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El Sequé

Wine-Searcher kürte ihn zum besten Preis-Leistungs-Wein der Welt. El Sequé aus Pinoso in Alicante zeigt, was mediterraner Monastrell leisten kann, wenn alte Reben auf 600 Metern Höhe in sandigen Kalkböden wurzeln. Juan Carlos López de Lacalle, Kopf hinter dem Rioja-Kultweingut Artadi, gründete El Sequé 1999 gemeinsam mit dem lokalen Monastrell-Experten Agapito Rico. Ihr Ziel: kraftvolle, balsamische Rotweine mit der Frische der Höhenlage und der Tiefe von 50 bis 65 Jahre alten Buschreben.
Mehr über El Sequé
Das mediterrane Abenteuer eines Rioja-Pioniers
1999 entdeckte Juan Carlos López de Lacalle das Hochland von Pinoso – und mit ihm, wie er sagt, „die lebendige Spur der Phönizier und Römer“. Der Mann, der mit Artadi bereits Geschichte geschrieben hatte, suchte einen Kontrast zu seinen atlantisch geprägten Tempranillo-Weinen. In den kargen, braun-kalkigen Böden von Alicante fand er ihn: 100% Monastrell, die autochthone Rebsorte des westlichen Mittelmeers.
Gemeinsam mit Agapito Rico, einem lokalen Winzer mit jahrzehntelanger Monastrell-Erfahrung, erwarb er 40 Hektar alter Buschreben. Die ältesten Stöcke stammen aus den späten 1950er Jahren – ungepfropft, tief wurzelnd, mit minimalen Erträgen. Diese pie franco-Reben (wurzelechte Pflanzen ohne amerikanische Unterlage) haben die Reblaus überlebt, weil die sandigen Böden dem Schädling keinen Halt bieten.

600 Meter über dem Mittelmeer
Die Weinberge liegen in vier verschiedenen Zonen rund um Pinoso, am westlichen Rand der DO Alicante. Auf 600 bis 650 Metern Höhe herrscht ein extremes Kontinentalklima: Tagsüber steigen die Temperaturen auf über 40°C, nachts fallen sie auf unter 15°C. Diese Amplitude von bis zu 25 Grad innerhalb eines Tages bewahrt Aromatik und Säure – selbst bei voller physiologischer Reife der Trauben.
Der Boden erzählt seine eigene Geschichte: sandige Lehmböden über kalkhaltigem Untergrund, arm an Ton und organischer Substanz. Hier stresst alles die Reben – Hitze, Trockenheit, Nährstoffmangel. Doch genau dieser Stress konzentriert die Aromen und hält die Erträge natürlich niedrig. Die traditionelle Buscherziehung schützt die Trauben vor direkter Sonneneinstrahlung und ermöglicht eine langsame, gleichmäßige Reife.
Sanfte Extraktion, große Fässer
Im Keller arbeitet das Team um Önologe Vicente Milla mit bewusster Zurückhaltung. Die Trauben werden von Hand gelesen und sortiert, dann folgt eine kalte Mazeration von 24 bis 48 Stunden. Die Gärung findet in offenen Edelstahltanks statt, mit zweimaligem täglichem Unterstoßen der Maische – schonender als klassisches Umpumpen.
Nach der malolaktischen Gärung reift der El Sequé für zwölf Monate in 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche. Diese größeren Gebinde integrieren das Holz subtiler als die üblichen Barriques – ideal für Monastrell, dessen niedrigerer Tanningehalt empfindlicher auf Holzeinfluss reagiert. Das Ergebnis: kraftvolle, aber seidige Weine mit Noten von dunklen Früchten, Kräutern und einem charakteristischen balsamischen Ton.

Weltbester Wert, spanische Seele
2017 kürte Wine-Searcher den El Sequé 2014 zum „World’s Best Value Wine“ – 93 Punkte bei einem Durchschnittspreis von 24 Dollar. Die Auszeichnung bestätigte, was Juan Carlos López de Lacalle von Anfang an wusste: Alicantes alte Monastrell-Reben können Weine von internationalem Format hervorbringen, ohne internationale Preise zu verlangen.
El Sequé gehört zur selben Familie wie Artazu in Navarra – drei Projekte, drei Regionen, eine Philosophie: biologischer Anbau, Respekt vor alten Reben und Einzellagen, Weine, die ihren Ursprung schmecken lassen. In Pinoso bedeutet das: mediterrane Kraft mit Höhenfrische, Konzentration ohne Schwere, Charakter ohne Maske.



