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Bruno Clair




Mehr über Bruno Clair

Das Erbe von Clair-Daü

1919 heiratete Joseph Clair Marguerite Daü und vereinte ihre Weinberge in Marsannay – der Grundstein für eines der bedeutendsten Weingüter der Côte de Nuits war gelegt. Clair-Daü produzierte 76 Jahre lang legendäre Burgunder aus Lagen wie Chambertin Clos de Bèze, Bonnes-Mares und Musigny. Nach familiären Auseinandersetzungen wurde das Domaine 1985 aufgelöst. Bruno, Enkel des Gründers, erhielt zunächst nur 7 Hektar – aber es waren die richtigen. 1986 gründete er sein eigenes Weingut und baute es Stück für Stück auf: 1990 Chambolle-Musigny, 1993 Corton-Charlemagne, 2006 zusätzliche Parzellen in Bonnes-Mares.

Weinberge der Domaine Bruno Clair in der Côte de Nuits

Grands Crus ohne Getöse

Der Chambertin Clos de Bèze stammt teils von Reben, die 1912 gepflanzt wurden – sie liefern winzige Erträge und Weine von nobler Intensität. Die 1,64 Hektar in Bonnes-Mares zeigen dunklere Würze, Graphit und ein breiteres Tanninraster. Der Clos Saint-Jacques in Gevrey-Chambertin wirkt kühler, mit strafferem Zug und präziser Länge. Dazu kommt Chambertin-Clos de Bèze als Kronjuwel – ein Wein, der Geduld verlangt und mit Jahrzehnten belohnt.

Keller der Zurückhaltung

Im Keller gilt: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Spontangärung ist Standard, Extraktion bleibt maßvoll. Bei den Rotweinen kommen 20 bis 50 Prozent ganze Trauben in den Gärbehälter – eine Technik, die auch Domaine Trapet in Gevrey praktiziert. Der Ausbau erfolgt 18 bis 20 Monate in Barriques, wobei der Neuholzanteil zwischen 20 und 50 Prozent variiert. Zeit übernimmt die Klärung: Die Weine ruhen lange genug, um ohne Make-up abgefüllt zu werden – transparent, schnörkellos, lagerfähig.

Fassausbau im historischen Keller der Domaine Bruno Clair

Sechste Generation am Werk

2010 stieg Sohn Edouard ein, 2018 folgten Margaux und Arthur. Jeder hat seine Rolle: Edouard kümmert sich um Weinberg und Vinifikation, Arthur leitet den Kellerausbau, Margaux organisiert Versand und Logistik. Die nächste Generation bringt behutsam Neuerungen: höhere Anteile ganzer Trauben, weniger Schwefel. Begrünung und Verzicht auf Herbizide sind längst Standard. Das Auftreten bleibt leise – die Nachfrage hoch, Allokationen knapp. Der Marsannay Les Longeroies zeigt, dass auch die Einstiegsweine Substanz haben. Am Ende zählt Konstanz im Glas – und genau darin liegt die Stärke des Hauses.

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