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Weinbrief ·

Neu aus Slowenien: Vino Gross

Preise und Verfügbarkeit: Stand 23. August 2026

Ein Brief aus Wien, die Steilterrassen der Haloze, sechs Weiße im Paket, ca. 182 €.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

im Jahr 2004 bekam Alois Gross, Winzer in vierter Generation in der Südsteiermark, einen handschriftlichen Brief aus Wien. Eine ältere Dame hatte das Anwesen ihrer Familie zurückerhalten, auf der Gorca, einem Weinhügel in den Haloze im äußersten Osten Sloweniens. Den Höchstbietenden suchte sie nicht. Sie suchte Hände, die dort wieder Wein machen.

Ein Jahr später gehörte das Anwesen der Familie Gross. Heute führen es Michael Gross und seine Frau Maria als eigenes Weingut; als der Vater 2016 teilte, übernahm der Bruder die österreichische Seite, die beiden die slowenische. Die Grenze ist jünger als die Weinberge: Vor dem Ersten Weltkrieg trug die Steiermark gut 34.000 Hektar Reben, über 30.000 davon standen auf der Seite, die heute Štajerska heißt.

Maribor · Haloze · Gorca · Colles · Korže · Iglič

Eine Autostunde zwischen Haus und Keller

Michael und Maria Gross leben im slowenischen Svečina bei Maribor, direkt an der Grenze; der Keller steht eine Autostunde weiter südöstlich in den Haloze. Aus den Steillagen um Maribor kommt ihr Einstiegswein, und der erzählt gleich, wie in diesem Haus gearbeitet wird: Der Maribor Blanc 2020 lag zwölf Monate auf der Vollhefe im großen gebrauchten Holzfass und blieb danach im Keller liegen. Gefüllt wurde er erst im Juni 2026, vier Jahre nach der regulären Abfüllung des Jahrgangs. Daher der Zusatz „Mise Tardive“, späte Füllung. 2.533 Flaschen.

Maribor Blanc Mise Tardive 2020

Sauvignon Blanc, Riesling · Maribor · 12,5 % · ca. 20 €

Vino Gross Maribor Blanc Mise Tardive 2020

Helles Goldgelb. Weiße Johannisbeere, knackiger Apfel, Stachelbeere, dahinter Zitronenverbene und Fenchel, ein kühler, steiniger Zug. Saftig, salzig, die Säure fein eingebunden. Sechs Jahre alt und gerade erst am Anfang. Brettljause, Backhendl, geräucherte Forelle.

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Haloze, was übrig blieb

Die Haloze sind ein vierzig Kilometer langer Hügelzug an der kroatischen Grenze, und sie sind das, was von einer großen Weinlandschaft übrig ist. 1935 standen hier über 1.500 Hektar Reben, heute sind es 669. Als die Steiermark 1919 geteilt wurde, verloren die Hügel ihren Markt. Die Grazer Händler blieben aus; wer konnte, ging, und die Hänge, die keiner mehr schnitt, holte sich der Wald zurück.

Übrig sind Terrassen für je eine einzige Rebzeile über Mergel aus einem verschwundenen Meer, „Opok“ im Dialekt, und Neigungen, die anderswo Skipisten wären: im Schnitt vierzig Prozent, ein Fünftel der Lagen über sechzig. Auf einen Hektar passen so 2.000 Stöcke statt vier- bis sechstausend, jeder trägt rund 0,9 Kilo Trauben, geerntet wird von Hand. Für den Haloze Blanc kommen Furmint, Sauvignon Blanc und Welschriesling von genau diesen Terrassen zusammen.

Haloze Blanc 2023

Furmint, Sauvignon Blanc, Welschriesling · Haloze · 13,0 % · ca. 17 €

Vino Gross Haloze Blanc 2023

Quitte, Birne und Mandarine, dazu Haselnuss und weißer Tee, ein Hauch Bienenwachs. Am Gaumen staubtrocken und cremig zugleich, salzig, mit herber Zitruszeste im Abgang. Kürbisrisotto, gebratener Fisch, ein Teller Aufschnitt.

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Gorca, der einzige Cru

Die Gorca ist der Hügel aus dem Brief und die einzige Lage der Haloze, die das slowenische Weinrecht als Cru anerkennt, gut hundert Hektar. Wenn die beiden zeigen wollen, was das Gut kann, machen sie die Gorca auf: reiner Furmint. Hier heißt die Sorte Šipon, und sie steckte schon in den alten Gemischten Sätzen der Steiermark; sie reift spät und behält ihre Säure, deshalb halten die Weine. Der Hügel ist übrigens größer, als der Name vermuten lässt: Auch die drei folgenden Weine wachsen auf Parzellen der Gorca.

„Kontrollierter Müßiggang“, so nennt Michael Gross, was er im Keller tut: maximal zwei Stunden auf der Maische, Spontangärung im großen gebrauchten Holzfass, zwölf Monate Vollhefe ohne Rühren, dann Stahl, ungeschönt und unfiltriert auf die Flasche.

Gorca Haloze 2023

Furmint · Haloze · 12,5 % · ca. 24 €

Vino Gross Gorca Haloze 2023

Weiße Blüten, weißer Pfirsich, Grapefruit und Quitte, darunter Birne, Zitronenzeste und feiner Rauch vom Opok. Straff und leichtfüßig, feine weiße Tannine, die Säure präzise. Gebratener Saibling, junger Bergkäse, Kalbsschnitzel.

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Colles, der alte Name

Der deutsche Name der Gegend war einmal „Kollos“, zurückgeführt auf das lateinische colles, das Wort für Weinhügel. Diesen Namen trägt der Sauvignon Blanc des Hauses weiter. Er wächst auf einer Parzelle, auf der die Reben nur stehen, weil halbmetertiefe Löcher in den blanken Fels gebohrt und mit Humus gefüllt wurden. Die Stöcke sind jung, das Pflanzmaterial nicht: eine slowenische Massenselektion von 120 Jahre alten Reben, mit anderthalb Gramm mehr Säure als moderne Klone. 1.250 Flaschen.

Colles Haloze 2023

Sauvignon Blanc · Haloze · 13,5 % · ca. 27,50 €

Vino Gross Colles Haloze 2023

Apfel und Apfelschale, Quitte, grüne Papaya, dann Kamille, Fenchelgrün, Kreide und kalter Rauch. Die Sorte tritt hinter die Herkunft zurück, salzige Spannung im Finale. Ziegenfrischkäse, Forelle, Kräutersalat.

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Korže, die steilste Parzelle

Korže ist mit bis zu 65 Prozent Neigung die steilste Lage des Guts. Auch hier wurzeln die Reben in gebohrtem Fels, und im Winter weiden Ziegen zwischen den Terrassen, sie halten die Böschungen frei.

Über seine Landschaft sagt Michael Gross: „Hier kann man keinen billigen Wein machen. Wir sehen das als Vorteil.“

Korže Haloze 2023

Sauvignon Blanc, Furmint · Haloze · 13,5 % · ca. 39 €

Vino Gross Korže Haloze 2023

Grüner Apfel, Limette, weiße Johannisbeere, dahinter Flechten und feuchtes Unterholz. Rauchige Opok-Würze, viel Salz, feiner Gerbstoff. Ein Wein, der sich Schicht für Schicht öffnet und Druck aufbaut. Gebratener Zander, Schweinsbraten, gereifter Hartkäse.

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Iglič, das Hochplateau

Im Falstaff-Ranking der slowenischen Furmints stehen ganz oben ausschließlich Weine dieses Hauses; der Iglič 2023 kommt auf 97 Punkte. Die Parzelle ist ein Hochplateau über der Gorca. Einen Teil bepflanzte das Gut neu mit Furmint, die alten Müller-Thurgau-Stöcke aus der Zeit des Massenweinbaus wurden von Hand umgepfropft, mit Selektionen, die auf István Szepsy in Tokaj zurückgehen. Aus dem Ertragsweinberg von damals wurde die höchstbewertete Lage des Guts, 1.150 Flaschen.

Darüber gibt es im Keller nur noch ein einzelnes Fass: Sveto, „das Heilige“, für die beiden das beste Furmint-Fass des Jahrgangs, gefüllt nur in Jahren, in denen alles stimmt, ohne jeden Zusatz und jedes Mal mit anderem Etikett. Beim 2021er waren es rund 800 Flaschen; der 2022er liegt bei ca. 95 €.

Vino Gross Iglič Haloze 2023

Iglič Haloze 2023

Furmint · Haloze · 13,5 % · ca. 55 €

Austernschale und salzige Meeresluft, nasses Gestein, dann Blütenhonig, Quitte und Zitrus. Knochentrocken, enorme Salzigkeit, langer präziser Nachhall, wie Salzwasser mit Zitrone. Austern, Jakobsmuscheln, gereifter Bergkäse.

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Die sechs im Paket

Zwei Ortsweine, dann die Lagen, zum Schluss das Hochplateau: was aus dem Brief von 2004 geworden ist. Alle sechs biodynamisch bewirtschaftet, die fünf aus den Haloze ohne Schwefelzusatz gefüllt.

Maribor Blanc Mise Tardive 2020 Maribor Blanc Mise Tardive 2020
Maribor · 12,5 % · ca. 20 €
Vier Jahre länger im Keller, gefüllt im Juni 2026.
Haloze Blanc 2023 Haloze Blanc 2023
Haloze · 13,0 % · ca. 17 €
Die ganze Landschaft in einer Flasche, reine Terrassenlagen.
Gorca Haloze 2023 Gorca Haloze 2023
Haloze · 12,5 % · ca. 24 €
Der Hügel aus dem Brief, der einzige gesetzliche Cru der Haloze.
Colles Haloze 2023 Colles Haloze 2023
Haloze · 13,5 % · ca. 27,50 €
Junge Stöcke, Selektion aus 120 Jahre alten Reben.
Korže Haloze 2023 Korže Haloze 2023
Haloze · 13,5 % · ca. 39 €
Die steilste Parzelle, Reben im gebohrten Fels.
Iglič Haloze 2023 Iglič Haloze 2023
Haloze · 13,5 % · ca. 55 €
Furmint vom Hochplateau, 97 Falstaff-Punkte.

Wie es funktioniert: ein Klick legt alle sechs Flaschen auf einmal in Ihren Warenkorb. Von dort aus können Sie einzelne Weine tauschen, rausnehmen oder kombinieren. Es ist ein Vorschlag, kein geschlossenes Set.

Lieber erst hineinschmecken? Es gibt auch ein kleines Probierpaket des Guts: vier Flaschen, darunter der Iglič, ca. 95,50 €.

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Bei uns stehen acht Weine des Guts, vom Hauswein bis zum Sveto, dazu der Maribor Blanc in Magnum und Doppelmagnum.

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Herzliche Grüße aus Berlin,

Lisa und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Für ihren Hauswein kaufen Michael und Maria Gross Trauben von Bio-Nachbarn, bewusst gut bezahlt, damit sich die Terrassenarbeit auch für die Höfe nebenan weiter lohnt. Das Hišno Vino Noir 2025: Blaufränkisch, mit Welschriesling zusammen vergoren, 11,5 Prozent, am besten leicht gekühlt. Ca. 13 €.