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Weinbrief ·

Primitivo (nicht primitiv)

Preise und Verfügbarkeit: Stand 2. August 2026

Petracavallo, neu im Sortiment: die Torkel des Großvaters, 300 Meter Höhe und zwei Rote von Vito D'Onghia, je ca. 17,50 €.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

Primitivo hat einen Ruf, und der riecht nach eingekochter Frucht: In der heißen apulischen Ebene läuft der Sorte der Zucker davon, fünfzehn Prozent sind dort normal, Marmelade in Weinform.

Dabei steht im Namen selbst das Gegenmittel. 1799 taufte der Priester Francesco Filippo Indellicati die Rebe primativus, die Frühe, weil sie Mitte August reif ist, wenn in Apulien sonst noch nichts im Keller ist. Vito D’Onghia nimmt das wörtlich: Seine Reben stehen auf gut 300 Metern auf der Murgia-Hochfläche, zwanzig Kilometer von Gioia del Colle, wo die Sorte ihren Namen bekam, und nachts kühlt es dort oben deutlich ab. Sein Primitivo bleibt bei dreizehn Prozent. Sein Negroamaro ist mit elf so leichtfüßig, dass Vito ihn „meinen Rosé“ nennt.

Petracavallo ist neu bei uns, und ich freue mich, Ihnen die beiden heute vorzustellen:

Primitivo Puglia IGP 2024

Primitivo · Terra delle Gravine · ca. 17,50 €

Primitivo Puglia IGP 2024 Petracavallo

Zwölf Tage auf der Maische, spontan vergoren, dann sechs Monate Edelstahl und ein Jahr Flaschenreife am Gut, bevor er ausgeliefert wird; bei einem Wein ohne Schönung und Filtration ist dieses Jahr die Probe aufs Exempel. Im Glas Brombeere und Pflaume, ein wenig Rosmarin, dazu ein feines, kühles Tannin. Zu Pasta mit Salsiccia oder Lammragout.

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„Mein Rosé“

Negroamaro Puglia IGP 2024

Negroamaro · Terra delle Gravine · ca. 17,50 €

Negroamaro Puglia IGP 2024 Petracavallo

Vito liest ihn bewusst früh: elf Prozent, durchgegoren bis auf null Gramm. Im Glas Waldbeeren und Amarenakirsche, mediterrane Kräuter, ein sanfter Gerbstoff. Eine knappe Stunde in den Kühlschrank, auf dreizehn, vierzehn Grad, dann zu Orecchiette con cime di rapa, zu Antipasti oder einfach zum langen Abend draußen.

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Ein Klick legt sechs Flaschen in den Warenkorb, drei von jedem Wein; im Warenkorb können Sie die Stückzahl frei ändern oder Weine herausnehmen. Es ist ein Vorschlag, kein geschlossenes Set.

Die Wette

Vito hatte Apulien verlassen und im Ausland gearbeitet. Das Heimweh holte ihn zurück, und ein Wunsch gab die Richtung vor: einen Wein zu trinken wie den, den ihm sein Großvater als Kind zu kosten gab. 2015 füllten er und sein Vater Peppino zum ersten Mal selbst ab, was die Familie über Generationen als Trauben verkauft hatte. Es war fast eine Wette zwischen den beiden.

Gepresst wird bis heute auch auf der vertikalen Torkel des Großvaters, und ich mag die Vorstellung, dass der Wein, der Vito nach Hause geholt hat, durch dieselbe Presse geht.

Rote Erde über Kalkstein

Mottola sitzt auf einem Hügelrücken der Murgia; die Leute nennen die Gegend den Balkon Apuliens. Rote Erde über hellem Kalkstein, zerschnitten von Karstschluchten, den Gravine. Im Jahr 1220 soll der heilige Franziskus auf dem Rückweg aus Ägypten hier übernachtet haben; nach ihm taufte ein Baron das Gut und stiftete eine Kapelle. Vito wählte für seine Weine den älteren Flurnamen: Petra Cavallo.

Zwischen den Rebzeilen wächst Gründüngung, gelesen wird von Hand in kleinen Kisten, und im Keller vergären die Weine spontan im Edelstahl, ohne Schönung, ohne Filtration, mit einem Hauch Schwefel erst zur Füllung. Das Gut ist bio-zertifiziert und Mitglied bei VinNatur, wo Rückstandsanalysen und Weinbergskontrollen Pflicht sind.

Bei den beiden bleibt es übrigens nicht: Die D’Onghias holen gerade den fast verschwundenen Minutolo zurück in den Weinberg, eine alte apulische Weißweinsorte. Und für die „Linea Pop“ malt seit 2019 Luigi Notarnicola, ein Künstler aus Mottola, die Etiketten. Beides zeigen wir, sobald es lieferbar ist.

Wenn Sie mögen, antworten Sie einfach auf diese Mail; ich freue mich über jede Rückmeldung.

Herzliche Grüße aus Berlin,

Lisa und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Beide Roten machen sich im Zalto Universal besonders gut; den Negroamaro schenke ich daraus auch gekühlt ein, in kleinen Schlucken nachgeschenkt bleibt er auf Temperatur.