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Weinbrief ·

Die besten Weißweine unter 20 Euro

Preise und Verfügbarkeit: Stand 11. Oktober 2026

Gute Weiße unter 20 € sind seltener als Rote, sagt Jancis Robinson. Hier sind sechs, von Battenfeld-Spanier bis Marco De Bartoli. Oder gleich zwölf.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

Jancis Robinson hat einmal geschrieben, gute günstige Weißweine seien immer seltener als gute günstige Rote, und ihre Begründung ist einfach: Weißwein kann nichts verstecken. Ein Rotwein hat Farbe, Tannin und Holz, dahinter lässt sich ein nachlässiger Keller eine Weile verbergen. Ein Weißwein steht nackt im Glas, und jede Abkürzung schmeckt man nach dem ersten Schluck.

Sechs, die nichts zu verstecken haben, habe ich für diesen Brief ausgesucht: den Gutsriesling von Battenfeld-Spanier aus dem Zellertal, den Silvaner vom Zehnthof Luckert in Sulzfeld, den Sauvignon Blanc vom Sattlerhof in Gamlitz, die Manina von Manincor am Kalterer See, den Grillo von Marco De Bartoli aus Marsala und den Albariño von Attis aus dem Salnés.

Paket 1 · Sechs unter zwanzig

Rheinhessen · Franken · Südsteiermark · Südtirol · Sizilien · Rías Baixas

Sechs unter zwanzig
6 Weine · ca. 90 € →

Dazu wieder eine Zwölferkiste: dieselben sechs und sechs weitere, alle unter zwanzig Euro, vom Jacobus von Peter Jakob Kühn aus Oestrich bis zum Muscadet von Luneau-Papin.

Paket 2 · Zwölf unter zwanzig

Die sechs von oben · Kühn · Hajszan Neumann · Fritsch · Lageder · Credo · Luneau-Papin

Zwölf unter zwanzig
12 Weine · ca. 180 € →

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Battenfeld-Spanier, Hohen-Sülzen

Hans Oliver Spanier, den alle H.O. nennen, hat 1991 frisch aus der Lehre in Hohen-Sülzen angefangen, am südlichen Ende von Rheinhessen, wo der Boden reiner Kalk ist. 1999 bekam er den Frauenberg geschenkt, einen Hang über Nieder-Flörsheim, und aus diesem Weinberg kommt heute sein berühmtester Wein, bei uns 82 €. Seit 2005 arbeitet er biodynamisch, im Kreis Renaissance des Appellations von Nicolas Joly, und im Keller gärt alles spontan im Stückfass, ohne Zusätze. 2006 heiratete er Carolin Gillot, die das Gut ihrer Familie am Roten Hang übernahm, und seither führen die beiden zwei Weingüter unter einem Dach, mit getrennten Lagen und getrennten Etiketten. Der Vinum-Weinguide wählte sie 2018 zu Winzer und Winzerin des Jahres, und Stephan Reinhardt vom Wine Advocate schrieb, Spanier habe 2022 einige der besten trockenen Rieslinge ganz Deutschlands gefüllt. Spanier selbst sagt, er müsse alles, was er je gelernt habe, in dem Moment vergessen haben, in dem er es anwenden wolle, sonst bleibe kein Raum für Intuition. Der Eisquell ist sein Gutsriesling, das Haus nennt ihn seine Visitenkarte.

Battenfeld-Spanier Riesling Eisquell 2025

Riesling Eisquell 2025

Riesling · Zellertal, Rheinhessen · ca. 13 €

Die Trauben kommen aus den Kalkweinbergen des Zellertals, werden von Hand gelesen und gären spontan im Doppelstückfass, dann bleibt der Wein bis ins Frühjahr auf der Hefe. Zwölf Prozent, drei Gramm Zucker, sieben Gramm Säure. Er riecht nach Mirabelle, weißem Pfirsich und frischen Kräutern, dahinter etwas Salz, und im Mund ist er kreidig und gerade, mit einer Säure, die ihn lang macht. Das Haus empfiehlt ihn zum Butterbrot, und ich würde das wörtlich nehmen, mit Handkäse und Zwiebeln. Kalt servieren und in den nächsten drei Jahren trinken.

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Zehnthof Luckert, Sulzfeld am Main

Theo und Luitgard Luckert haben Anfang der sechziger Jahre in Sulzfeld ganz auf Wein umgestellt und zehn Jahre später den Zehnthof gekauft, in dem der Würzburger Fürstbischof seit 1558 den Zehnten eintreiben ließ. Heute führen die Söhne Wolfgang und Ulrich das Gut, Wolfgang draußen, Uli im Keller, und Wolfgangs Sohn Philipp, der bei Fürst, Christmann und Hirtzberger gelernt hat, macht die Rotweine. Die achtzehn Hektar liegen alle in Sulzfeld, mehr als die Hälfte davon Silvaner, in allen vier Spielarten, grün, gelb, rot und blau. Vor gut fünfzehn Jahren hat Uli Luckert mitten in einem Wohngebiet fünfhundert Quadratmeter wurzelechten Silvaner von 1870 gerettet, der einem Bauvorhaben weichen sollte. Dem Besitzer war aufgefallen, dass jedes Frühjahr Triebe aus dem Boden kamen, oberirdisch war von den Stöcken fast nichts mehr zu sehen. Dieser Weinberg heißt Creutz, und Vinum hat den 2024er gerade zum besten Silvaner Deutschlands erklärt, mit 97 Punkten. Im Jahr davor war der Zehnthof Weingut des Jahres, und Stuart Pigott hält Uli Luckert für womöglich den besten Weißweinmacher Frankens. Luckert selbst hat einmal gesagt, Frucht sei Kitsch, und Silvaner lasse den Boden sprechen wie keine andere Sorte, weil er sich im Aroma zurückhält. Der Gutssilvaner ist der Wein, an dem man das überprüfen kann.

Zehnthof Luckert Silvaner trocken 2025

Silvaner trocken 2025

Silvaner · Sulzfeld, Franken · ca. 11,50 €

Der Gutswein kommt aus mehreren Lagen in Sulzfeld, auf kargem Muschelkalk, und wird wie alle Weißweine des Hauses spontan vergoren und im Doppelstückfass aus Spessarteiche ausgebaut. Zwölfeinhalb Prozent, gut ein Gramm Zucker, fränkisch trocken. Er riecht nach Birne, Nektarine und Kerbel, mit einem Hauch Rauch, und im Mund ist er saftig und erdig, mit einer milden Säure, weil der Säureabbau hier zum Stil gehört. Dazu Blaue Zipfel, die fränkischen Bratwürste im Essigsud, oder eine Stulle mit Rauchforelle und Kren. Er ist jetzt gut und bleibt es zwei, drei Jahre.

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Sattlerhof, Gamlitz

Wilhelm Sattler hat in den sechziger Jahren aus dem Hof am Sernauberg über Gamlitz ein Weingut gemacht, und seine Weine, zehn Prozent Alkohol, zehn Gramm Säure, kein Restzucker, brachten ihm damals Spott ein. Heute ist das der Stil der ganzen Südsteiermark. Sein Sohn Willi übernahm Ende der siebziger Jahre, als der Vater krank wurde, und Willis Söhne führen das Gut seit gut zehn Jahren, Andreas im Keller, Alexander in den Weingärten, die er mit dem Jahrgang 2016 auf Biodynamie umgestellt hat. Auf fünfunddreißig Hektar stehen hundertzwanzigtausend Stöcke, und jeder gibt ungefähr eine Flasche. Der Trinkaus steht schon auf zweihundert Jahre alten Karten, und aus diesem Weingarten kam 2021 der erste steirische Wein mit hundert Falstaff-Punkten, ein Sauvignon Blanc, bei uns 99 €. Gault&Millau schreibt, nicht nur der Trinkaus zeuge von Weltklasse. Life is hard in the mountains, sagt Alexander Sattler, und genau das spüre man im Wein. Kleine Gärten ist seine Antwort auf den Strukturwandel in der Südsteiermark: Kleine Steillagen, die es zu erhalten gilt, bewirtschaften die Sattlers zusammen mit zwei Nachbarn, Karl Renner und Lorenz Menhard, biologisch, von Hand gelesen, spontan vergoren. Der Sauvignon Blanc ist der erste Jahrgang dieser Reihe.

Sattlerhof Kleine Gärten Sauvignon Blanc Südsteiermark DAC 2025

Kleine Gärten Sauvignon Blanc 2025

Sauvignon Blanc · Gamlitz, Südsteiermark · ca. 18,50 €

Die Reben sind um die fünfzehn Jahre alt und stehen auf Quarz, Kiesel und Kalk in kleinen Parzellen um Gamlitz. Spontan vergoren, zwölf Prozent, anderthalb Gramm Zucker. Er riecht nach grünem Spargel, Zuckerschoten und Zitrus, mit Luft kommen Apfel und Wiesenkräuter dazu, und im Mund ist er kühl und würzig, mit anregender Säure und einem feinen Gerbstoff. Zum Solo-Trinken, sagt das Haus. Ich würde ihn zu einem Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl stellen, bei acht Grad, in den nächsten zwei Jahren.

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Manincor, Kaltern

Der Ansitz Manincor steht seit 1608 am Kalterer See, und sein Wappen zeigt eine Hand auf dem Herzen, man in cor. Michael Graf Goëss-Enzenberg übernahm das Gut 1991 von seinem Onkel, und erst 1996 wurde im eigenen Keller Wein gemacht, sechs Weine, im Jahr darauf dreißigtausend Flaschen. Heute sind es fünfzig Hektar in Kaltern und Terlan, seit 2006 biodynamisch, mit Demeter-Siegel, und 2007 gehörte Manincor zu den Gründern von respekt-BIODYN. 2004 hat der Graf den Keller unter den Weinberg bauen lassen, auf dem Dach stehen wieder Reben, geheizt wird mit Hackschnitzeln aus den eigenen Wäldern. Aus diesen Wäldern kommt auch ein knappes Drittel des Eichenholzes für die Fässer, es trocknet drei Jahre und geht dann zum Fassbinder Stockinger. Ein Wald brauche hundert Jahre, um nachzuwachsen, sagt der Graf, man müsse vorsichtig mit ihm sein. Sein Sauvignon Lieben Aich trägt die Tre Bicchieri des Gambero Rosso und kostet bei uns 73 €. Manina heißt auf Italienisch Händchen, und ich nehme an, die Hand aus dem Wappen ist gemeint.

Manincor La Manina IGT 2025

La Manina 2025

Weißburgunder, Chardonnay, Sauvignon Blanc · Südtirol · ca. 17 €

Gut die Hälfte Weißburgunder, ein Drittel Chardonnay, der Rest Sauvignon Blanc, aus den jüngeren Anlagen des Guts, dazu zugekaufte Trauben und die zweite Pressung der großen Lagen, deshalb steht IGT auf dem Etikett. Die Trauben bleiben sechs Stunden in der Presse auf den Schalen, der Most gärt spontan, teils im Holz, teils im Stahl, und liegt ein halbes Jahr auf der Feinhefe. Zwölfeinhalb Prozent, praktisch kein Zucker. Er riecht nach Quitte, Litschi und rosa Grapefruit, mit Salbei und Minze dahinter, und ist leicht gebaut und sehr leicht zu trinken. Das Haus serviert ihn bei acht bis zehn Grad zu Antipasti und Fisch, ich zu Schlutzkrapfen mit brauner Butter. Er hält bis 2029.

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Marco De Bartoli, Marsala

Marco De Bartoli war Rennfahrer. 1977 wurde er mit einem Osella Zweiter der letzten Targa Florio, die noch als Rennen gefahren wurde, und im Jahr darauf übernahm er den Baglio seiner Familie in der Contrada Samperi vor Marsala. Dort reifte in alten Fässern ein Wein, den die Bauern der Gegend seit Generationen nach dem Perpetuo-Verfahren nachfüllten, ohne Aufspritung, und De Bartoli füllte ihn 1980 als Vecchio Samperi ab, als Wein aus Marsala, nicht als Marsala. 1990 füllte er, als Erster, sagt die Familie, einen reinsortigen Grillo, die Traube, aus der man dort bis dahin nur Marsala machte. 1995 klagte ihn die Staatsanwaltschaft Marsala wegen Weinverfälschung an, der Betrieb stand still, und nach fünf Jahren kam der Freispruch. Er sei getroffen worden, sagte er später, als er gerade abhob. Decanter zählt den Vecchio Samperi zu den Ikonen Italiens, bei uns kostet er 60,50 €, der Quarantennale, ein Perpetuo mit vierzig Jahren Durchschnittsalter, 469 €. Marco De Bartoli starb 2011, Marsala hat eine Piazza nach ihm benannt. Seine Kinder Renato und Giuseppina führen das Haus. Ihr Bruder Sebastiano ist im Juni 2025 gestorben, und die Lese 2025, die die Familie eine außergewöhnliche nennt, ist ihm gewidmet.

Marco De Bartoli Grillo Vignaverde Sicilia DOC 2025

Grillo Vignaverde 2025

Grillo · Contrada Samperi, Marsala · ca. 16,50 €

Der Grillo steht in der Contrada Samperi, zwölf Kilometer vor Marsala, auf flachem, sandigem Kalk, und wird ab Mitte August gelesen, früh für Sizilien. Der Most klärt sich zwei Tage kalt, gärt spontan im Stahl und bleibt ein halbes Jahr auf der Hefe. Den Namen hat der kühle Jahrgang 2013 geliefert, der erste, in dem der Weinberg ungewohnt grün und üppig stand, und so soll der Wein bleiben, jung und lebendig. Er riecht nach Pfirsich, Zitrone und getrockneten Früchten, im Mund ist er salzig, mit lebendiger Säure und einem Hauch rosa Grapefruit am Ende, wo Grillo leicht bitter wird. Dazu Sarde a beccafico, oder Spaghetti mit Bottarga, bei zehn bis zwölf Grad.

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Attis, Val do Salnés

Die Brüder Baldomero und Robustiano Fariña sind zwischen Reben und Muschelflößen aufgewachsen. Ihr Großvater, ein Handelsmatrose, hatte in den fünfziger Jahren drei Bateas in die Ría de Arousa gesetzt, die Holzflöße, an denen im Salnés die Miesmuscheln wachsen, und die Familie erntet an ihnen bis heute rund dreihundert Tonnen im Jahr. Ende der achtziger Jahre eröffnete der Vater in Meaño ein Restaurant, und den Wein dafür machten die Söhne selbst, zuerst in der Garage, achttausend Flaschen. Seit 2000 heißt er Attis, nach dem Wagenlenker und Geliebten der Göttin Kybele, Robustiano hatte den Namen in einem Buch über Kunstgeschichte gefunden. Wir hatten keinen Pazo und waren keine Grafen, sagt er. 2012 haben die Brüder ihren Keller in den Granit gegraben, und James Suckling nahm ihren Nana 2023 mit 94 Punkten in seine Top 100 des Jahres. Ihren teuersten Albariño lassen sie sechs Monate lang zwölf Meter tief an den eigenen Muschelflößen hängen, bei uns 91 €. Kein Wein sei atlantischer als der eines Muschelfischers, sagt die Familie. Der Xión ist ihr jüngster Albariño.

Attis Xión Albariño Rías Baixas 2025

Xión Albariño 2025

Albariño · Val do Salnés, Rías Baixas · ca. 16,50 €

Der Albariño wächst auf Pergolen, wie es im Salnés Tradition ist, auf Granitsand, nach Westen zum Atlantik, in Parzellen, deren Reben mindestens fünfunddreißig Jahre alt sind. Die Trauben werden in kleinen Kisten gelesen, entrappt und spontan bei zwölf bis fünfzehn Grad vergoren, dann liegt der Wein vier Monate auf der Feinhefe, die regelmäßig aufgerührt wird, ohne Säureabbau. Dreizehn Prozent. Er riecht nach Zitronenmelisse, Fenchel und grünem Apfel, im Mund ist er salzig und saftig, mit einem feinen Schmelz von der Hefe. Dazu Muscheln, natürlich, oder ein Reis mit Venusmuscheln und Safran.

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Sechs weitere, für die Zwölferkiste

Für die Zwölferkiste kommen diese sechs dazu, kürzer vorgestellt. Zwei davon, Kühns Jacobus und der Gemischte Satz vom Nussberg, hätte ich ebenso gut nach oben stellen können.

Peter Jakob Kühn Riesling Jacobus trocken 2024

Riesling Jacobus trocken 2024, Peter Jakob Kühn

Riesling · Oestrich, Rheingau · ca. 17 €

Peter Jakob und Angela Kühn haben Ende der siebziger Jahre einen Fassweinbetrieb in Oestrich übernommen und ihn zu einem der angesehensten Weingüter des Rheingaus gemacht, Demeter seit 2004, Gault&Millau Winzer des Jahres 2016. Seit gut zehn Jahren macht ihr Sohn Peter Bernhard die Weine, und Eichelmann hat ihm dieses Jahr die beste Weißweinkollektion Deutschlands zugesprochen. Der Jacobus heißt nach dem Vorfahren, der 1704 nach Oestrich einheiratete, und ist der Gutsriesling: Handlese, spontane Gärung in großem Holz und Stahl, elfeinhalb Prozent. Falstaff fand Rauch, Kümmelsaat, Zitronengras und weiße Grapefruit, straff und gradlinig, 92 Punkte, und schrieb, der Einstieg liefere Spitzenqualität für den Alltag. Dazu Zander in Rieslingsauce, oder ein Handkäs mit Musik.

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Hajszan Neumann Wiener Gemischter Satz DAC Nussberg 2025

Wiener Gemischter Satz Nussberg 2025, Hajszan Neumann

Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder, Welschriesling, Muskateller · Nussberg, Wien · ca. 14 €

Stefan Hajszan, ein Wiener Sommelier, hat mit dem Architekten Heinz Neumann in Grinzing angefangen und 2006 als Erster in Wien auf Biodynamie umgestellt. 2014 wollte er nach Neuseeland und bot das Gut seinem Freund Fritz Wieninger an, der es unter dem alten Namen weiterführt. Der Nussberg ist eine alte Meeresterrasse über der Donau, Muschelkalk, und der Gemischte Satz ist die Wiener Art, Wein zu machen: mindestens drei Sorten im selben Weingarten, gemeinsam gelesen und gekeltert. Hier sind es fünf, aus den Rieden Gollin, Obere Schoß und Weisleiten, spontan vergoren und im Stahl ausgebaut. Er riecht nach Holzbirne, Quitte und Holunderblüte, hat eine lebendige Säure und einen Hauch Rauch im Stein. Dazu ein Wiener Schnitzel.

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Fritsch Roter Veltliner Wagram 2025

Roter Veltliner Wagram 2025, Fritsch

Roter Veltliner · Oberstockstall, Wagram · ca. 13,50 €

Der Wagram ist eine Lössstufe über der Donau, sechzig Kilometer westlich von Wien, und der Name kommt vom Wogenrain, dem Meeresufer. Karl Fritsch in Oberstockstall arbeitet seit 2006 biodynamisch und gehörte 2007 zu den Gründern von respekt-BIODYN. Ich bin eben nicht so gut wie die Natur, sagt er. Der Rote Veltliner ist mit dem Grünen nicht verwandt, eine alte Sorte mit rötlicher Beerenhaut, von der es in Österreich noch gut zweihundert Hektar gibt, vor allem am Wagram. Der Gebietswein kommt von jungen Reben auf Löss, gärt spontan im Stahl und reift dort, zwölf Prozent. Er riecht nach rotem Apfel, Quitte und Grapefruit, mit Brennnessel und einem Hauch Roggenbrot, und hat die nussige Länge der Sorte. Dazu Rote Bete mit Kren, oder ein Hähnchen mit Pfifferlingen.

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Alois Lageder Misto Mare IGT 2025

Misto Mare 2025, Alois Lageder

Südtiroler Rebsorten · Südtirol · ca. 14 €

Die Lageders machen seit 1823 Wein in Margreid, seit 2004 biodynamisch, und Alois Clemens Lageder führt das Haus in sechster Generation mit seinen Schwestern. Fünfundfünfzig Hektar gehören der Familie, dazu kommen sechzig Partnerwinzer, und seit 2024 arbeiten alle biologisch oder biodynamisch. Der Misto Mare ist der Wein für die Zeit dazwischen: Wer umstellt, wartet drei Jahre auf das Zertifikat, und Lageder kauft die Trauben in diesen Jahren und füllt sie in diesen einen Wein, aus mehr als vierzehn Sorten, bewusst ohne Siegel. Das Meer im Namen ist das Urmeer, auf dessen Grund die Reben heute stehen. Elfeinhalb Prozent, trocken, im Stahl. Er riecht nach Birne, Zitronenschale und weißen Blüten, ist leicht und kühl, mit einem Hauch Gerbstoff, und Lageder trinkt ihn zum Aperitif und zu rohem Fisch.

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Celler Credo Miranius Xarel·lo 2021

Miranius 2021, Celler Credo

Xarel·lo · Penedès · ca. 14 €

Credo ist das Stillwein-Haus der Familie Mata, deren Recaredo seit 1924 in Sant Sadurní Schaumwein macht, seit 2010 biodynamisch, und deren Enoteca Turó d'en Mota 2001 vom Wine Advocate hundert Punkte bekam, als bester Schaumwein Spaniens. Miranius ist der Fuchs, der bei der Lese hinter den Reben zuschaut. Der Wein ist Xarel·lo aus drei Zonen des Penedès, von der Ebene bis auf vierhundert Meter, ohne Bewässerung, bio, spontan im Stahl vergoren, elf Prozent, knochentrocken. Der 2021er ist inzwischen vier Jahre alt, was Xarel·lo verträgt, das Haus baut seine ganze Philosophie darauf, und der Wine Advocate gab ihm 92 Punkte. Das Haus nennt ihn nackt und rein, mit knackiger Säure. Dazu Escalivada, oder gegrillte Sardinen.

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Luneau-Papin Muscadet Sèvre-et-Maine Le Verger 2024

Muscadet Le Verger 2024, Luneau-Papin

Melon de Bourgogne · La Chapelle-Heulin, Sèvre-et-Maine · ca. 15 €

Pierre-Marie Luneau und Marie Chartier-Luneau führen in Le Landreau ein Gut in neunter Generation, siebenundzwanzig Hektar, seit 2019 Demeter, und im August hat ihnen die Revue du Vin de France den dritten Stern gegeben, als einem von acht Häusern in Frankreich. Bettane und Desseauve nennen die Domaine eine der feinsten des Pays Nantais. Le Verger wächst auf Schiefer und Glimmerschiefer in La Chapelle-Heulin, gärt spontan und liegt zwölf Monate ohne Abstich auf der Feinhefe, in Fudern, Barriques und unterirdischen Betontanks. 2024 hat es ab Ende Oktober 2023 nicht mehr aufgehört zu regnen, und die Luneaus haben eine halbe Ernte gerettet. Gérard Muteaud schrieb in Challenges, der Verger sei geschliffen wie die Klinge eines Opinel. Bei zwölf Grad zu Austern, Moules marinières oder gegrilltem Fisch, sagt das Haus.

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Womit fangen Sie an?

Wenn die Kiste ankommt, stellen Sie alle sechs in den Kühlschrank. Den Eisquell und den Silvaner trinken Sie am ersten Abend, zum Butterbrot oder zu Würsten, bei acht Grad. Der Albariño und der Sauvignon Blanc gehören zu Fisch oder zu Muscheln. Die Manina und den Grillo heben Sie sich für den Abend auf, an dem gekocht wird, bei zehn bis zwölf Grad.

Sechs unter zwanzig:
1× Battenfeld-Spanier Eisquell 2025 → Mirabelle, weißer Pfirsich, Kalk
1× Luckert Silvaner 2025 → Birne, Kerbel, fränkisch trocken
1× Sattlerhof Kleine Gärten Sauvignon Blanc 2025 → grüner Spargel, Zuckerschoten, Zitrus
1× Manincor La Manina 2025 → Quitte, Litschi, rosa Grapefruit
1× De Bartoli Grillo Vignaverde 2025 → Pfirsich, Zitrone, Salz
1× Attis Xión 2025 → Zitronenmelisse, Fenchel, grüner Apfel

In der Zwölferkiste liegen dazu der Jacobus und der Gemischte Satz, der Rote Veltliner und der Misto Mare für den Aperitif, der Miranius für den Abend mit Sardinen und der Muscadet für die Austern.

Ein Klick legt alle sechs oder alle zwölf in Ihren Warenkorb. Einzelne können Sie dort weglassen oder tauschen.

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Herzliche Grüße aus Berlin,

David und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Wer sehen will, wohin es bei Luckert führt: Der Creutz 2024 kommt von den fünfhundert Quadratmetern wurzelechtem Silvaner, die Uli Luckert aus dem Wohngebiet gerettet hat, achthundert Stöcke aus der Zeit um 1870 im Abstand von fünfzig Zentimetern, deren Köpfe im Boden verschwunden sind. Vinum hat ihn mit 97 Punkten zum besten Silvaner des Landes erklärt. Ca. 195 €.