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Weinbrief ·

Grenache in drei Farben

Preise und Verfügbarkeit: Stand 30. August 2026

Die Reben, für die sich das Roden nicht lohnte: sechs Grenache in drei Farben, von Navarra bis Châteauneuf-du-Pape, zum Tag der Sorte am 18. September. Ca. 230 €.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

um 2000 war Grenache die zweithäufigste Rebsorte der Welt. 2016 stand sie auf Platz sieben, und in Spanien war fast die Hälfte der Garnacha-Fläche verschwunden. Brüssel zahlte fürs Roden, und wer umstellen wollte, bekam Geld für die neue Rebe. Auf dem flachen, fetten Land, wo die Garnacha viel trug und nach wenig schmeckte, nahmen die Winzer das Geld, und an ihre Stelle kamen Tempranillo, Cabernet und Syrah, oder eben nichts.

Stehen blieb, was sich nicht lohnte: Buschreben auf weißem Kalk, Granitsand auf achthundert Metern, Schieferhänge, auf denen Maultiere pflügen. Genau dort wird sie gut, mit wenig Farbe im Glas, viel Duft, Himbeere und Thymian, und einem Tannin, das man eher fühlt als schmeckt. Seit 2011 hat die Sorte einen eigenen Tag, den dritten Freitag im September, dieses Jahr den 18., und dazu stehen sechs davon im Paket, fünf von solchen Hängen zwischen Navarra und dem Roussillon, in allen drei Farben: Noir, Blanc und Gris, und ein sechster aus Châteauneuf-du-Pape, wo die Sorte nie in Gefahr war.

Navarra · Gredos · Priorat · Montsant · Roussillon · Châteauneuf‑du‑Pape

Ein Klick legt alle sechs Weine auf einmal in Ihren Warenkorb. Dort können Sie einzelne Weine weglassen oder tauschen, auch aufstocken, es ist ein Vorschlag, kein geschlossenes Set. Im Schnitt sind das gut achtunddreißig Euro je Wein.

Artazu

Über dem Dorf Artazu, im atlantischen Norden Navarras, stehen Buschreben auf weißem Kalk, bis auf sechshundert Meter hinauf, verteilt auf fünfzehn kleine Parzellen, und in den ältesten wurzeln Stöcke, die die Reblaus überlebt haben. Zu bewirtschaften ist das nur von Hand.

Juan Carlos López de Lacalle, der in der Rioja Artadi aufgebaut hat, kaufte die verfallene Genossenschaft des Dorfes und bewirtschaftet die Parzellen biologisch. Der Santa Cruz ist die Auslese daraus, rund ein Jahr im 500-Liter-Fass.

Artazu Santa Cruz de Artazu 2020

Santa Cruz de Artazu 2020

Garnacha · Navarra · ca. 40 €

Rote Kirsche, Hagebutte, Thymian, etwas Rauch. Straff gebaut, das Tannin kreidig, und der Wein bleibt kühl bis zum Schluss. Dazu Kaninchen vom Grill und Piquillo-Paprika.

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Jiménez-Landi

Weiter nach Süden. Piélago heißt der Berg über El Real de San Vicente in der Sierra de Gredos, westlich von Madrid, und Piélago heißt der Wein, den die Familie Jiménez-Landi von seinen Hängen holt, Garnacha von alten Stöcken auf Granitsand, achthundert Meter hoch, nach eigener Angabe seit 1963 ökologisch bewirtschaftet. Aus diesem Haus stammt Daniel Jiménez-Landi, der mit Comando G die Garnacha dieser Berge über Spanien hinaus bekannt gemacht hat.

Der Piélago wird mit allen Stielen vergoren und bleibt je nach Parzelle bis zu vierzig Tage auf der Maische. Im Glas ist er hell, mehr Farbe gibt die dünne Schale der Sorte nicht her, und trotzdem stehen 14,5 Prozent auf dem Etikett, denn in dieser Höhe reift die Garnacha langsam, und die Säure bleibt dabei stehen.

Jiménez-Landi Piélago 2021

Piélago 2021

Garnacha · Sierra de Gredos · ca. 35,50 €

Seidig, das Tannin fein gekörnt, darüber Waldhimbeere, Granatapfel und Orangenzeste, die pfeffrige Würze der Stiele und warmer Granit. Eine halbe Stunde im Kühlschrank, dann ist er der Rote für den Septemberabend draußen.

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Familia Nin Ortiz

Vom Granit in den Schiefer: Über Porrera im Priorat ziehen Maultiere den Pflug, weil die Terrassen nichts anderes zulassen. Ester Nin und Carles Ortiz haben ihr Gut von Anfang an so angelegt, und auf jedem Korken steht, dass hier vom ersten Tag an biodynamisch gearbeitet wurde. Ester Nin kam über Mas Martinet und Clos i Terrasses hierher, Carles Ortiz brachte die Finca Les Planetes am Ortsrand mit.

Die Terrassen der Planetes sind die jungen Reben des Hauses, gepflanzt, als anderswo in Spanien Garnacha ausgerissen wurde. Von ihnen kommt der Planetes, Garnatxa und Carinyena mit etwas Garnatxa Peluda, überwiegend als ganze Trauben vergoren, anderthalb Jahre im großen Holz und in der Amphore, ohne Schwefel bis zur Füllung.

Familia Nin Ortiz Planetes 2019

Planetes 2019

Garnatxa, Carinyena · Priorat · ca. 39 €

Brombeere und Sauerkirsche, Lorbeer, ein eiserner Zug vom Schiefer. Saftig, feines Tannin, die Würze hält lange nach dem Schluck. Der Wein will Fleisch am Knochen.

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Alfredo Arribas

Gleich hinter der Grenze des Priorat, im Montsant, wechselt die Farbe. Zwischen Masroig und Marçà stehen alte Stöcke Garnatxa Blanca, dazu eine Parzelle der grauen, und von dort kommt der Trossos Sants. Alfredo Arribas war Architekt in Barcelona, bevor er hier Wein machte. Das Gut aus Cortenstahl und Bruchstein hat er selbst gezeichnet.

Der Trossos Sants wird im Stahl vergoren und bleibt nur ein paar Monate liegen, ein Drittel davon im großen Holzfass, damit die weiße Frucht vorn bleibt.

Alfredo Arribas Trossos Sants 2023

Trossos Sants 2023

Garnatxa Blanca · Montsant · ca. 24 €

Pfirsich und Birne, Mandel und Kamille, dazu etwas Wachs, am Ende salzig und leicht bitter wie Mandelhaut. Kalt zu gegrilltem Oktopus oder einer Fideuà.

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Roc des Anges

„Manchmal will er nicht reden, wenn er jung ist“, sagt Marjorie Gallet über diesen Wein, „wie eine Auster.“ Stéphane, mit dem sie das Gut seit 2008 führt, nennt ihn einen Wein für Leute, die Zeit haben. Die beiden arbeiten in Montner im Roussillon, nördlich der Pyrenäen, auf Schiefer rund um den Força Réal, seit 2011 biodynamisch. Iglesia Vella heißt die Parzelle am Nordhang, nach einer Kirche, die dort oben längst verschwunden ist.

Die Stöcke sind Grenache Gris aus einer Massenselektion von Reben, die 1954 gepflanzt wurden, und sie geben fünfzehn Hektoliter vom Hektar. Ganze Trauben in die Presse, Spontangärung im Holz ohne Schwefelzugabe, dann langes Liegen.

Roc des Anges Iglesia Vella 2021

Iglesia Vella 2021

Grenache Gris · Roussillon · ca. 39 €

Quitte und Bienenwachs, darunter nasser Schiefer, die Säure klar. Schlank, straff und salzig. Eine Stunde vorher öffnen, und was übrig bleibt, ist am nächsten Abend noch besser.

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Domaine de Marcoux

Der letzte Wein kommt von dort, wo die Sorte nie einen Namen brauchte. In Châteauneuf-du-Pape ist Grenache die Hauptsorte fast jeder Flasche, auf dem Etikett steht die Appellation, und was der Sorte anderswo die Höhe gerettet hat, hat ihr hier der Name gerettet. Ein Hektar Châteauneuf war zu jeder Zeit mehr wert als die Prämie fürs Roden.

Sophie Armenier führt die Domaine de Marcoux mit ihrem Sohn Vincent Estevenin, achtzehn Hektar in der Appellation, seit 1991 biologisch und mit den biodynamischen Präparaten bewirtschaftet. Die Familie ist 1344 in den Steuerregistern von Avignon verzeichnet. Ihr Châteauneuf kommt aus Parzellen quer durch die Appellation, Sand, Kalkmergel und roter Ton, überwiegend Grenache, dazu Mourvèdre, Syrah und Cinsault. Der Aprilfrost 2021 kostete das Gut rund die Hälfte der Grenache-Ernte, und die längere, kühlere Saison hat dem Jahrgang Feinheit gegeben.

Domaine de Marcoux Châteauneuf-du-Pape 2021

Châteauneuf-du-Pape 2021

Grenache, Mourvèdre, Syrah · Châteauneuf‑du‑Pape · ca. 53 €

Himbeere und Kirschgeist, Thymian, ein wenig Lavendel. Mittleres Gewicht, seidiges Tannin, die Frische trägt den Abgang. Trinkt sich jetzt und hält zehn Jahre.

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Ready for Grenache-Day?

Der Brief folgt der Landkarte, das Glas folgt der Farbe: Der Weiße und der Graue gehören auf zehn, zwölf Grad, der Piélago eine halbe Stunde in den Kühlschrank, die drei anderen auf sechzehn, siebzehn. Zimmertemperatur ist im September zu warm. Der erste davon gehört auf den 18. September, den Tag der Sorte.

1× Artazu Santa Cruz de Artazu 2020 → Kalk und Reblaus-Überlebende, Navarra
1× Jiménez-Landi Piélago 2021 → Granit, Gredos, alle Stiele
1× Nin Ortiz Planetes 2019 → junge Terrassen im Priorat, ohne Schwefel
1× Arribas Trossos Sants 2023 → die weiße Garnatxa, Montsant
1× Roc des Anges Iglesia Vella 2021 → die graue, Roussillon
1× Marcoux Châteauneuf-du-Pape 2021 → das Finale, Sand und roter Ton

Kleiner anfangen geht auch: Piélago, Trossos Sants und Iglesia Vella, einer je Farbe, ca. 98 €.

Trio in drei Farben · 3 Weine · ca. 98 € →

Wir führen gut achtzig Weine mit Grenache, vom Côtes du Rhône für kleines Geld bis zu den alten Stöcken des Guix Vermell aus dem Montsant.

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Herzliche Grüße aus Berlin,

Lisa und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Das siebte Glas. Von Marcoux gibt es die Vieilles Vignes 2021, reiner Grenache von Stöcken aus den Jahren 1900 bis 1959, rund 4.000 Flaschen. Staubige Erde, schwarze Kirsche, Lakritz und Garrigue, das Tannin wie Kaschmir, 94 Punkte Wine Advocate, 96 Wine Spectator. Trinkreif ab jetzt und bis Mitte der Dreißigerjahre. Ca. 137,50 €.