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Weinbrief ·

Sekt vom Champagnermeister

Preise und Verfügbarkeit: Stand 24. August 2025

31 Monate Hefelager. Biodynamik ohne Kompromisse. Christmann & Kauffmann machen Sekt, der still werden lässt.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

zwei Flaschen stehen vor mir, nummeriert wie Laborproben. N° 103, N° 204. Keine wohlklingenden Weinnamen, keine Marketingprosa. Nur Zahlen. Sehr elegante Zahlen wohlgemerkt.

Dahinter steckt das vielleicht spannendste Projekt der neueren Geschichte des deutschen Sekts: Ein VDP-Präsident, seine Tochter und ein Ex-Bollinger-Kellermeister beschließen, betont deutsche Sekte von Weltformat zu machen.

31 Monate Hefelager als Minimum. Biodynamik ohne Wenn und Aber. Keine Dosage. Das Ergebnis? Sekte, die beim Verkosten still werden lassen.

Christmann & Kauffmann – schon das Versprechen dieser Namen ließ 2019 die deutsche Weinszene aufhorchen. Es kam noch besser.

100er Riesling, 200er Burgunder

Das System ist genial einfach: Alle 100er-Nummern sind reinsortige Rieslinge, alle 200er Burgundercuvées. Die fortlaufende Nummerierung zeigt das jeweilige Degorgement. Klar und präzise.

Die Cuvée No. 103 aus 2020 – der dritte Riesling der Serie. Gletscherwasser trifft auf rosa Grapefruit, dazu diese irre Präzision am Gaumen. 32 Monate auf der Hefe haben eine Cremigkeit geschaffen, die mit der knackigen Rieslingsäure tanzt. Beim Besuch im Frühjahr war er noch verschlossen. Jetzt, ein Jahr nach Degorgement, beginnt er zu singen.

Die Cuvée No. 204 aus dem kühlen 2021er – Pinot Noir, Chardonnay, Pinot Blanc. Quitte trifft auf Jod, Brioche auf Meeresgischt. Stephan Reinhardt nennt sie die feinste der 200er Serie. James Suckling vergab 96 Punkte. Mit nur 12% Alkohol ein Fliegengewicht mit Schwergewichtspunch.

Buntsandstein trifft Perfektion

Die zwölf Hektar Toplagen kamen von einem benachbarten VDP-Weingut. Kalk- und Buntsandstein der Mittelhaardt. Erste Lagen, Große Lagen. Reben bis zu 36 Jahre alt. Alles biodynamisch, alles Demeter-zertifiziert.

Kauffmann bringt die Champagner-Expertise mit, aber nicht die Champagner-Attitüde. „We just make Sekt" – dieser selbstbewusste Understatement-Claim ist Programm. Keine Überheblichkeit, nur Handwerk auf höchstem Niveau.

Die Handlese mit 40 Helfern. Die spontane Vergärung im großen Holzfass. Die lange Hefelagerung. Jeder Schritt ist durchdacht, nichts dem Zufall überlassen. Und trotzdem – oder gerade deswegen – schmecken die Sekte lebendig, vibrierend, eigenständig.

 

Herzlich aus Berlin,

David und das Team von
Lebendige Weine

 

P.S.: Servieren Sie diese Sekte ordentlichen Weingläsern – das Zalto Universal gibt ihnen Raum zur Entfaltung. Die feinen Aromen brauchen Platz.