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Blacknose

Peter und Tino Lehner, Winzer von Blacknose auf Ibiza

Aus der Asche entsteht Neues. Als 2011 der schlimmste Waldbrand in Ibizas Geschichte über den Norden der Insel fegte, legte er jahrhundertealte Trockenmauern frei – und zwei Schweizer Brüder sahen ihre Chance. Blacknose heißt das Weingut, das Peter und Tino Lehner seitdem auf 320 Metern Höhe bewirtschaften: Ibizas höchster Weinberg. Der Name? Eine Hommage an die Walliser Schwarznasenschafe ihrer Heimat im Lötschental. Mit Syrah, Monastrell und Cabernet Sauvignon keltern sie hier biologisch zertifizierte Rotweine, die mediterrane Wärme mit alpiner Präzision verbinden.




Mehr über Blacknose

Wenn Asche zu Wein wird

Im Mai 2011 verursachte ein unvorsichtiger Imker mit seinem Räuchergerät das, was als schlimmste Feuerkatastrophe Ibizas in die Geschichte eingehen sollte. Über 1.500 Hektar Pinienwald verbrannten an einem einzigen Tag und einer Nacht, bis das Meer den Flammen Einhalt gebot. Für Peter und Tino Lehner, die seit 30 Jahren einen Teil des Jahres auf der Insel verbringen, hätte das der Anfang vom Ende sein können. Stattdessen wurde es ein Neuanfang: Die Flammen legten jahrhundertealte Trockensteinmauern frei, sogenannte „Muros Secos“, die einst Terrassen für die Landwirtschaft abstützten. Eine professionelle Bodenanalyse bestätigte, was die Brüder hofften – die Böden im Morna-Tal waren ideal für Weinbau. Also räumten sie das verkohlte Gestrüpp beiseite, restaurierten die historischen Steinmauern Stein für Stein und pflanzten ihre ersten Reben.

Heute bewirtschaften die Lehners 2,5 Hektar Weinberge auf 320 Metern Höhe, dazu 100 Olivenbäume. Es ist der höchste produzierende Weinberg Ibizas, und die kühlen Nächte auf dieser Höhe bewahren dem Wein seine Frische – trotz der mediterranen Sonne.

Reifende Trauben im Weinberg von Blacknose auf Ibiza

Walliser Wurzeln im Mittelmeer

Die Lehner-Brüder stammen aus dem Lötschental im Wallis, wo ihre Familie das Hotel Alpenclub in Engelberg betreibt. Ihr Herz schlägt für die großen Rotweine des Rhônetals – Châteauneuf-du-Pape, Walliser Syrah. Diese Leidenschaft haben sie nach Ibiza mitgebracht. Zwei Fünftel ihrer Reben sind Syrah, zwei Fünftel Monastrell, ein Fünftel Cabernet Sauvignon. Eine südfranzösische Cuvée unter spanischer Sonne.

Der Name Blacknose? Eine Verneigung vor den Schwarznasenschafen, jener halb wilden Rasse aus den abgelegenen Tälern oberhalb der Rhône. Mit ihrem markanten schwarzen Gesicht und dem zotteligen weißen Fell sind sie ein Symbol für die raue Schönheit des Wallis – und für die Verbindung der Lehners zu ihrer Heimat, auch wenn sie auf einer Mittelmeerinsel Wein machen.

Handwerk ohne Kompromisse

Nur wenige tausend Flaschen verlassen jährlich das Weingut. Die Trauben werden von Hand gelesen und selektiert, in Edelstahl vergoren, dann 12 Monate in gebrauchten französischen Barriques ausgebaut – und weitere 12 Monate auf der Flasche gereift. Mit 15 Prozent Alkohol ist der Blacknose Vino Tinto ein kraftvoller Wein, der seine Wärme aber elegant trägt: reife Frucht, mediterrane Gewürze, geschmeidige Tannine und – dank der Höhenlage – eine lebendige Säure, die alles zusammenhält.

Blacknose Vino Tinto de la Tierra Ibiza

Bio von Anfang an

Die Lehners haben von der ersten Rebe an biologisch gearbeitet. Seit 2021 folgen sie zusätzlich biodynamischen Richtlinien. Neben Wein produzieren sie Olivenöl aus ihren eigenen Bäumen und sogar Honig. Auf der Schwesterinsel Mallorca verfolgt Mesquida Mora einen ähnlich kompromisslosen Ansatz – die Balearen entwickeln sich zu einem Hotspot für ambitionierten, naturnahen Weinbau abseits des Massentourismus.

Wer den Blacknose in der Magnumflasche öffnet, spürt, dass hier keine Urlaubsromantik am Werk ist, sondern echte Überzeugung. Ein Wein, der von einem Waldbrand erzählt, von Schweizer Ausdauer und von der Kraft des Neubeginns.

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