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Weinbrief ·

Leichte Rotweine

Preise und Verfügbarkeit: Stand 19. August 2026

Eine knappe Stunde Kühlschrank, dann auf den Tisch: sechs Rote zwischen 11,5 und 12,5 Prozent, vom Vinho Verde bis ins Burgund.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

in den Tascas am Minho kommt der Rotwein in der weißen Keramikschale auf den Tisch, kalt aus dem Fass, zu gegrillten Sardinen. Vinho Verde Tinto hat selten mehr als zehn Prozent, färbt die Zunge violett, und so wird er dort seit jeher getrunken.

Was am Minho Gewohnheit ist, ist anderswo Handarbeit. Leicht wird ein Rotwein heute nur, wenn jemand ihn dazu macht: früh lesen, ganze Trauben, wenige Tage auf der Maische, Stahl statt neuem Holz. Hier sind sechs Winzer, vom Lima-Tal bis an die Ahr, die genau das tun.

Sechs Rote zwischen 11,5 und 12,5 Prozent, aus fünf Ländern. Eine knappe Stunde Kühlschrank, dann liegen sie bei zwölf bis vierzehn Grad.

Vinho Verde · Trentino · Südburgenland · Savoyen · Ahr · Burgund

Aphros

Vasco Croft war Architekt, bevor er 2004 auf dem Familienbesitz Casal do Paço im Lima-Tal anfing, Wein zu machen, biodynamisch von Beginn an, Demeter-zertifiziert seit 2011. Er gilt als Pionier der Biodynamik in Portugal. Seine Weine vergären mit wilden Hefen in Lagares aus Granit, den flachen Steinbecken, in denen im Minho seit Jahrhunderten getreten wird.

Vinhão hat farbstoffreiche Schalen, der Most kommt fast schwarz aus dem Lagar, und der Wein hat eine eigene Trinkkultur: kalt, aus der Schale, zum Essen.

Aphros Vinhão 2020

Vinhão · Vinho Verde · 11,5 % · ca. 15 €

Aphros Vinhão 2020

Dunkles Kirschrot mit leicht trübem Kern. Sauerkirsche und Himbeere, dahinter Gischt und Austernschale, schwarze Olive. Straffe Säure, griffiges Tannin, salzige Frische. Schmeckt nach Atlantik. Sardinen vom Grill, Bacalhau, Brot mit Olivenöl.

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Foradori

Ihren Vater verlor Elisabetta Foradori mit elf, die Mutter hielt das Gut im Campo Rotaliano. 1984, mit zwanzig und frisch von der Weinbauschule San Michele, übernahm sie den Keller. Während ganz Italien Cabernet pflanzte, setzte sie auf den fast vergessenen Teroldego, selektierte ihn Stock für Stock, stellte 2002 auf Biodynamie um und füllte ab 2008 die ersten Tinajas, Tonamphoren aus Spanien. Heute arbeitet sie mit ihren Kindern.

Der Lezèr verdankt seine Existenz einem Hagelschlag. 2017 zerstörte Hagel vierzig Prozent der Teroldego-Ernte, Foradori machte aus dem Rest Versuchsgärungen, keine vierundzwanzig Stunden auf der Maische, und der Wein, der dabei herauskam, heißt im Trentiner Dialekt „leicht“. Heute sind es rund fünfzigtausend Flaschen aus vier Hektar, gut vier Fünftel Teroldego, dazu Schiava, Lagrein und etwas Merlot.

Lezèr Vigneti delle Dolomiti 2024

Teroldego, Schiava, Lagrein · Trentino · 12,5 % · ca. 19 €

Foradori Lezèr 2024

Saftig, zarte Säure, etwas Grip, dazu feine Kräuter. Im Glas ein transparentes Erdbeerrot, in der Nase Himbeere, Walderdbeere und Cranberry, ein Hauch Veilchen, ein Zug Buchenholzrauch. Speck und Tomaten, Aufschnitt, ein Brett Bergkäse.

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Clemens Krutzler

Am Eisenberg im Südburgenland stehen die Reben auf Grün- und Glimmerschiefer, am Fuß des Berges auf eisenrotem Lehm, unter pannonischer Hitze, mit Luft aus dem Süden und kühlen Nächten auf 280 bis 400 Metern. Reinhold Krutzler keltert hier den Perwolff, einen der dichtesten Blaufränkisch des Landes. Sein Sohn Clemens, Familienbetrieb in fünfter Generation, war bei Le Verre Volé in Paris und im Swartland, bevor er 2020 seine eigene CK-Linie anfing: natürliche Hefen, wenig Eingriff, fünf Monate Stahl und neun Monate gebrauchte 500-Liter-Fässer, unfiltriert und ohne Schwefelzugabe.

Blaufränkisch 2023

Blaufränkisch · Südburgenland · 11,5 % · ca. 21 €

Clemens Krutzler Blaufränkisch 2023

Gelesen am 22. September 2023, ganze Trauben, fünf Tage im offenen Bottich. Rubinrot mit violettem Rand, rote Kirsche, Himbeere, schwarzer Pfeffer, ein Hauch rosa Beeren. Federleicht und saftig, die Säure zieht den Wein nach vorn, das Tannin bleibt fein. Paprikahendl, Grammelknödel, kalter Braten.

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Domaine des Orchis

Philippe Héritier ist Agraringenieur und züchtete Schnecken, bevor er 2006 die verwaisten Steilhänge über Frangy in der Haute-Savoie rodete und Parzelle für Parzelle ein Weingut zusammenkaufte. Altesse und Mondeuse wachsen dort auf Gletschermoräne. Die Weine reifen ein bis zwei Jahre in einem sechseckigen Keller in Poisy, den er nach dem Goldenen Schnitt bauen ließ, das Vorbild war das Theater von Epidaurus. Jean Sulpice führt die Weine auf der Karte, sein Restaurant in Talloires liegt direkt unter einer Parzelle des Guts.

Quintessence de Mondeuse 2020

Mondeuse Noire · Savoyen · 11,5 % · ca. 27 €

Orchis Quintessence de Mondeuse 2020

Sechs Jahre alt und gerade erst aufgewacht. Sauerkirsche und Brombeere, darunter Zimt, Kubebenpfeffer und Blutorange, mit Luft schwarzer Kardamom und Tee. Geschliffenes Tannin, alpine Säure, granatrot bis auf den Glasboden. Tomme de Savoie, Wildpastete, ein Teller Pilze.

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Bertram-Baltes

Julia Bertram, fünfte Generation einer Dernauer Winzerfamilie und 2012 Deutsche Weinkönigin, füllte 2014 ihren ersten eigenen Jahrgang. Benedikt Baltes aus Mayschoß war lange Betriebsleiter in Klingenberg am Main, 2020 legten die beiden ihre Güter zusammen. Die Flut vom Juli 2021 nahm ihnen Keller, Fasslager und fast den gesamten Flaschenbestand. Ihre Spätburgunder bleiben unter zwölf Prozent, ohne Anreicherung, ohne Schönung, ohne Reinzuchthefen, vergoren im Holz aus heimischer Eiche, unfiltriert auf die Flasche.

Dernauer Spätburgunder 2022

Spätburgunder · Ahr · 11,5 % · ca. 27 €

Bertram-Baltes Dernauer Spätburgunder 2022

Ein Ortswein aus Dernau, dem Dorf, in dem Julia Bertram aufgewachsen ist. Gedecktes Preiselbeerrot, zum Rand hin hell, wilde Himbeere und Granatapfel, Sauerkirsche, mit Luft Unterholz und feuchte Erde. Leichtfüßig, lebhafte Säure, feines Tannin. Gebratener Saibling, Kalbstafelspitz, Pilzrisotto.

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Thomas-Collardot

Zweieinhalb Hektar mitten in Puligny-Montrachet, geführt von Jacqueline Collardot und ihrem Sohn Matthieu. Bis zum Jahrgang 2014 gingen die Trauben an Négociants, seit 2015 füllen sie selbst, und ihre Weißweine aus Les Enseignères und Hameau de Blagny sind meist schnell vergriffen. Aus demselben Keller kommt ein leichter Roter, Pinot Noir mit Gamay, ganze Trauben, von einer Parzelle unterhalb der Puligny-Lagen. Den Gamay hatten wir vor einer Woche als eigene Ausgabe. Hier kommt er noch einmal vor, als kleinerer Partner im leichtesten Burgunder des Pakets.

Thomas-Collardot Coteaux Bourguignons Le Pierrot 2023

Coteaux Bourguignons „Le Pierrot“ 2023

Pinot Noir, Gamay · Burgund · 12,5 % · ca. 32,50 €

Leuchtendes Kaminrot. Walderdbeere, Sauerkirsche, rote Johannisbeere, dazu ein Hauch Mandel. Saftig und hell, die Tannine halten sich zurück. Jambon persillé, Rillettes, Ziegenfrischkäse.

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Die leichten Roten im Paket

Sechs Rote aus fünf Ländern, keiner über 12,5 Prozent. Eine knappe Stunde vor dem Essen kalt stellen, am besten an einem der Abende, an denen man draußen noch sitzen kann.

1× Aphros Vinhão 2020 → 11,5 %, der Rote aus der Keramikschale

1× Foradori Lezèr 2024 → 12,5 %, aus einer Hagelernte, heißt „leicht“

1× Clemens Krutzler Blaufränkisch 2023 → 11,5 %, fünf Tage Maische am Eisenberg

1× Orchis Quintessence de Mondeuse 2020 → 11,5 %, von der Gletschermoräne

1× Bertram-Baltes Dernauer Spätburgunder 2022 → 11,5 %, ohne Anreicherung

1× Thomas-Collardot Le Pierrot 2023 → 12,5 %, Pinot mit Gamay aus Puligny

Wie es funktioniert: ein Klick legt alle sechs Flaschen auf einmal in Ihren Warenkorb. Von dort aus können Sie einzelne Weine tauschen, rausnehmen oder kombinieren. Es ist ein Vorschlag, kein geschlossenes Set.

Über hundert Rote im Sortiment stuft unsere Suche als leicht ein, von der Zehn-Euro-Flasche aufwärts.

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Herzliche Grüße aus Berlin,

Lisa und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Zu diesen Weinen stellen wir das Zalto Universal auf den Tisch. Zalto selbst empfiehlt den Burgunderkelch für Weine über dreizehn Prozent, unsere sechs liegen darunter, und im schmaleren Universal bleiben Frucht und Säure beisammen. Zwei Gläser ca. 94 €.