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Barnert & Drewitz

Ein promovierter Geologe und ein Sommelier treffen sich im Corona-Lockdown. Das Ergebnis: Barnert & Drewitz, ein Weingut auf 0,5 Hektar terrassierten Steillagen an der Hessischen Bergstraße. Eric Barnert kartiert jeden Quadratmeter, Götz Drewitz bringt das Gespür des Sommeliers mit. Gemeinsam keltern sie alte Reben auf Granit, Diorit, Schiefer und Löss. Im Gewölbekeller von Schloss Schönberg entstehen Weine ohne Schminke: spontan vergoren, minimal geschwefelt, unfiltriert.
Mehr über Barnert & Drewitz
Wenn ein Geologe Wein macht
Eric Barnert sammelte über hundert Erstbegehungen in den Dolomiten und am Frankenjura, bevor er anfing, die Steillagen der Bergstraße zu kartieren. Sein Doktortitel in Geologie und ein preisgekröntes Buch über den Zusammenhang von Boden und Wein machen ihn zum perfekten Partner für ein Projekt, das Terroir beim Wort nimmt. Götz Drewitz wiederum kennt die Weine der Welt aus seiner Zeit als Sommelier und langjähriger Mitarbeiter bei einem Naturwein-Importeur. 2020, als die Welt stillstand, fragten sie Nico Brandner von Griesel Sekt, ob er Flächen wüsste. Er wusste.

0,5 Hektar, fünf Böden
Die Parzellen, die Barnert & Drewitz heute bewirtschaften, würden anderswo als Randlagen gelten. Hier, zwischen Bensheim und dem Odenwald, sind sie ein geologisches Kaleidoskop: Granitverwitterung, die im Sonnenlicht silbrig glitzert; Diorit, der Wärme speichert; Schiefer, der Riesling Biss verleiht; Flugsand und Löss für Fülle. Die alten Stöcke – manche über 40 Jahre – wurzeln tief in diesem Flickenteppich. Wer den Riesling Hemsberg trinkt, schmeckt kühle Mineralität; der Grauburgunder Terrassen zeigt cremige Tiefe mit salzigem Nachhall.
Handarbeit ohne Kompromiss
Die Steilheit erlaubt keine Maschinen. Jeder Rebschnitt, jede Lese erfolgt per Hand. Ökologischer Anbau ist selbstverständlich, auch ohne Zertifikat. Im Keller von Schloss Schönberg – demselben historischen Gewölbe, in dem auch Griesel Sekt reift – setzen Barnert & Drewitz auf Geduld statt Technik. Spontane Gärung, langer Hefeausbau, minimaler Schwefel, keine Filtration. Die Weine sind knochentrocken, mit knackiger Säure und einer Textur, die an nassen Kalkstein erinnert. Wer Ähnliches sucht, findet es bei Christmann in der benachbarten Pfalz – dort wie hier prägt Granit die mineralische Handschrift.

Die Bergstraße neu entdeckt
Während etablierte Winzer in der Region aufgeben, wagen Barnert & Drewitz den Gegenentwurf. Sie retten alte Spitzenlagen, die sonst brach fallen würden. Der Riesling „Fürst“ Limited Edition stammt aus einer solchen Parzelle – nur wenige hundert Flaschen, jede erzählt von Geduld und geologischem Verständnis. Für Eric Barnert, der seine Bergsteigerkarriere mit über hundert Erstbegehungen krönte, ist das Projekt logisch: „Manche Wege muss man selbst bahnen.“



