Alle 3 Ergebnisse werden angezeigt
Lejeune

Ein Weingut Pommerol in Pommard – das hätte für Verwirrung gesorgt. Also blieb der Name Lejeune, obwohl längst die Familie Jullien de Pommerol die Geschicke führt. 1783 gegründet, wechselte das Gut über fünf Generationen stets von Tanten zu Nichten. Im ehemaligen Kloster der Bruderschaft Saint Sacrement, das nach der Revolution säkularisiert wurde, steht einer der ältesten offenen Holzbottiche Burgunds – umgeben von 17 Reifen aus weißer Birke. Hier werden Trauben noch mit den Füßen eingemaischt. Seit 2021 ist die Domaine bio-zertifiziert, seit 2023 führt Louis de Belleroche die 8,7 Hektar – mit Respekt vor der Tradition und dem Ehrgeiz, Pommards Premiers Crus in ihrer ganzen Tiefe zu zeigen.
Mehr über Lejeune
Vom Kloster zur Domaine: 240 Jahre Geschichte
Die Gebäude am Kirchplatz von Pommard gehörten einst der Confrérie du Saint Sacrement, einer religiösen Bruderschaft. Nach der Französischen Revolution 1793 als Kirchengut verkauft, erwarb Maxime Lejeune das Anwesen und baute es auf 50 Hektar aus. Erbteilungen reduzierten den Besitz auf sechs Hektar, bevor die Familie Jullien de Pommerol ihn wieder auf zehn Hektar erweiterte. François Jullien de Pommerol, Önologie-Professor am Lycée Viticole in Beaune, prägte das Weingut ab 1977 mit wissenschaftlicher Präzision und traditioneller Handarbeit. Sein Schwiegersohn Aubert Lefas führte diesen Kurs fort – mit einer Leichtigkeit, die den Weinen neue Eleganz verlieh.

Der älteste Holzbottich Burgunds
Im Keller der Domaine steht ein offener Holzbottich, umgeben von 17 Reifen aus weißer Birke – der älteste seiner Art in der gesamten Region. Hier findet die Gärung als macération semi-carbonique statt: 20 bis 40 Prozent ganze Trauben werden mit den Füßen eingemaischt, der Saft beginnt oberhalb der Maische zu vergären. Drei bis vier Wochen Kontakt, dann Ausbau in Fässern mit maximal 20 Prozent Neuholz. Weder Schönung noch Filtration, nur leichte Schwefelung. Der Pommard 1er Cru „Les Argillières“ zeigt diesen Stil exemplarisch: hochtönig, agil, mit faszinierend lebendiger Säure.
Drei Premiers Crus, drei Charaktere
Das Herzstück bilden drei Premier-Cru-Lagen: 1,4 Hektar in Les Argillières, 1,1 Hektar in Les Poutures und 0,25 Hektar in Les Rugiens Bas – letztere gilt als primus inter pares, das beste Terroir ganz Pommards. Der hohe Eisenoxidgehalt färbt den Boden rot und verleiht den Weinen ihre charakteristische Tiefe. Der Pommard 1er Cru „Les Poutures“ zeigt sich durch den höheren Lehmanteil voller und dunkler, während Les Argillières mit mineralischer Präzision kontrastiert. Beide vereint: die typische Erdigkeit Pommards, eingebettet in Frucht und elegantes Holz.

Bio-Anbau und ein neues Kapitel
Aubert Lefas begann früh, auf chemische Mittel zu verzichten. 2021 folgte die offizielle Bio-Zertifizierung. Nur Schwefel und Kupfer im Weinberg, indigene Hefen im Keller, minimaler Schwefeleinsatz bei der Abfüllung. Teile der Weinberge werden mit Pferden gepflügt – für weniger Bodenverdichtung und mehr „guten Bauernverstand“, wie es auf der Domaine heißt. 2023 übernahm Louis de Belleroche die Leitung. Die Philosophie bleibt: Pommard in seiner elegantesten Form, wo Erdigkeit und Lebendigkeit sich die Waage halten. Wer die Nachbarn wie Jean-Marc & Thomas Bouley kennt, weiß: Diese Ecke der Côte de Beaune ist Pinot-Noir-Land erster Güte.



