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Ampeleia

Marco Tait baut Weine ausschließlich in Zement aus – kein Holzfass im Keller. Das Weingut Ampeleia beweist seit 2002, dass Cabernet Franc in der Alta Maremma toskanischer schmecken kann als Sangiovese. Die 35 Hektar werden seit 2009 biodynamisch bewirtschaftet. Elisabetta Foradori, Giovanni Podini und Thomas Widmann gründeten das Projekt 2000 – die Idee entstand auf 2153 Metern in einer Berghütte in den Dolomiten.
Mehr über Ampeleia
Dolomiten-Vision wird Maremma-Realität
Im Winter 2000 saßen drei Weinverrückte in der Comici-Berghütte auf 2153 Metern Höhe und entwickelten eine Vision: ein Weingut zu schaffen, das kompromisslos auf Natürlichkeit setzt. Elisabetta Foradori vom gleichnamigen Weingut Foradori aus dem Trentino, der Mailänder Unternehmer Giovanni Podini und Thomas Widmann suchten zwei Jahre lang durch ganz Italien, bis sie 2002 in Roccatederighi fündig wurden. Die Alta Maremma bot genau das, was sie suchten: unverbrauchtes Potenzial fernab der etablierten Weinbaugebiete.
Marco Taits radikale Kellerwirtschaft
Von Anfang an führte Marco Tait die Kellerwirtschaft – und revolutionierte sie komplett. Kein einziges Holzfass findet sich im Keller, sämtliche Weine reifen ausschließlich in Zementbehältern. „Ohne Make-up“ nennt Tait diese Philosophie, die den Rebsorten ihre pure Ausdruckskraft lässt. Seine Ausbildung erhielt der Südtiroler unter anderem bei Elisabetta Foradori, wo er die biodynamische Philosophie kennenlernte, die heute Ampeleia prägt. Die Zementbehälter sind innen unbehandelt – sie atmen, ohne Aromen abzugeben.

Cabernet Franc statt Sangiovese
Während die Toskana auf Sangiovese setzt, konzentriert sich Ampeleia auf Cabernet Franc als Flaggschiff-Rebsorte. Die zweite Hauptsorte ist Alicante Nero, eine fast vergessene autochthone Varietät, die hier zu neuer Blüte findet. Auf 35 Hektar der insgesamt 120 Hektar großen Finca entstehen jährlich rund 300.000 Flaschen. Die Nähe zum Meer – nur 30 Kilometer – sorgt für kühlende Winde, die den Reben auch in heißen Sommern Erfrischung bringen. Die Höhenlage von 450 bis 650 Metern verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Der UNLITRO 2023 zeigt exemplarisch diese frische, ungeschminkte Stilistik.
Ganzheitlicher Kreislauf ohne Kompromisse
Seit 2009 wird biodynamisch gearbeitet, seit 2012 stellt Ampeleia die Präparate komplett selbst her. Das Weingut ist ein geschlossener Kreislauf: Neben Reben wachsen hier Oliven, Getreide und Gemüse, Bienen produzieren Honig, Tiere liefern Dung für den Kompost. Die Ampeleia IGT 2019 und der Bianco di Ampeleia 2022 verkörpern diese ganzheitliche Philosophie in flüssiger Form. Heute führt die Familie Podini das Projekt weiter, während Elisabetta Foradori als Vorstandsmitglied die ursprüngliche Vision bewahrt.



