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Terres de Fagayra

Marjorie und Stéphane Gallet – das Paar hinter Roc des Anges – erzeugen auf Terres de Fagayra Süßweine, die jedes Vorurteil widerlegen. 2008 erwarben sie dreieinhalb Hektar in Maury mit 66 Jahre alten Reben auf Schiefer und Kalkschiefer. Biodynamisch, spontanvergoren, minimal geschwefelt: Vins Doux Naturels von ungewöhnlicher Frische.
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Das Maury-Projekt

Als Stéphane Gallet 2008 heimlich nach Weinbergen in Maury suchte, hatte er eine Vision: Vin Doux Naturel, der nicht nach Großmutters Likörschrank schmeckt. Seine Frau Marjorie, aufgewachsen in der Nähe der Côte-Rôtie und bereits eine gefeierte Winzerin bei Roc des Anges, war sofort dabei. Was sie fanden, übertraf ihre Erwartungen: Parzellen auf Schiefer und Kalkschiefer, wo kühlere Temperaturen und ausreichend Niederschlag ideale Bedingungen für elegante Süßweine schaffen.
Die dreieinhalb Hektar tauften sie „Les Terres de Fagayra“ – ein eigenständiges Projekt unter dem Dach von Roc des Anges, aber mit eigener Identität. Die Reben, durchschnittlich 66 Jahre alt, bringen gerade einmal 20 Hektoliter pro Hektar. Wenig Menge, viel Substanz – das Prinzip, das auch ihre trockenen Weine in Montner prägt.
Biodynamie ohne Kompromisse
Seit 2011 arbeiten die Gallets biodynamisch, zertifiziert durch Biodyvin. Die Trauben – Grenache Noir für die roten, Grenache Gris, Macabeu und Grenache Blanc für die weißen Süßweine – werden früh gelesen, um florale und zitrusartige Aromen zu bewahren. Im Keller herrscht gepflegter Minimalismus: Spontangärung in gebrauchten Holzfässern, kein Batonnage, keine Schönung, nur 30-50 ppm Schwefel bei der Abfüllung. Das Ergebnis: Weine, die trotz ihrer Süße straff und frisch bleiben.

Maury: Die unterschätzte Appellation
Maury liegt im Agly-Tal, geschützt von imposanten Kalksteinmassiven. Die Böden aus dunklem Schiefer speichern Wärme, während die Höhenlage und der Tramontane für kühle Nächte sorgen. Diese Bedingungen ergeben Süßweine, die nicht plump und schwer, sondern vibrierend und komplex sind. Die Gallets zeigen mit jedem Jahrgang, dass Maury mehr verdient als seinen Ruf als süßer Randbereich des Roussillon.
Ein Paar, zwei Domänen
Marjorie, geboren 1977 in Grenoble, und Stéphane aus der Normandie lernten sich an der Agronomie-Hochschule in Montpellier kennen – und verliebten sich beim Reiten. 2001 gründeten sie Roc des Anges mit gerade 23 Jahren. Heute bewirtschaften sie über 40 Hektar in Latour de France, dazu die Maury-Parzellen. Marjorie gilt als eine der talentiertesten Winzerinnen des Roussillon; ihre Weine vereinen katalanische Kraft mit burgundischer Finesse. Terres de Fagayra ist ihr Gegenentwurf zum trockenen Mainstream: Weine für Momente, die nach etwas Besonderem verlangen.
Hors d’Âge: Die Krone des Sortiments
Der Maury Tuilé Hors d’Âge vereint jahrelange Fassreife mit der Lebendigkeit, die diese Lage ermöglicht. „Tuilé“ beschreibt die ziegelrote Farbe, die durch oxidativen Ausbau entsteht; „Hors d’Âge“ bedeutet mindestens fünf Jahre Reife. Das Ergebnis erinnert an getrocknete Feigen, Walnüsse und Karamell – aber nie schwer, immer mit dem mineralischen Zug, den die Schieferböden verleihen. Ähnlich elegant arbeitet Mas Amiel, das andere große Haus in Maury.

