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Weinbrief ·

Der andere Rioja

Preise und Verfügbarkeit: Stand 17. Oktober 2026

Fünf Winzer unter der Sierra de Cantabria, die ihre Trauben behalten. Kalk statt Vanille. Zwei Probierpakete.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

Den Rioja, den man kennt, machen große Kellereien in Haro und Logroño: Trauben aus hunderten Weinbergen, Jahre in amerikanischer Eiche, Vanille, weiches Tannin, und auf dem Etikett steht, wie lange er im Fass lag. Crianza, Reserva, Gran Reserva: das sind Fassmonate, keine Orte. Ein Wein aus Laguardia durfte sich bis 2017 nicht einmal Wein aus Laguardia nennen. Dabei hat die Rioja Alavesa am Nordufer des Ebro einige der besten Weinberge Spaniens, deren Trauben jahrzehntelang in genau diesen Kellereien sich in der Masse auflösten. „Früher waren es 200 Prozent neues Eichenfass, die alles gleich schmecken ließen“, sagt Roberto Oliván aus Viñaspre.

Das ändert sich, durch Menschen, die ihre Trauben behalten und selbst ausbauen. Fünf dieser Winzer sind in diesem Brief. Ihr Rioja schmeckt anders: nach Kalk, nach kühler Frucht, kaum nach Fass. Einig sind sie sich nur über den Ort, über das Holz streiten sie dann doch. Dazu zwei Probierpakete.

Paket 1 · Fünf Häuser

Von jedem Haus ein Wein, dazu ein Weißer

Fünf Häuser
6 Weine · ca. 199 € →

Paket 2 · Sechs Lagen

Sechs Weine aus je einem Weinberg

Sechs Lagen
6 Weine · ca. 313 € →

Ein Klick legt alle sechs in Ihren Warenkorb.
Einzelne können Sie dort weglassen oder tauschen, auch zwischen den beiden Paketen.

Baños de Ebro: Artuke

Arturo und Kike de Miguel haben ihr Weingut nach sich selbst benannt. Ar-tu-ke. Arturo kam als Agraringenieur zurück und hatte gelernt, dass zweihundert Prozent neues Holz das Ziel seien. Er brauchte ein paar Jahrgänge, um das zu vergessen. Heute pflanzt er nur noch Buschreben. Seine berühmteste Parzelle heißt La Condenada, die Verurteilte. Tim Atkin gab dem 2020er als erstem roten Rioja hundert Punkte. Auf der Flasche klebt trotzdem das einfachste grüne Rückenetikett, weil Arturo die neuen Lagenkategorien ablehnt. „Warum darf ich nicht alle meine Weine mit dem Namen meines Dorfes etikettieren?“ Eine gute Frage.

Artuke Finca de los Locos 2021

Finca de los Locos 2021

Tempranillo, Graciano, Viura · Baños de Ebro · ca. 27,50 €

Finca de los Locos heißt die Terrasse über dem Ebro, die der Großvater 1950 kaufte. Das Dorf hielt ihn für verrückt, daher der Name. Sand und Kies, dreimal so viel Kalk wie üblich. Die Reben stammen von 1981, der Wein liegt vierzehn Monate in alten Fudern. Pflaume, Hagebutte, kalter Rauch, dahinter Cassis und Kreide. Im Mund packt er erst zu, dann wird er mit Luft hell und klar. Feinkörniges Tannin, frische Säure, 13,8 Prozent. Luis Gutiérrez gab 94 Punkte und nannte die Tannine sehr fein, was stimmt. Ich würde ihn jetzt zu Caparrones trinken, dem Eintopf aus kleinen roten Bohnen. Oder ihm noch zwei Jahre geben.

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Artuke Trascuevas 2024

Trascuevas 2024

Viura, Palomino, Malvasía · Baños de Ebro, Ábalos, Samaniego · ca. 42 €

Weißer Rioja ist eine eigene Disziplin. Dieser gehört zu den besten, die ich kenne. Viura, Palomino und Malvasía von Reben über fünfzig Jahren, aus drei Weinbergen, ganze Trauben gepresst, elf Monate halb im Fuder, halb im Beton. Mandelblüte, grüne Birne, Mirabelle. Dann frisch geschnittener Stein und Salz, fast wie Brezelkruste. Straff und saftig, mit einer feinen Bitternote am Ende, die ihn lang macht. Gutiérrez und Suckling gaben beide 95 Punkte, und für einmal bin ich mit beiden einverstanden. Zu Bacalao al pil-pil. Oder kalt zu Mandeln und Oliven, bevor jemand kocht.

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Artuke Paso las Mañas 2021

Paso las Mañas 2021

Tempranillo · Samaniego · ca. 35 €

Paso las Mañas ist der höchste Hang von Samaniego. Knapp vier Hektar Ton und Kalk nach Süden, 1999 gepflanzt. Im zweiten Jahr brach der Wind dreihundert Stöcke, seitdem steht hier jede Rebe am Pfahl, und gelesen wird einen Monat später als in den anderen Lagen des Hauses. Rote Früchte, Erde, Kräuter, nichts davon zu viel. Ein Wein, der klar ist wie ein Gebirgsbach, mit kreidigem Tannin und viel Griff. Gutiérrez schrieb von einer explosiven Nase nach Himbeeren, 95 Punkte, bei moderaten 13,6 Prozent. Lamm vom Rebholzgrill. Oder ein Stück Idiazábal.

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Laguardia: Artadi

Juan Carlos López de Lacalle hat Ende 2015 getan, was in der Rioja undenkbar war. Er hat die Herkunftsbezeichnung verlassen, „aber nicht mein Dorf und nicht meine Parzellen“. Der Rat schickte Mitarbeiter, um die unbenutzten Rückenetiketten abzuholen. Artadis Argument war schlicht: In einer Kategorie standen Weine von zwei und von zweihundert Euro, unterschieden nur nach Monaten im Fass. Zwei Jahre später führte der Rat Dorf- und Lagenweine ein. Heute führt der Sohn Carlos 56 Hektar in Laguardia und Elvillar. Sein Vater nannte die Sorte ein Chamäleon zwischen Nebbiolo und Pinot Noir, „aber Vorsicht, er trägt auch viel“.

Artadi Valdeginés 2022

Valdeginés 2022

Tempranillo · Laguardia · ca. 60 €

Vier Hektar Kalklehm über Laguardia, nach Osten. Gepflanzt 1989 und 1992, also jünger, als man beim Preis vermutet. López de Lacalle hielt das Alter eines Weinbergs ohnehin für weniger wichtig als seinen Boden. Spontan vergoren im offenen Holzbottich, dann Barrique und größere Fässer. Veilchen, Kirsche, ein Hauch Pfeffer. Seidig, schlank und trotz vierzehneinhalb Prozent erstaunlich leicht. Knackige rote Frucht, geschliffene Tannine, Feinheit statt Fülle, und das Holz merkt man nicht. Suckling gab 96, Gutiérrez 94 Punkte. Eine Stunde vorher öffnen, zu Entenbrust oder Pilzen mit Polenta. Von den zwölf Weinen hier ist er der, den ich zuerst öffnen würde.

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Artadi La Hoya 2022

La Hoya 2022

Tempranillo · Elvillar · ca. 63 €

La Hoya ist Artadis Lage in Elvillar, eine Senke, die die Wärme hält. Reben von 1965 in tiefem Lehm über Sandstein. Rote, blaue und schwarze Frucht zugleich, kühl, mit Kräutern. Lebhafte Säure, seidige Tannine, und er fließt mühelos. Fünftausend Flaschen. Suckling 95, Gutiérrez 94, Peñín 94. Ich erwähne die Einigkeit nur, weil sie selten ist. Zum Lammkarree, oder zu gereiftem Manchego.

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Samaniego: Remírez de Ganuza

Fernando Remírez de Ganuza war Makler und baute 1989 in Samaniego eine Bodega, ohne je Weinbau gelernt zu haben. „Alles war ein Versuch“, sagt seine Tochter Cristina. An seinem Sortiertisch werden die Trauben bis heute zerschnitten: Die Schultern gehen in Reserva und Gran Reserva, die Spitzen in den jungen Wein. Die Lesehelfer werden nach Stunden bezahlt, nicht nach Kisten. „Es ist Aufgabe der Bodega, den Wein reifen zu lassen“, sagt Cristina. Ich begegne dieser Schule mit Vorbehalt. Bis ich einen zwölf Jahre alten Trasnocho im Glas habe.

Remírez de Ganuza Fincas de Ganuza Reserva 2018

Fincas de Ganuza Reserva 2018

Tempranillo, Graciano, Mazuelo · Samaniego · ca. 37 €

Die Reserva des Hauses kommt aus den jüngeren Weinbergen, 25 bis 40 Jahre alt, in neun Gemeinden am Fuß der Sierra. Zwei Jahre Barrique, ein großer Teil davon neu. Das ist mehr Holz, als ich sonst suche. Die Trauben halten es aus. Schwarzkirsche, Kaffee, Zedernholz, dahinter Brombeere und Vanille, und darunter bleibt er kühl und frisch, mit griffiger Säure und einer dunklen Frucht, die Gewicht hat und saftig bleibt. Er schmeckt am ehesten nach der Rioja, die man kennt. Nur besser gemacht. Joaquín Hidalgo gab 93 Punkte. Chuletillas über Rebholzglut, ohne Fleisch eine Menestra aus Artischocken und Mangold.

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Remírez de Ganuza Olagar Gran Reserva Blanco 2019

Olagar Gran Reserva Blanco 2019

Viura · San Vicente de la Sonsierra · ca. 89 €

Eine Parzelle von 1978 in San Vicente de la Sonsierra, 620 Meter hoch, schon jenseits der Provinzgrenze. Nur Viura. Vergoren wird allein der Most, der ohne Pressen abläuft, in neuen Barriques. Statt die Hefe aufzurühren, dreht man die Fässer. Eines hat einen Glasboden, durch den man dem Trub beim Absinken zusieht. Nach zehn Monaten im Holz bleibt der Wein sechs Jahre in der Flasche, bevor er das Haus verlässt. Pfirsich, Quitte, geröstete Mandeln, ein Hauch Vanille. Cremig und zugleich frisch, und er hört lange nicht auf. Der 2017er wurde 2025 im Rioja-Report Weißwein des Jahres. Ein großer weißer Rioja im alten Sinn. Und einer, der zeigt, warum man den alten Sinn nicht abschaffen sollte. Zu Pilzen aus der Pfanne, oder Bacalao.

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Elvillar: Maisulan

Luis Ruiz de Viñaspre und Eva Fernández haben zunächst Trauben verkauft. 2001 fing Luis in Elvillar neu an, zwanzig Hektar an kleinen Hängen zwischen Schluchten und hundertjährigen Olivenbäumen. Die Bodega hat kein Schild. Die Weine heißen Maisulan 6 und Maisulan 12, nach den Monaten im Barrique, und ich finde das ehrlicher als manches Lagenetikett. Im Weinberg folgen die beiden Masanobu Fukuoka, dem japanischen Bauern, der das Nichtstun zur Methode machte. Kein Kritiker von Rang hat die Weine bisher bewertet. Für Sie ist das ein Vorteil, solange es so bleibt.

Maisulan 12 2020

Maisulan 12 2020

Tempranillo, Graciano · Elvillar, Viñaspre · ca. 15,50 €

Tempranillo mit Graciano aus fünf Lagen in Viñaspre und Elvillar, 450 bis 550 Meter hoch, Reben bis fünfzig Jahre alt. Zwölf Monate im Barrique, daher die Zahl im Namen. Rote Beeren, Veilchen, etwas Erde. Ein weicher, saftiger Wein mit seidigem Tannin und dezentem Holz, nichts daran ist schwer. 2020 war ein gutes Jahr in der Rioja, und mit sechs Jahren ist er in seinem Fenster. Für dieses Geld kenne ich in der Rioja wenig Besseres. Zu Patatas a la riojana, mit Chorizo oder ohne.

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Maisulan Txabola Graciano 2022

Txabola Graciano 2022

Graciano · Elvillar, Los Lagos · ca. 36 €

Los Lagos ist ein steiler Südhang über Elvillar, 525 Meter, oben so flachgründig, dass der Fels durchkommt. Reiner Graciano. In der Rioja verschwindet die Sorte sonst in kleinen Anteilen in Verschnitten, hier zeigt sie, was sie allein kann. Kühl und klar, rote Frucht, Blüten, Thymian, dann Kirsche und ein Hauch Zitrus. Feinkörniges Tannin, schlank gebaut. Zementtank, dann gebrauchte Fässer von 225 und 500 Litern. Txabola heißt die Feldhütte. Auf dem Etikett steht: Während ich die Erde bearbeite, mache ich Pause unter den Mandelbäumen. Zu Morcilla, oder zu einem Pilzragout.

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Viñaspre: Tentenublo

Roberto Oliván ist die vierte Generation einer Familie, die Weinberge besaß und die Trauben verkaufte. 2011 füllte er 3.500 Flaschen in einer Garage, heute rund 40.000 in Lanciego. Tentenublo ist das Wetterläuten, mit dem die Dörfer hier Hagelwolken vertreiben. Auf den Etiketten steht V.L.A.V., freie Weinberge des Weilers Viñaspre. Als Dorfwein darf nur heißen, was aus dem Dorf der Kellerei kommt, also hat sich Oliván seinen Weiler selbst aufs Etikett geschrieben. Über die Region sagt er, was sonst kaum jemand so offen sagt: „Die Mitte wird verschwinden.“

Tentenublo V.L.A.V. Custero 2024

V.L.A.V. Custero 2024

Garnacha, Tempranillo, Calagraño · Viñaspre · ca. 16,50 €

Der junge Wein des Hauses. Er wächst in einer kleinen Parzelle in Viñaspre, die Oliván mit eigener Massenselektion gepflanzt hat, Garnacha vor Tempranillo, dazu Calagraño, Garnacha Gris und ein wenig Monastrell. Sauerkirsche, Waldhimbeere, Johannisbeere, kühl und kalkig. Griffig und straff, mit einer Säure, die man in der Rioja selten hat, am Ende Wacholder und Pfeffer. Leicht gekühlt zu Pintxos, zu Chorizo vom Grill, zu Piquillo-Paprika. Man braucht keinen Anlass dafür.

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Tentenublo Escondite del Ardacho Las Guillermas 2019

Escondite del Ardacho Las Guillermas 2019

Tempranillo, Viura · Lanciego · ca. 40 €

Ein Weinberg in Lanciego, rund siebzig Jahre alt. Tempranillo und bis zu vierzig Prozent Viura stehen durcheinander und werden zusammen vergoren, wie es die Großväter machten. Rote Früchte und Apfelschale, da verrät sich die Viura. Dazu eine Säure, die man bei Rotwein selten findet. Biss, schlanker Körper, feinkörniges Tannin, ein Rotwein mit der Seele eines Weißweins. 2019 ist der letzte Jahrgang, den der Kontrollrat mit Excelente bewertet hat, und er ist jetzt offen. Zu frittierten Sardellen, zu Pochas.

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Tentenublo Escondite del Ardacho San José 2022

Escondite del Ardacho San José 2022

Viura, Malvasía, Tempranillo · Lanciego · ca. 49,50 €

Der jüngste der Serie, erster Jahrgang 2022, 995 Flaschen. Ein Mischsatz von 1952 in Lanciego, sechzig Prozent Viura und Malvasía, vierzig Prozent Tempranillo, zusammen mit den Rappen vergoren. Kühle blaue Frucht und Kräuter, dann viel Energie. Fünfzehneinhalb Prozent, die die Frische auffängt, feinkörniges Tannin, eine würzige Herbe, großer Zug. Kein Wein für nebenbei. Ich würde ihn für einen Abend aufheben, an dem Zeit ist, und ihm eine Karaffe gönnen. Zu Jamón Ibérico, zu gereiftem Idiazábal.

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Womit anfangen?

Mit dem Custero und dem Maisulan 12, leicht gekühlt, am ersten Abend. Den Trascuevas zum Fisch. Finca de los Locos und Fincas de Ganuza sind zwei Antworten auf dieselbe Frage, wie viel Holz ein Tempranillo verträgt. Ich würde sie an einem Abend nebeneinander stellen. Den Valdeginés zuletzt, mit einer Stunde Luft.

Fünf Häuser:
1× Finca de los Locos 2021 → Pflaume, Hagebutte, kalter Rauch
1× Trascuevas 2024 → Mandelblüte, Stein, Salz
1× Fincas de Ganuza Reserva 2018 → Schwarzkirsche, Zedernholz, kühl
1× Valdeginés 2022 → Veilchen, Kirsche, Pfeffer
1× Maisulan 12 2020 → rote Beeren, Veilchen, weich
1× V.L.A.V. Custero 2024 → Sauerkirsche, Kalk, Wacholder

Bei den sechs Lagen: Las Guillermas und Paso las Mañas sind jetzt offen. La Hoya und Txabola gehören zum Lamm oder zu Pilzen, der Olagar zum Bacalao. Den San José heben Sie sich für einen Abend auf, an dem Zeit ist.

Ein Klick legt alle sechs in Ihren Warenkorb. Einzelne können Sie dort weglassen oder tauschen.

Wir haben rund vierzig Weine dieser fünf Häuser im Shop, ein Teil davon wächst jenseits der Provinzgrenze in der Rioja Alta: Artuke, Remírez de Ganuza, Artadi, Maisulan und Tentenublo. Zwei, die in diesem Brief noch nicht vorkamen: Artukes Pies Negros 2024, der Wein aus acht Parzellen in Ábalos, benannt nach dem Treten der Trauben, ca. 17,50 €, und die Reserva 2013 in der Magnum von Remírez de Ganuza, dreizehn Jahre alt, ca. 175 €.

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Herzliche Grüße aus Berlin,

Lisa und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Trasnocho heißt so viel wie durchgemachte Nacht. Fernando Remírez de Ganuza hat ab 1992 an diesem Wein gebaut und 2001 den ersten gefüllt. Es gehen nur die Traubenschultern hinein, vergoren mit den Schalen von Viura und Malvasía. Statt einer Presse legt eine wassergefüllte Membran die Maische mit halbem Druck gegen die Tankwand, ohne Reibung und ohne Luft. Das Verfahren ist patentiert. Zwanzig Monate neue Barriques, etwa neuntausend Flaschen im Jahr. Der Trasnocho 2014 ist zwölf Jahre alt. Sandelholz, schwarzer Kardamom, Tabak und Mokka, dahinter Schwarzkirsche, Maulbeere und gedörrte Pflaume. Dicht, engmaschig im Tannin, mit einer frischen Säure, die das alles trägt, und einem sehr langen Abgang. Das ist der Wein, der mich mit der Schule von Samaniego versöhnt. Ca. 100 €.