Sechs weitere, für die Zwölferkiste
In der Zwölferkiste liegen die sechs von oben und diese sechs. Ich stelle sie kürzer vor, der Brief ist auch so lang genug, und drei von ihnen, Meinklang, Flo Busch und Callejo, hätten genauso gut oben stehen können.
Blaufränkisch 2023, Meinklang
Blaufränkisch · Pamhagen, Burgenland · ca. 11,50 €
Die Michlits in Pamhagen, am Ostufer des Neusiedler Sees, führen einen Hof, auf dem die Reben nur ein Teil des Ganzen sind. Werner und Angela machen den Wein, Hannes baut das Getreide an, Lukas hält die Angus-Rinder, und der ganze Betrieb ist Demeter-zertifiziert. Der Blaufränkisch gärt spontan auf der Maische, reift teils im gebrauchten Holz und teils im Stahl und kommt unfiltriert in die Flasche, mit zwölf Prozent. Er riecht nach Brombeere und Schwarzkirsche, mit einem Hauch Graphit, und ist straff und schnörkellos, wie die Michlits selbst sagen. Trinken Sie ihn leicht gekühlt, zu geschmortem Rind oder zu Krautfleckerl.
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Vindabeive rosso 2024, Valfaccenda
Nebbiolo · Canale, Roero · ca. 17 €
Luca Faccenda und Carolina Roggero haben 2010 in Canale angefangen, mit zwei Hektar Familienreben, deren Trauben bis dahin verkauft wurden. Heute sind es knapp vier Hektar steiler Sandböden, biologisch bewirtschaftet, auf denen nichts anderes wächst als Nebbiolo und Arneis, und das Tal, nach dem das Gut heißt, steht schon auf einer Karte von 1749. Vindabeive soll im Dialekt des Roero so viel heißen wie Wein, den man trinkt, und so ist er gemacht: Nebbiolo von den jüngeren Reben, zur Hälfte als ganze Trauben vergoren, nur fünf Tage auf den Schalen, zwölfeinhalb Prozent. Er riecht nach Sauerkirsche, Preiselbeere und Veilchen, mit etwas Lorbeer, und hat ein feines Prickeln von der Gärung, das ihn leicht macht. Trinken Sie ihn jung und kühl, zu gebratener Hühnerleber oder zu Peperonata.
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Il Corzanello Rosso 2025, Corzano e Paterno
Sangiovese, Merlot, Cabernet · San Casciano, Toskana · ca. 13 €
Wendelin Gelpke, ein Architekt aus der Schweiz, kaufte 1969 das verfallene Gut Corzano bei San Casciano, am Rand des Chianti Classico, und ein paar Jahre später das Nachbargut Paterno. Heute führen sein Neffe Aljoscha Goldschmidt und Arianna Gelpke den Betrieb, biologisch zertifiziert und neben dem Wein für seinen Schafskäse bekannt. Der Corzanello ist der Wein für jeden Tag: Sangiovese mit Merlot und etwas Cabernet von den jüngeren Reben, nur fünf Tage auf der Maische, weil die Familie hier bewusst wenig Tannin will, und ohne Holz. Er riecht nach Kirsche und Pflaume, mit Leder und Tabak dahinter, und ist weich und saftig. Er passt zu Rosticciana vom Grill, zu Pici al pomodoro oder zu ihrem eigenen Pecorino.
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„Heureux qui comme…“ 2022, Flo Busch
Carignan, Grenache, Syrah · Terrasses du Larzac · ca. 16,50 €
Florian Busch ist der Sohn von Rita und Clemens Busch von der Mosel. Er hat in Geisenheim studiert, in der Provence gearbeitet und war zuletzt Kellermeister der Domaine d'Aupilhac in Montpeyroux, einem der Häuser, die den Terrasses du Larzac ihren Ruf gegeben haben. 2018 hat er mit Paola Ponsich nebenan in Jonquières angefangen, mit viereinhalb Hektar Reben, Demeter-zertifiziert, und ihren Kräuterfeldern. Der Name des Weins zitiert du Bellay, glücklich, wer wie Odysseus eine schöne Reise gemacht hat, und man darf das auf den Winzer beziehen. Der Carignan stammt von vierzig Jahre alten Reben auf Kalkmergel voller Austernfossilien, dazu kommen Grenache und Syrah, zwei Wochen auf der Maische, zehn Monate in gebrauchten Fässern und Stahl, unfiltriert, dreizehn Prozent. Er riecht nach Schwarzkirsche, Maulbeere und Schlehe, mit den Kräutern der Garrigue, und hat ein festes, feines Tannin. Dazu eine Lammkeule mit Thymian, oder ein Pélardon.
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Flores de Callejo 2024, Félix Callejo
Tinto Fino (Tempranillo) · Sotillo de la Ribera, Ribera del Duero · ca. 13 €
Félix Callejo hat 1989 in Sotillo de la Ribera angefangen, und heute führen seine vier Kinder das Gut, biologisch zertifiziert, mit siebenundzwanzig Parzellen zwischen achthundert und neunhundert Metern. José Félix hat bei Pétrus gearbeitet, Noelia in Napa und Mendoza, und Tim Atkin hat die beiden 2021 in seinem Bericht über die Ribera del Duero zu den Winzern des Jahres erklärt. Ihr größter Wein kostet um die 90 €. Der Flores ist der Anfang der Reihe, reiner Tinto Fino, zu einem Drittel im 500-Liter-Fass ausgebaut, der Rest in Stahl und Beton. Er riecht nach Schattenmorelle, Brombeere und Veilchen, und im Mund ist er heller und frischer, als die Nase vermuten lässt, mit dreizehneinhalb Prozent. Dazu Lammkoteletts mit Rosmarin, oder Ofengemüse mit Knoblauch und Thymian.
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„Emilio Valerio“ 2020, Laderas de Montejurra
Garnacha, Tempranillo, Merlot, Cabernet · Dicastillo, Navarra · ca. 10 €
Die Valerios sind seit dem vierzehnten Jahrhundert in Navarra zu Hause, und Emilio Valerio hat die Bodega der Familie in Dicastillo, am Fuß des Montejurra, in den achtziger Jahren wieder aufgebaut. Seit 2002 ist der Betrieb biologisch zertifiziert und wird biodynamisch gepflegt, mit Pferden im Weinberg und ohne Bewässerung, und die Weine haben zuerst Olivier Rivière und seit 2015 Jean-François Hébrard gemacht, zwei Franzosen, denen man das Handwerk anmerkt. Der Wein besteht aus Garnacha mit Tempranillo, Merlot und Cabernet von im Schnitt vierzig Jahre alten Reben auf Kalk und Sandstein und liegt ein Jahr in Beton und Holz, mit vierzehneinhalb Prozent. Er riecht nach Kirsche und Johannisbeere, ist seidig und erstaunlich kühl für seinen Alkohol und kostet zehn Euro. Ich weiß nicht, wie Emilio Valerio das macht. Dazu Cordero al chilindrón, oder gefüllte Piquillo-Paprika.
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