-Lieu (9 ha) war der Gründungsweinberg. Tiefer, kalkhaltiger Lehm macht die Weine zugänglich – der Le Haut-Lieu Sec zeigt das exemplarisch. Le Mont liegt bevorzugt auf der Première Côte: weniger Lehm, mehr Steine, intensiv mineralische Weine wie der Le Mont Sec, die mit dem Alter Länge und Finesse entwickeln. Clos du Bourg vereint beides – intensive Mineralität und generöse Textur, perfekt im Clos du Bourg Demi-Sec. Dazu kommt der Pétillant, ein Schaumwein aus allen drei Lagen, und seit 1989 in besonderen Jahren die Cuvée Constance – regelmäßig einer der größten Edelsüßen der Welt.

Benjamin Joliveau führt das Erbe fort
2003 erwarb der New Yorker Anthony Hwang die Domaine; heute leiten seine Kinder Sarah und Hugo den Betrieb. Benjamin Joliveau, ein gebürtiger Vouvrayer, begann 2003 als Aushilfe, arbeitete sich hoch und übernahm 2020 die volle Verantwortung für die Weine. Er lernte von Jean-Bernard Berthomé und überlappte noch mit Noël Pinguet, dem legendären Schwiegersohn Gastons. „Chenin Blanc steht für Fruchtausprägung gepaart mit natürlicher Säure“, sagt er. Die tiefen Felsstollen dienen als Keller – konstante Temperatur, neutrale Gebinde, Zeit. Das Resultat: Weine, die in zehn Jahren besser sind als heute und in dreißig Jahren noch besser.




