Sechs weitere, für die Zwölferkiste
Für die Zwölferkiste kommen diese sechs dazu, kürzer vorgestellt. Zwei davon, Kühns Jacobus und der Gemischte Satz vom Nussberg, hätte ich ebenso gut nach oben stellen können.
Riesling Jacobus trocken 2024, Peter Jakob Kühn
Riesling · Oestrich, Rheingau · ca. 17 €
Peter Jakob und Angela Kühn haben Ende der siebziger Jahre einen Fassweinbetrieb in Oestrich übernommen und ihn zu einem der angesehensten Weingüter des Rheingaus gemacht, Demeter seit 2004, Gault&Millau Winzer des Jahres 2016. Seit gut zehn Jahren macht ihr Sohn Peter Bernhard die Weine, und Eichelmann hat ihm dieses Jahr die beste Weißweinkollektion Deutschlands zugesprochen. Der Jacobus heißt nach dem Vorfahren, der 1704 nach Oestrich einheiratete, und ist der Gutsriesling: Handlese, spontane Gärung in großem Holz und Stahl, elfeinhalb Prozent. Falstaff fand Rauch, Kümmelsaat, Zitronengras und weiße Grapefruit, straff und gradlinig, 92 Punkte, und schrieb, der Einstieg liefere Spitzenqualität für den Alltag. Dazu Zander in Rieslingsauce, oder ein Handkäs mit Musik.
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Wiener Gemischter Satz Nussberg 2025, Hajszan Neumann
Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder, Welschriesling, Muskateller · Nussberg, Wien · ca. 14 €
Stefan Hajszan, ein Wiener Sommelier, hat mit dem Architekten Heinz Neumann in Grinzing angefangen und 2006 als Erster in Wien auf Biodynamie umgestellt. 2014 wollte er nach Neuseeland und bot das Gut seinem Freund Fritz Wieninger an, der es unter dem alten Namen weiterführt. Der Nussberg ist eine alte Meeresterrasse über der Donau, Muschelkalk, und der Gemischte Satz ist die Wiener Art, Wein zu machen: mindestens drei Sorten im selben Weingarten, gemeinsam gelesen und gekeltert. Hier sind es fünf, aus den Rieden Gollin, Obere Schoß und Weisleiten, spontan vergoren und im Stahl ausgebaut. Er riecht nach Holzbirne, Quitte und Holunderblüte, hat eine lebendige Säure und einen Hauch Rauch im Stein. Dazu ein Wiener Schnitzel.
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Roter Veltliner Wagram 2025, Fritsch
Roter Veltliner · Oberstockstall, Wagram · ca. 13,50 €
Der Wagram ist eine Lössstufe über der Donau, sechzig Kilometer westlich von Wien, und der Name kommt vom Wogenrain, dem Meeresufer. Karl Fritsch in Oberstockstall arbeitet seit 2006 biodynamisch und gehörte 2007 zu den Gründern von respekt-BIODYN. Ich bin eben nicht so gut wie die Natur, sagt er. Der Rote Veltliner ist mit dem Grünen nicht verwandt, eine alte Sorte mit rötlicher Beerenhaut, von der es in Österreich noch gut zweihundert Hektar gibt, vor allem am Wagram. Der Gebietswein kommt von jungen Reben auf Löss, gärt spontan im Stahl und reift dort, zwölf Prozent. Er riecht nach rotem Apfel, Quitte und Grapefruit, mit Brennnessel und einem Hauch Roggenbrot, und hat die nussige Länge der Sorte. Dazu Rote Bete mit Kren, oder ein Hähnchen mit Pfifferlingen.
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Misto Mare 2025, Alois Lageder
Südtiroler Rebsorten · Südtirol · ca. 14 €
Die Lageders machen seit 1823 Wein in Margreid, seit 2004 biodynamisch, und Alois Clemens Lageder führt das Haus in sechster Generation mit seinen Schwestern. Fünfundfünfzig Hektar gehören der Familie, dazu kommen sechzig Partnerwinzer, und seit 2024 arbeiten alle biologisch oder biodynamisch. Der Misto Mare ist der Wein für die Zeit dazwischen: Wer umstellt, wartet drei Jahre auf das Zertifikat, und Lageder kauft die Trauben in diesen Jahren und füllt sie in diesen einen Wein, aus mehr als vierzehn Sorten, bewusst ohne Siegel. Das Meer im Namen ist das Urmeer, auf dessen Grund die Reben heute stehen. Elfeinhalb Prozent, trocken, im Stahl. Er riecht nach Birne, Zitronenschale und weißen Blüten, ist leicht und kühl, mit einem Hauch Gerbstoff, und Lageder trinkt ihn zum Aperitif und zu rohem Fisch.
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Miranius 2021, Celler Credo
Xarel·lo · Penedès · ca. 14 €
Credo ist das Stillwein-Haus der Familie Mata, deren Recaredo seit 1924 in Sant Sadurní Schaumwein macht, seit 2010 biodynamisch, und deren Enoteca Turó d'en Mota 2001 vom Wine Advocate hundert Punkte bekam, als bester Schaumwein Spaniens. Miranius ist der Fuchs, der bei der Lese hinter den Reben zuschaut. Der Wein ist Xarel·lo aus drei Zonen des Penedès, von der Ebene bis auf vierhundert Meter, ohne Bewässerung, bio, spontan im Stahl vergoren, elf Prozent, knochentrocken. Der 2021er ist inzwischen vier Jahre alt, was Xarel·lo verträgt, das Haus baut seine ganze Philosophie darauf, und der Wine Advocate gab ihm 92 Punkte. Das Haus nennt ihn nackt und rein, mit knackiger Säure. Dazu Escalivada, oder gegrillte Sardinen.
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Muscadet Le Verger 2024, Luneau-Papin
Melon de Bourgogne · La Chapelle-Heulin, Sèvre-et-Maine · ca. 15 €
Pierre-Marie Luneau und Marie Chartier-Luneau führen in Le Landreau ein Gut in neunter Generation, siebenundzwanzig Hektar, seit 2019 Demeter, und im August hat ihnen die Revue du Vin de France den dritten Stern gegeben, als einem von acht Häusern in Frankreich. Bettane und Desseauve nennen die Domaine eine der feinsten des Pays Nantais. Le Verger wächst auf Schiefer und Glimmerschiefer in La Chapelle-Heulin, gärt spontan und liegt zwölf Monate ohne Abstich auf der Feinhefe, in Fudern, Barriques und unterirdischen Betontanks. 2024 hat es ab Ende Oktober 2023 nicht mehr aufgehört zu regnen, und die Luneaus haben eine halbe Ernte gerettet. Gérard Muteaud schrieb in Challenges, der Verger sei geschliffen wie die Klinge eines Opinel. Bei zwölf Grad zu Austern, Moules marinières oder gegrilltem Fisch, sagt das Haus.
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