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A. et P. de Villaine

Ein Wein für 30 Euro, hinter dem der Miteigentümer der teuersten Weine der Welt steht? Aubert de Villaine, seit 1974 Co-Direktor der legendären Domaine de la Romanée-Conti, kaufte 1973 zusammen mit seiner amerikanischen Frau Pamela ein vernachlässigtes Anwesen im Dorf Bouzeron. Was als privates Projekt begann, wurde zur Keimzelle einer Appellation: Dank seines Engagements erhielt Bouzeron 1998 als einziges Dorf in Burgund die Village-AOC für Aligoté.
Heute leitet Neffe Pierre de Benoist das Weingut mit 30 Hektar in der Côte Chalonnaise. Bio seit 1986, biodynamisch seit 2000 – und mit Reben, die teilweise 115 Jahre alt sind.
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Die goldenen Trauben von Bouzeron
Aligoté gilt vielen als Burgunds zweite Wahl hinter Chardonnay. In Bouzeron wächst eine andere Sorte: der Aligoté Doré, erkennbar an der goldenen Färbung der reifen Beeren. Dünnere Schalen, kleinere Trauben, mehr Aroma. Die de Villaines pflanzten diese seltene Variante auf den kalkhaltigen Hanglagen und bewiesen, dass Aligoté Weine von ernsthafter Komplexität hervorbringen kann – eine Erkenntnis, die heute auch Winzer wie Boris Champy mit seinem Aligoté Doré Sélection Massale teilen. Der Bouzeron blanc zeigt typische Noten von Zitronenzeste, Feuerstein und Kräutern – dazu eine salzige Mineralität, die an die besten Chablis erinnert.

Vom Richter des Judgment of Paris zum UNESCO-Kämpfer
Aubert de Villaine saß 1976 in der Jury jener berühmten Blindverkostung in Paris, bei der kalifornische Weine die französische Elite schlugen. Er interviewte Robert Mondavi, bevor dieser berühmt wurde. Er führte die Domaine de la Romanée-Conti zu Weltrang – und kämpfte jahrelang dafür, dass die burgundischen Klimats 2015 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden. Sein eigenes Weingut in Bouzeron blieb dabei stets im Schatten des großen Namens. Absichtlich. „Ich sehe mich als Hüter, nicht als Schöpfer“, sagt er.
Pierre de Benoist: Der Erbe aus dem Sancerre
1998 rief Aubert seinen Neffen an. Pierre de Benoist, Sohn eines Winzers in Sancerre, hatte eigentlich Jura studiert und keine Lust auf Wein. Doch er kam – und blieb. Seit 2000 leitet er das Weingut, hat die Fläche von 8 auf 30 Hektar ausgebaut und die Appellation um elf Lagen erweitert. 17 verschiedene Aligoté-Parzellen vinifiziert er separat in großen Eichenfoudres, um die Nuancen des Terroirs zu bewahren.

Rully und Mercurey: Mehr als Aligoté
Neben dem berühmten Bouzeron entstehen auf dem Weingut Premier Cru Weine aus Rully und Mercurey. Der Rully 1er Cru „Rabourcé“ bringt Chardonnay von Kalksteinböden, mit straffer Säure und floralen Noten. Die roten Pinot Noirs aus Lagen wie „Les Cloux“ zeigen seidige Tannine und jene Präzision, die man von einem Weingut erwartet, das dieselbe Philosophie teilt wie die Domaine de la Romanée-Conti: minimaler Holzeinsatz, maximaler Terroirausdruck.


