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Scarbolo

Seit 1982 schreibt die Familie Scarbolo Weingeschichte im Friaul. Das Weingut Scarbolo, einst von Valter gegründet, wird heute von seinen Kindern Lara und Mattia in eine neue Ära geführt. 2020 übernahmen die Geschwister das rund 30 Hektar große Gut in Lauzacco und stellten sofort auf biologische Bewirtschaftung mit biodynamischen Einflüssen um. Im Mittelpunkt steht der Pinot Grigio – eine Rebsorte, der Lara ihre volle Aufmerksamkeit widmet. Als Önologin mit Stationen bei Franz Haas und Vie di Romans weiß sie: Diese unterschätzte Traube verdient mehr als den industriellen Mainstream.
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Generationswechsel mit Folgen
Rund 40 Jahre lang hatte Valter Scarbolo das Weingut in den Friuli Grave aufgebaut – inklusive der legendären Trattoria La Frasca. Als seine Kinder 2020 die Leitung übernahmen, stellten sie alles auf den Kopf. Mattia, der zuvor in der New Yorker Finanzwelt gearbeitet hatte, kehrte zur heimischen Scholle zurück. Schwester Lara, ausgebildet in Udine und Bordeaux mit Erfahrung bei renommierten Weingütern wie Franz Haas und Vie di Romans, übernahm die Vinifikation. Gemeinsam verkleinerten sie den Betrieb um fast 50 Prozent und strafften das Sortiment radikal – ein mutiger Schritt, den auch Cà La Bionda im Valpolicella mit ihrer Fokussierung auf Qualität gegangen ist.

Die Rehabilitation des Pinot Grigio
Pinot Grigio gilt vielen als Massenware – nicht bei Scarbolo. Lara setzt alles daran, dieser Rebsorte „eine neue und hochwertige Bedeutung“ zu geben. Der Salvadi zeigt die klassische Seite: frisch, mineralisch, präzise. Der Pipinot hingegen überrascht mit kupferfarbener Ramato-Stilistik und intensiver Aromatik. Scarbolo gehört zu den Pionieren der Rückkehr zum traditionellen Ramato-Stil, den ihr XL schon in den frühen 2000er Jahren wiederbelebte.
Zeit als Qualitätsfaktor
Was Scarbolo von vielen anderen unterscheidet: Geduld. Die Weine reifen vier bis fünf Jahre, bevor sie auf den Markt kommen. Diese Zeit im Keller verleiht selbst vermeintlich einfachen Weinen wie dem Areore eine Tiefe und Komplexität, die man in dieser Preisklasse selten findet. Neben Pinot Grigio überzeugt auch der Refosco Peraria als kraftvoller Rotwein der Region.

Terroir der Grave
Lauzacco liegt in den Friuli Grave, unweit des Flusses Torre und der slowenischen Grenze. Die lehm- und kieselhaltigen Böden und das besondere Mikroklima zwischen Adria und Alpen sind ideal für den Weinbau. Während eine neue, hochmoderne Kellerei entsteht, bleibt die Philosophie dieselbe: handwerkliche Arbeit statt industrieller Standards. Wer Scarbolo trinkt, erlebt Pinot Grigio, wie er sein sollte – mit Charakter, Tiefgang und dem Mut, gegen den Strom zu schwimmen.






