← Alle Weinbriefe  ·  Zum Shop  ·  Weinbrief abonnieren

Weinbrief ·

Sechs Große Sekte. Keine Dosage.

Preise und Verfügbarkeit: Stand 6. September 2026

Rund ein Prozent der deutschen Ernte wird Winzersekt. Sechs Flaschen aus Deutschland und Österreich, drei bis siebeneinhalb Jahre auf der Hefe, kein Gramm Zucker. Ca. 238 €.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

rund ein Prozent der deutschen Weinmosternte wird zu Winzersekt. Die Trauben kommen aus dem eigenen Weinberg, die zweite Gärung läuft in genau der Flasche, die Sie später öffnen, und danach passiert jahrelang nichts. Der jüngste dieser sechs Sekte hat drei Jahre auf der Hefe gelegen, der älteste siebeneinhalb.

Als Grundwein dient Riesling, in der Wachau Grüner Veltliner, im Rheingau Spätburgunder von kühlen Hängen. Jung sind solche Sekte spröde. Die Hefe legt über die Jahre Brotkruste unter den Apfel, die Frische bleibt stehen. So ein Sekt kann ein ganzes Essen begleiten.

Österreich verlangt für die Grosse Reserve die Gemeinde aufs Etikett, in der gelesen und gepresst wurde, deshalb steht auf Loimers Kamptaler Flasche Gumpoldskirchen. In Deutschland verlangt das niemand. Besondere Häuser schreiben den Ort trotzdem drauf.

Sechs Flaschen haben wir zusammengestellt, drei aus Österreich, drei aus Deutschland.

Gimmeldingen · Mittelheim · Pünderich · Mautern · Gumpoldskirchen · Langenlois

Ein Klick legt alle sechs in Ihren Warenkorb.
Einzelne können Sie dort weglassen oder tauschen.

Christmann & Kauffmann, Gimmeldingen

Mathieu Kauffmann hat dreizehn Jahre lang den Keller von Bollinger geführt und 2019 in Gimmeldingen mit Steffen Christmann noch einmal angefangen, biodynamisch von der ersten Lese an. Zwei Drittel der Reben sind Riesling. Zwischen Lesekiste und Presse dürfen höchstens dreizehn Minuten liegen, weil der Weg der Trauben über die Qualität entscheidet.

Christmann & Kauffmann Cuvée No. 103 Sekt Brut Nature

Cuvée No. 103 Sekt Brut Nature

Riesling · Pfalz · ca. 38 €

Der Grundwein von 2020 lag zu zwei Dritteln im Fuder. In der Nase hält sich der Riesling noch zurück, am Gaumen wird er saftig und zupackend, die Säure sitzt fest, das Mousseux ist noch unruhig. Öffnen Sie ihn, während Sie den Tisch decken.

Zum Sekt →

Peter Jakob Kühn, Mittelheim

Im Rheingau macht Peter Jakob Kühn seinen Sekt ausgerechnet aus Spätburgunder, gelesen in Mittelheim und den Höhenlagen von Hallgarten. Das Haus arbeitet biodynamisch, die Flasche liegt vier Jahre auf der Hefe.

Peter Jakob Kühn Blanc de Noirs Sekt Brut Nature 2020

Blanc de Noirs Sekt Brut Nature 2020

Spätburgunder · Rheingau · ca. 29 €

Hefig fängt er an, dann kommt die Würze der roten Traube und ein pfeffriger Zug, straff und lang. 94 Falstaff-Punkte. Am Tisch tippt niemand auf Spätburgunder.

Zum Sekt →

Clemens Busch, Pünderich

An der Mosel lässt Clemens Busch den Grundwein erst zwei Jahre im Holzfass liegen, bevor die Flaschengärung beginnt. Er arbeitet seit 2005 biodynamisch, seine Reben stehen zum größten Teil in der Pündericher Marienburg. Der 2013er ist die reifste deutsche Flasche bei uns.

Clemens Busch Riesling Sekt Brut Nature Reserve 2013

Riesling Sekt Brut Nature Reserve 2013

Riesling · Mosel · ca. 35 €

Es riecht nach reifem Apfel und Orange, darunter liegen Brotkruste und Salz. Die Säure sitzt genau, der Abgang bleibt lang und würzig. Dazu Austern oder gereifter Comté.

Zum Sekt →

Nikolaihof, Mautern

Der Nikolaihof in Mautern arbeitet seit 1971 biodynamisch, als einer der ersten Betriebe überhaupt. Sein Sekt ging im Juni 2021 in die Flasche und wurde erst im November 2024 degorgiert, nach 41 Monaten auf der Hefe.

Nikolaihof Brut Nature

Brut Nature

Grüner Veltliner, Chardonnay, Zweigelt · Wachau · ca. 31 €

Reifer Apfel und Marille über Brotkruste, mit Luft kommen rote Früchte und wilde Kräuter dazu. Am Gaumen bleibt er saftig, die Perlage lebt. Dazu geröstete Karotten oder Garnelen mit Pesto.

Zum Sekt →

Loimer, zwei Adressen

Fred Loimer stellte Langenlois 2006 auf Biodynamie um und gründete respekt-BIODYN mit. In Gumpoldskirchen, achtzig Kilometer weiter südlich am Fuß des Anninger, wurzeln seine Reben auf Meeressediment mit alpinem Kalkschotter. Die Grosse Reserve 2014 aus Langenlois füllte er im Dezember 2015 ab und degorgierte sie erst im Mai 2023, nach neunzig Monaten auf Hefe.

Loimer Gumpoldskirchen Grosse Reserve Blanc de Noirs Brut Nature

Gumpoldskirchen Grosse Reserve Blanc de Noirs Brut Nature

Pinot Noir, St. Laurent, Zweigelt · Thermenregion · ca. 43 €

Haferkeks und Früchtebrot steigen aus dem Glas, am Gaumen folgen Apfelkompott und getrocknete Dattel, dazu Limette und ein salziges Finale. Dazu Rindertatar oder ein Pilzrisotto.

Zum Sekt →

Loimer Langenlois Grosse Reserve Blanc de Blancs Brut Nature 2014

Langenlois Grosse Reserve Blanc de Blancs Brut Nature 2014

Chardonnay, Weißburgunder, Grauburgunder · Kamptal · ca. 62 €

Zuerst riechen Sie Brioche und Bienenstich, dann kommen Orangengelee und Nougat über einer pikanten Säure, und der Abgang bleibt zitronig und lange salzig. Heben Sie ihn für einen Abend auf, an dem das Essen Nebensache bleibt.

Zum Sekt →

Womit fangen Sie an?

Alle sechs kommen auf acht bis zehn Grad und in ein Weißweinglas, die beiden ältesten vertragen etwas Luft. Von der Grossen Reserve 2014 stehen einundfünfzig Flaschen bei uns.

1× Christmann & Kauffmann No. 103 → Gimmeldingen, Riesling
1× Kühn Blanc de Noirs 2020 → Mittelheim, Spätburgunder
1× Busch Reserve 2013 → Pünderich, der älteste
1× Nikolaihof Brut Nature → Mautern, 41 Monate
1× Loimer Gumpoldskirchen → Thermenregion, Kalkschotter
1× Loimer Langenlois 2014 → das Finale, neunzig Monate

Kleiner geht auch, mit Nikolaihof, Christmann & Kauffmann No. 103 und Loimer Gumpoldskirchen, drei Sekte für ca. 112 €.

Wir führen knapp vierzig deutsche und österreichische Sekte, der günstigste ohne Dosage ist ein Pinot Rosé von Andres & Mugler für ca. 20 €.

Alle Sekte ansehen →

Herzliche Grüße aus Berlin,

Lisa und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Ein siebtes Glas hätten wir noch. Die Gimmeldinger Meerspinne 2020 von Christmann & Kauffmann stammt von Chardonnay-Reben aus dem Jahr 1995, 54 Monate auf der Hefe. Sie riecht nach Feuerstein und Muschelschale, mit Luft kommen Lindenblüte und weißer Tee dazu. Ca. 79 €, 102 Flaschen.