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Weinbrief ·

Burgund & Loire – Neuigkeiten

Preise und Verfügbarkeit: Stand 16. Mai 2026

Guiberteau, Pierre & Louis Trapet, Hubert Lignier, Sirugue-Noëllat — und was sonst noch eintraf.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

Es kommt nicht oft vor, dass wir vier Weingüter auf einmal ins Sortiment nehmen — und ehrlich gesagt konnten wir es bei diesen vier kaum erwarten, Ihnen davon zu erzählen.

Ein Winzer, der sein Jurastudium hinwarf, um einen vergessenen Kalkhügel zurückzuholen. Zwei Brüder, deren Eltern in Gevrey-Chambertin Grand Cru keltern. Ein Haus aus Morey-Saint-Denis, dessen berühmtester Wein aus Reben von 1955 stammt. Und ein Paar, dessen Weinberg an Cros Parantoux grenzt — an Henri Jayers Parzelle.

Vier neue Adressen aus Burgund und der Loire, alle in den vergangenen Wochen bei uns eingetroffen.

Hier sind sie — und am Ende ein Blick auf das, was sonst noch ankam: von den Eltern der Trapet-Brüder bis zu frischem Sancerre.

Guiberteau — Loire, Saumur

Der Hügel von Brézé bei Saumur war im 19. Jahrhundert berühmt, dann geriet er fast vollständig in Vergessenheit. Romain Guiberteau gehört zu den Adressen, die ihn zurückgeholt haben. Er war auf dem Weg, Jurist zu werden, als er sein Studium hinwarf und die seit zwei Jahrzehnten verpachteten Familienreben Parzelle für Parzelle zurückverhandelte. 1996 füllte er den ersten eigenen Jahrgang ab.

Sein Lehrmeister war Nady Foucault von Clos Rougeard — jenem Gut, das Saumur überhaupt erst wieder auf die Landkarte der großen Weine setzte. Knapp neunzehn Hektar, über die Hälfte davon auf dem Brézé: ein einzelner Kalkrücken aus Tuffeau, jenem porösen, kreidigen Stein, der Wasser wie ein Schwamm speichert. Chenin Blanc von kompromissloser Mineralität, Cabernet Franc von kühler Klarheit — heute eine der am strengsten zugeteilten Adressen der Loire.

Saumur blanc Brézé AOC 2022

Chenin Blanc · Loire / Saumur · ca. 75 €

Der Gutswein vom Brézé-Hügel — das ganze Tuffeau-Terroir in einer Flasche. Trocken, straff, von großer innerer Spannung. Birne und weißer Pfirsich, Quitte, ein Hauch Bienenwachs, darüber eine Mineralik aus zerriebener Kreide und Feuerstein, in der Jugend fast schneidend. Ein Wein, der sich mit Zeit und Aufmerksamkeit öffnet.

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★ Saumur blanc Clos des Carmes Monopol Brézé AOC 2021

Chenin Blanc · Loire / Saumur · ca. 112 €

Ein Monopol — ein einzelner, allein von Guiberteau bewirtschafteter Weinberg. Robert Guiberteau kaufte den Clos des Carmes 1954; der Gastronom Curnonsky zählte ihn zu den größten Lagen der Loire. Reife gelbe Birne, Quitte, frische Kräuter, eine ausgeprägte Kreide-Mineralik. Bei 12,5 % Alkohol bleibt er schlank und fokussiert — ein Wein für Geduldige.

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Dazu im Sortiment: der saftige Saumur Champigny rouge aus Cabernet Franc — schlank, 12,5 %, ein Gegenentwurf zur Überextraktion.

Pierre & Louis Trapet — Burgund, Auxey-Duresses

Pierre und Louis Trapet sind die Söhne von Jean-Louis Trapet — aufgewachsen mit einem Familienerbe, das im Burgund bis 1915 zurückreicht. Pierre arbeitet heute im elsässischen Riquewihr, Louis im Familienkeller in Gevrey-Chambertin. Für ihr eigenes Gut trafen sie sich auf halbem Weg: in der Côte de Beaune, auf 1,8 Hektar rund um Auxey-Duresses.

Den Boden gab eine Heirat: Justine, Louis’ Frau, stammt aus Auxey-Duresses, zur Familie gehörten kaum noch bewirtschaftete Parzellen am Fuß der Montagne du Châtelet. Manche Rebstöcke wurden 1924 gepflanzt, die ältesten Chardonnays 1932, der Aligoté 1934. Auf dem Etikett verschlingen sich bunte Ringe — in der Winzerszene spricht man von „Trapet²“. Schon der erste Jahrgang 2020 geriet unangestrengt präzise.

Bourgogne Aligoté „Sous-Châtelet“ AOC 2023

Aligoté · Burgund / Côte de Beaune · ca. 40 €

Die Lieblingssorte der Brüder — lange als Zweitbesetzung des Chardonnay abgetan, hier von Rebstöcken aus dem Jahr 1934. Limette und Zitrone, grüner Apfel, weiße Blüten, kreidiger Zug im Hintergrund. Straff und lebendig am Gaumen, trocken, mit feiner mineralischer Textur. Aligoté, das zeigt, wozu die Sorte im richtigen Keller fähig ist.

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★ Auxey-Duresses 1er Cru rouge AOC 2023

Pinot Noir · Burgund / Côte de Beaune · ca. 76 €

Premier Cru aus dem Heimatdorf der Brüder. Auxey-Duresses liegt im Schatten der berühmteren Nachbarn Meursault und Volnay — und genau das macht es interessant. Ein duftiges Bouquet aus Kirsche, Himbeere und Veilchen, mittelfüllig, mit seidigen Tanninen. Bei 12,5 % die Zurückhaltung eines handwerklich gearbeiteten Burgunders. Nur zwölf Flaschen bei uns.

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Hubert Lignier — Burgund, Morey-Saint-Denis

In Morey-Saint-Denis bewirtschaftet die Familie Lignier seit den 1880er-Jahren Pinot Noir. 1973, mitten in einer Absatzkrise, traf Hubert Lignier die Entscheidung, die das Gut prägen sollte: Er füllte seine Weine selbst ab, statt sie als Fasswein an den Handel zu geben. Aus dem anonymen Traubenlieferanten wurde eine Adresse mit eigenem Namen.

Am oberen Rand des Grand Cru Clos de la Roche stehen 27 Rebzeilen, die Henri Lignier 1955 pflanzte — der genetische Ursprung des Weinguts. Romain Lignier, ein gefeiertes Talent, starb 2004 mit nur 34 Jahren; sein Bruder Laurent nahm den Faden auf und führt das Gut heute in fünfter Generation. Grands und Premiers Crus von kühler Klarheit, biologisch erzeugt, behutsam im Holz gereift.

Gevrey-Chambertin „Les Seuvrées“ AOC 2022

Pinot Noir · Burgund / Côte de Nuits · ca. 92 €

Der Dorfwein, und ein guter Einstieg in die Handschrift des Hauses. Gevrey-Chambertin bildet das nördliche Tor zur Côte de Nuits — kraftvoll, aber nicht schwer. Rote Kirsche, Himbeere, Veilchen, ein Hauch Nelke, saftig und strukturiert, mit präsenter, aber seidiger Tanninstruktur. Der Jahrgang 2022 zeigt mit 13,5 % die kristalline Klarheit, für die Lignier bekannt ist.

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★ „Clos de la Roche“ Grand Cru AOC 2022

Pinot Noir · Burgund / Côte de Nuits · ca. 585 €

Der berühmteste Wein des Hauses, aus zwei historischen Parzellen in Morey-Saint-Denis. Mittel transparentes Granatrot, in der Nase noch jugendlich verschlossen: das Holz tritt nobel zurück und lässt Raum für dezente Süßkirsche, florale Nuancen, warmen Torf und Unterholz. Am Gaumen seidige Säure über großer Tiefe und Dichte — ein Wein, der geradezu über den Gaumen schwebt.

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Lignier ist mit knapp dreißig Weinen unser tiefstes Burgund-Kapitel — von Chambolle-Musigny über Clos de Vougeot bis zur Magnum-Cuvée „MCMLV“ aus den Reben von 1955. Alle Lignier-Weine →

AS Sirugue-Noëllat — Burgund, Vosne-Romanée

Sophie Noëllat entstammt der sechsten Generation der Domaine Michel Noëllat, Arnaud Sirugue der fünften der Domaine Robert Sirugue. 2016 heirateten die beiden, 2023 übernahmen sie das Sirugue-Erbe vollständig — zwölf Hektar in Vosne-Romanée, dem Herzstück der Côte de Nuits.

Die Verbindung zu Henri Jayer ist kein Zufall: Jean-François Jayer, sein Onkel, heiratete einst in die Sirugue-Familie. Die Parzelle Les Barreaux grenzt unmittelbar an Cros Parantoux — jenen mythischen Weinberg, den Jayer zu Weltruhm führte. Eine traditionelle Handschrift, die Eleganz und Finesse über Extraktion stellt, bis hinauf zum Grand Cru Grands Échézeaux.

Vosne-Romanée „Les Barreaux“ AOC 2023

Pinot Noir · Burgund / Côte de Nuits · ca. 119 €

Der Dorfwein aus jener Parzelle, die an Henri Jayers Cros Parantoux grenzt — und man schmeckt die Nachbarschaft: dieselbe seidige Textur, die Pinot Noir hier auf Kalkstein und rotem Ton entwickelt. Frische rote Kirsche, Himbeere, Erdbeere, florale Noten, ein Hauch Waldboden. Seidig-elegant, mit lebendiger Säure und zarter Tanninstruktur, moderate 13 %.

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★ Vosne-Romanée 1er Cru „Les Petits Monts“ AOC 2023

Pinot Noir · Burgund / Côte de Nuits · ca. 244 €

Premier Cru am oberen Hang von Vosne-Romanée, Richtung Flagey-Échézeaux — gut 3,7 Hektar Kalkstein mit Mergel und Kieseln, die Lage zieht sich oberhalb von Richebourg den Hang hinauf. Elegante Nase aus roten Beeren, Veilchen, dezenten Gewürzen und feinen mineralischen Akzenten. Seidig am Gaumen, mit feiner Tanninstruktur und bemerkenswerter Komplexität für einen jungen Burgunder.

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Frisch eingetroffen — und schon im Sortiment

Es bleibt nicht bei den vier Neuen. In denselben Wochen kamen auch neue Jahrgänge bei Gütern an, die Sie vielleicht schon kennen. Pierre und Louis Trapet bringen ihre eigene Adresse — und ihre Eltern stehen gleich daneben: von Trapet Père & Fils aus Gevrey-Chambertin ist eine ganze Reihe eingetroffen, bis hinauf zu den Grands Crus Chambertin und Latricières. Aus der Côte de Nuits dazu Bruno Clair — Marsannay, Savigny 1er Cru, der legendäre Clos Saint-Jacques — und der präzise Jérôme Galeyrand mit seinen Fixin und Gevrey.

Die weiße Côte de Beaune ist mit Thomas Morey frisch bestückt, einem der verlässlichsten Chassagne-Montrachet-Adressen, dazu die Volnay und Monthelie von Darviot-Perrin. Für Chablis sorgt der neue Jahrgang von de l’Enclos. Und auf der Loire-Seite steht der Sancerre 2025 von der Domaine Vacheron bereit — Sauvignon Blanc und Rosé, pünktlich zur ersten warmen Terrasse.

Herzliche Grüße aus Berlin,

David & das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Vier Pinots aus der Côte de Nuits und Beaune neben einem straffen Chenin von der Loire — das verlangt ein Glas mit Raum. Wir nehmen dafür das Zalto Burgunder — der weite Kelch fängt das florale Spiel des Pinot Noir ein und lässt auch dem Brézé Luft zum Atmen.