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Weinbrief ·

ROSÉ für Profis — von der Ahr bis nach Sizilien

Preise und Verfügbarkeit: Stand 23. Mai 2026

12 Nerd-Rosés zwischen Provence und Ätna — Bandol-Tiefe, Champagner-Solera, Sankt-Laurent-Purpur  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

für Sie als Rosé-Profi haben wir heute 12 Nerd-Rosés vorbereitet: von der provenzalischen Klassik bis zu Ätna-Raritäten. 12 Rosés von der Ahr bis nach Sizilien.

Darunter: eine biodynamische Champagner-Solera, die jeden Jahrgang seit 2008 mitführt, und ein Sankt Laurent, drei Jahre auf der Vollhefe gereift, der den Rosé-Begriff fast verlässt.

Damit gibt's zwei 6er-Pakete: Einstieg (ca. 102 €) und Klassik (ca. 225 €). Im Warenkorb lassen sich einzelne Flaschen tauschen oder quer über die Stufen kombinieren.

Provence · Korsika · Champagne · Italien · Vulkan · Pannonien · Norden

Die Pakete

Beide Pakete legen alle sechs Flaschen mit einem Klick in den Warenkorb. Von dort lassen sich einzelne Weine tauschen, rausnehmen oder kombinieren — auch quer über die zwei Stufen.

1 · Provence — Höhe und Mergel

Zwei Provence-Adressen mit klarer Geografie. Aix oben auf 380 Metern, kühl und kreidig. Bandol am Meer, auf einem Boden, den es so nur dort gibt. Beide ernsthaft — als Aperitif wie am Tisch.

380 m

Château Revelette Rosé 2024

Einstieg · ca. 14 €

Revelette Rosé 2024

Schwedische Familie auf 380 Metern Nordhang im Trévaresse-Plateau — die kühlere, kreidigere Seite der Provence.

Cinsault, Grenache und ein Schuss Cabernet vom 380-Meter-Nordhang, in der Reifeperiode drei bis fünf Grad kühler als Aix unten im Becken. Bio seit 1979. Kurz angemaischt, direkt gepresst. Im Glas ein dunkles Granatkern-Rosa. In der Nase Wildkirsche und Wacholder, am Gaumen knochentrocken mit einem kreidigen Schluss. Zu Lammkoteletts mit Rosmarin oder kalt gebratenem Huhn — auch zur ersten Stunde mit gesalzenen Mandeln und Tapenade.

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Trias-Mergel

Pibarnon Rosé Nuances 2022

Klassik · ca. 45 €

Pibarnon Rosé Nuances 2022

Bandols ernsthaftester Rosé — granatfarben, fast Hellrotwein, von den höchsten Restanques auf blauem Trias-Mergel.

La Cadière-d’Azur, 300 Meter über dem Meer. Mourvèdre-dominiert, kurz angemaischt, direkt gepresst. Im Glas granatrot, mit der Tiefe eines jungen Hellrotweins. In der Nase Hibiskus und Macchia, ein Hauch Tabak. Am Gaumen Struktur, fast tanninische Festigkeit, dahinter die salzige Tiefe vom Meer zwei Kilometer weiter unten. Mit gegrilltem Thunfisch oder Bouillabaisse hält er stand — bei einem Apero mit fetten Oliven und Pata Negra genauso.

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2 · Korsika und Champagne

Granitsand und Kreide, Stillwein und Schaumwein. Was die beiden verbindet, ist nicht die Geografie, sondern die Haltung: zwei Adressen, die das jeweilige Genre eher dehnen als bedienen.

Reben von 1963

Abbatucci Faustine Vieilles Vignes 2024

Einstieg · ca. 24 €

Abbatucci Faustine VV 2024

Die korsische Adresse, die die eigenständigen Inselsorten zurückgepflanzt hat — Sciaccarellu und Barbarossa von Reben aus 1963.

Casalabriva in Süd-Korsika, Granitsand der Taravo-Mündung. Sciaccarellu mit Barbarossa, direkt gepresst nach kurzer Maische. Jean-Charles Abbatucci hat mit der Università di Corsica die genetisch eigenständigen Inselsorten katalogisiert und zurückgepflanzt; Faustine ist sein Rosé-Einstieg in dieses Projekt. Im Glas zwiebelschalenfarben, in der Nase Blutorange und Pfirsich, dazu Macchia-Kräuter. Am Gaumen pfeffrige Wärme über einer salzigen Tiefe. Zu Lammtagine oder Brocciu-gefüllten Auberginen — als Apero mit gerösteten Mandeln und Coppa genauso.

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Solera seit 2008

Bonnet-Ponson Cuvée perpétuelle Rosé RO22AB

Klassik · ca. 54 €

Bonnet-Ponson Cuvée perpétuelle Rosé

Die Champagne als Solera gedacht — jeder Jahrgang seit 2008 noch in jeder Flasche, Premier Cru aus der westlichen Petite Montagne.

Coulommes-la-Montagne, biodynamisch seit 2010, Cyril Bonnet führt das Gut heute. Die Cuvée perpétuelle ist eine fortgeschriebene Reserve: jedes Jahr wird zur Hälfte abgezogen, der Rest mit dem aktuellen Jahrgang aufgefüllt. Im Glas die Tiefe von fünfzehn Jahrgängen, ohne dass einer dominiert. Brut Nature, also ohne Dosage — daher die geradlinige Säure. In der Nase Apfel und Brioche, Kalk im Nachhall. Zu Räucherlachs und Austern, zu Bresse-Huhn am Sonntag — als Apero mit Pata Negra und gerösteten Haselnüssen.

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3 · Italien — Adria-Hellrotwein und Toskana-Syrah

Cerasuolo d’Abruzzo ist offiziell Rosato, im Glas eher leichter Rotwein: lange Maische, Granatfarbe, sichtbar Tannin. An der Costa Toscana zeigt Duemani, was Syrah als Rosé kann — eine Sortenwahl, die unter den ernsthaften italienischen Rosés fast keiner wagt.

Terrakotta-Tinaja

Cirelli Cerasuolo d’Abruzzo Amphora 2023

Einstieg · ca. 20 €

Cirelli Cerasuolo Amphora 2023

Abruzzen-Rosato, der den Rosé-Begriff Richtung Hellrotwein dehnt — Montepulciano, acht Monate in eingegrabener Terrakotta gereift.

Atri im Hügelland, gut 20 km von der Adria, Blick auf den Gran Sasso. Montepulciano mit knapp einem Tag Maischestand, dann acht Monate in eingegrabene Terrakotta-Tinajas. Im Glas tiefes Kirschrot, transparent. In der Nase Mieze-Schindler-Erdbeere, dazu Amarenakirsche und ein Hauch Tabak. Am Gaumen Saft, leichtes Tannin und eine erdige Wärme, die an junge Cru-Beaujolais erinnert. Zu Lammragù mit Pappardelle, zu gegrilltem Thunfisch — leicht gekühlt zu Bruschetta und Salami als Apero.

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Syrah pur

Duemani Si Rosé Costa Toscana 2024

Klassik · ca. 34 €

Duemani Si Rosé 2024

Die Toskana-Adresse, die Syrah als Rosé interpretiert — eine Sortenwahl, die im italienischen Genre fast keiner wagt.

Castagneto-Riparbella an der Costa Toscana, Galestro mit Kalkadern, biodynamisch von Anfang an. Luca d’Attoma führt Duemani konsequent ohne Kompromisse. Reinsortiger Syrah, direkt gepresst — was sonst Tinten-Rotwein gibt, wird hier zarte, granatfarbene Flüssigkeit mit Struktur. In der Nase weißer Pfeffer und Zeder, dazu Granatapfel. Am Gaumen mehr Skelett als Frucht. Zu mediterranen Fischsuppen, zu Wildschweinragù mit Pici — zum Apero mit Olivenöl, Sardellen und Brot.

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4 · Vulkan — Lipari und Ätna

Zwei sizilianische Vulkanlandschaften, zwei Höhen, zwei Sortenwelten. Lipari direkt am Meer mit Corinto Nero auf Kaolin und Asche. Der Ätna im Bosco di Bronte auf 1300 Metern, mit einem Mischsatz wurzelechter Inselsorten — die Phylloxera kam hier nie hoch.

Kaolin + Asche

Castellaro Rosa Caolino 2024

Einstieg · ca. 17 €

Castellaro Rosa Caolino, Lipari 2024

Wein vom Vulkan mit Sicht auf den nächsten — Lipari macht Rosé aus Corinto Nero und Nero d’Avola auf Kaolin und Asche.

Äolische Inseln, vor dem rauchenden Stromboli. Corinto Nero — die autochthone Lipari-Sorte — mit einem Anteil Nero d’Avola, direkt gepresst, spontan vergärt. Im Glas lachsrosa mit kupfernem Schimmer. In der Nase Weinbergspfirsich und Rhabarber, dazu Wacholder. Am Gaumen eine vulkanische Salzigkeit, die man auf Lipari auch in der Luft schmeckt — das Meer liegt 300 m unter dem Weinberg. Zu Sardinen, zu Caponata, zu sizilianischer Pizza mit Anchovis — kühl als Apero in der Abendsonne.

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1300 m wurzelecht

Foti Vinudilice 2024 Ätna

Klassik · ca. 36 €

Foti Vinudilice Ätna 2024

Wein von 1300 Metern Höhe — die höchsten wurzelechten Reben Europas, Ätna-Nordhang.

Bosco di Bronte, alter Mischsatz aus Alicantello, Grecanico Nero und Minnella Nera — alles Inselsorten, alles wurzelecht, weil die Phylloxera die Höhe nie überwand. Salvo Foti hat den autochthonen Weinbau am Ätna fast im Alleingang lebendig gehalten. Blass im Glas, in der Nase Bergrose und Lavasplitt, dahinter Erdbeere. Am Gaumen eine Säurelinie wie ein Riesling — die 1300 Meter sind im Glas. Zu rohem Fisch, zu hellem Fleisch — als Apero mit Caciocavallo und gerösteten Pistazien.

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5 · Pannonien — Neusiedlersee und Weinviertel

Pannonisches Klima, warmer Osten Österreichs. Zwei Adressen, die seit zwei Jahrzehnten den österreichischen Naturweinbau prägen — mit zwei sehr verschiedenen Antworten auf die Frage, wie ein Rosé ohne (oder fast ohne) Schwefel klingt.

Naturwein-Cuvée

Heinrich naked rosé 2024

Einstieg · ca. 12 €

Heinrich naked rosé 2024

Die Adresse, die mit der Pannobile-Gruppe das österreichische Naturwein-Burgenland geprägt hat — Demeter seit langem, ein Sommer-Rosé für jeden Tag.

Neusiedlersee, eine Cuvée aus Zweigelt, Sankt Laurent und Blaufränkisch, direkt gepresst, spontan vergoren, minimal geschwefelt nur bei der Füllung. Gernot und Heike Heinrich sind Mitbegründer von Pannobile. 12 % Alkohol, lachsrosa, in der Nase Erdbeerblatt und Johannisbeere. Am Gaumen knackig, fast tänzerisch — ein Rosé, der den ganzen Sommer hält, ohne anstrengend zu werden. Zu Tafelspitz mit Apfelkren, zu Fischsuppe — auch zu Salzstangen am Rand des Pools.

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3 Jahre Vollhefe

Zillinger NUMEN Sankt Laurent Rosé 2021

Klassik · ca. 32 €

Zillinger NUMEN Sankt Laurent 2021

Der wahrscheinlich kompromissloseste Naturwein-Rosé Österreichs — Sankt Laurent, drei Jahre auf der Vollhefe im großen Holz, dichtes Purpur im Glas.

Weinviertel, biodynamisch seit 2008. Sankt Laurent — die österreichische Pinot-Verwandte, dünnschalig, früh reifend. Maischegärung in Amphoren, dann drei Jahre Vollhefe in Akazien- und Eichenfass, ohne Filtration. In der Nase Sauerkirschkern und Sternanis, dazu Holunder. Am Gaumen Hagebutte, Rote Bete und eine wachsige Hefenote über einer geradlinigen Säure. Zu Wildgerichten, zu Entenbrust mit Rotkohl — als Apero zu reifem Bergkäse und Brotzeitbrot.

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6 · Norden — Ahr und Bozen

Spätburgunder vom Schiefer-Steilhang, Lagrein vom Quarzporphyr. Zwei nördliche Rosés mit mehrtägiger Maische, dunkel im Glas, ernsthaft am Gaumen.

Schiefer + Löss

Bertram-Baltes Handwerk Rosé 2023

Einstieg · ca. 15 €

Bertram-Baltes Handwerk Rosé 2023

Die Ahr-Avantgarde — Spätburgunder vom Devon-Schiefer, sieben bis zehn Tage Maische, dunkel im Glas und ernst am Gaumen.

Kleine Parzellen zwischen Marienthal und Dernau auf Unterdevon-Schiefer mit Lösslehm-Auflage. Spätburgunder mit sieben bis zehn Tagen Maische — daher die Farbtiefe. Julia Bertram und Benedikt Baltes haben sich in den letzten Jahren zu einer der konsequentesten jungen Adressen der Ahr entwickelt. 12,5 % Alkohol, im Glas eine fast pinkfarbene Klarheit, in der Nase Himbeere und Veilchen, dazu feiner Tabak. Am Gaumen ein devon-mineralischer Strich, der sich auch in den Roten der Ahr findet. Zu Maishuhn, zu Sushi — auch als Apero zu Tatar und Roastbeef-Carpaccio.

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Quarzporphyr

Pranzegg Demian Vino Rosato 2022

Klassik · ca. 24 €

Pranzegg Demian Rosato 2022

Bozens biodynamische Hand — Lagrein vom Quarzporphyr, mehrtägige Maische, im italienischen Sinne ein Rosato Richtung Hellrotwein.

Bozner Westhang oberhalb von Gries, Quarzporphyr-Verwitterung. Lagrein mit mehrtägiger Maische — ein Rosato im italienischen Sinn, fast Hellrotwein. Martin Gojer arbeitet biodynamisch, alles spontan, lange auf der Vollhefe im großen Holz. In der Nase Erdbeere und Veilchen, am Gaumen eine alpine Kühle und ein leiser Tannin-Strich. Zu Speck und Schüttelbrot, zu Cassoulet — auch zu einer langen Brettljause als Apero auf der Terrasse.

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Die Pakete

Lieber selbst stöbern?

Die vollständige Rosé-Auswahl umfasst aktuell rund achtzig Flaschen — Still- wie Schaumweine, vom Petite Nymphe aus dem Languedoc bis zur Larmandier-Bernier Rosé de Saignée Premier Cru.

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Herzliche Grüße aus Berlin,

David & das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Für alle zwölf passt das Zalto Universal — Champagner wird heute meist aus dem Weißweinglas getrunken, der Pibarnon braucht Volumen, das Universal kann beides.