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Weinbrief ·

Die besten Rotweine unter 20 Euro

Preise und Verfügbarkeit: Stand 4. Oktober 2026

Geheimtipp unter Sommeliers: der kleine Wein der großen Häuser. Sechs Rote unter 20 €, von Sottimano bis Loimer. Oder gleich zwölf.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌

Hallo,

Unter Sommeliers gibt es einen Geheimtipp: der kleine Wein der großen Häuser. Bei Sottimano ist das der Dolcetto, bei Heinrich der Blaufränkisch, beim Château de Coulaine der Chinon, der einfach nach dem Gut heißt. Er kommt aus demselben Keller wie die Weine, für die das Haus berühmt ist, mit derselben Sorgfalt, und er kostet einen Bruchteil, weil die Traube eine andere ist, die Reben jünger sind oder der Wein früher aus dem Fass kommt. Auf guten Weinkarten steht er deshalb glasweise.

Sechs davon habe ich für diesen Brief ausgesucht: die drei genannten, dazu der Dorfwein von Tentenublo aus der Rioja Alavesa, der Corralón von Jiménez-Landi aus Méntrida und der Pinot Noir von Loimer aus Langenlois. Sie kosten zwischen 14 und 17,50 €, die großen Weine derselben Häuser das Zwei- bis Fünffache.

Dazu eine Zwölferkiste: dieselben sechs und sechs weitere, alle unter zwanzig Euro, vom Demeter-Hof Meinklang am Neusiedler See bis zu Clemens Buschs Sohn Florian im Languedoc.

Paket 1 · Sechs unter zwanzig

Burgenland · Piemont · Loire · Rioja · Gredos · Kamptal

Sechs unter zwanzig
6 Weine · ca. 95 € →

Paket 2 · Zwölf unter zwanzig

Die sechs von oben · Meinklang · Valfaccenda · Corzano · Flo Busch · Callejo · Emilio Valerio

Zwölf unter zwanzig
12 Weine · ca. 176 € →

Ein Klick legt alle sechs oder alle zwölf in Ihren Warenkorb.
Einzelne können Sie dort weglassen oder tauschen.

Heinrich, Gols

Gernot und Heike Heinrich sind in Gols zu Hause, am Nordufer des Neusiedler Sees, und arbeiten seit 2006 biodynamisch, mit Demeter-Siegel. Im selben Jahr kauften sie drüben am Leithagebirge ihren ersten Weingarten am Alter Berg, der damals zu zwei Dritteln brachlag. Sieben Jahre später war ihr Blaufränkisch von dort Sieger der Falstaff-Rotweingala, und heute kostet er 56 €. Jamie Goode, der die Weine des Hauses seit Jahren verfolgt, nennt die Heinrichs einen der eigenwilligsten Erzeuger Österreichs. Der Out of the dark kommt von denselben Hängen des Leithagebirges wie der Alter Berg, und wer wissen will, was dieses Haus mit Blaufränkisch vorhat, fängt am besten hier an.

Heinrich Out of the dark Blaufränkisch 2023

Out of the dark Blaufränkisch 2023

Blaufränkisch · Winden und Breitenbrunn, Leithagebirge · ca. 17,50 €

Die Trauben wachsen in Winden und Breitenbrunn, auf Kalk und Glimmerschiefer, und kommen als ganze Trauben in den Gärbehälter, wo sie sechs Tage bleiben. Danach reift der Wein in der Amphore auf seiner Hefe und wird ohne Filtration und ohne Schwefelzugabe gefüllt, mit zwölfeinhalb Prozent. Er riecht nach Sauerkirsche, roter Stachelbeere und Salbei, dahinter ein wenig Fichtennadel, und im Mund ist er leicht und saftig, mit einer Säure, die den Wein trägt, und einem Tannin, das man kaum bemerkt. Jamie Goode hat ihm 94 Punkte gegeben, und ich habe nach dem zweiten Glas verstanden, warum. Heinrich empfiehlt fünfzehn Grad. Dazu passt Blunzengröstl, oder Krautfleckerl mit Kümmel.

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Sottimano, Neive

Rino Sottimano hat Ende der sechziger Jahre, frisch vom Önologiestudium, ein Gehöft in Cottà gekauft, mit einem kleinen Weinberg dabei. Heute führen seine Kinder Andrea, Elena und Claudia das Gut, mit Parzellen in fünf Barbaresco-Crus, und Antonio Galloni schreibt, die Familie habe sich fest unter den besten Erzeugern des Barbaresco etabliert. Die Crus kosten bei uns 82 bis 99 €. Der Dolcetto war von Anfang an dabei: Bric del Salto heißt der kleine Weinberg, den die Sottimanos in den siebziger Jahren gekauft haben, und der Name steht bis heute auf dem Etikett, obwohl die Trauben inzwischen aus drei Lagen kommen, aus Cottà, Basarin und San Cristoforo, also zum Teil aus denselben Hügeln wie der Barbaresco.

Sottimano Dolcetto d'Alba Bric del Salto 2025

Dolcetto d'Alba „Bric del Salto“ 2025

Dolcetto · Neive, Piemont · ca. 15 €

Der Dolcetto steht auf dreieinhalb Hektar in Neive, wird spontan vergoren und bleibt drei Wochen auf der Maische, was für diese Traube lang ist. Danach liegt der Wein ein halbes Jahr im Stahl auf der Feinhefe und wird weder geschönt noch filtriert. Er riecht nach Amarenakirsche, Pflaume und Wacholder, mit etwas Nelke und Walnuss, und im Mund hat er den leicht bitteren Biss im Abgang, an dem man Dolcetto im Dunkeln erkennt. Vinous schrieb über den Vorgänger, er erinnere an eine Zeit, in der Reife und Alkohol bescheidener waren als heute. Trinken Sie ihn in den nächsten zwei, drei Jahren, zu Tajarin mit Butter und Salbei oder zu einem Vitello tonnato.

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Château de Coulaine, Chinon

Das Château de Coulaine liegt auf der Halbinsel zwischen Loire und Vienne, ein paar Kilometer westlich von Chinon, und es gibt dort seit dem vierzehnten Jahrhundert Wein. Rabelais, der aus der Gegend stammte, erwähnt das Gut im Gargantua. Als Étienne und Pascale de Bonnaventure 1988 übernahmen, war vom Weinberg nur gut ein Hektar geblieben, und sie bauten das Gut neu auf, 1997 als erstes der Appellation mit Bio-Zertifikat. Heute macht ihr Sohn Jean den Wein. Seine Diablesse von einer einzigen Parzelle alter Reben bekam vom Wine Advocate 93 Punkte, und der Chinon, der einfach Château de Coulaine heißt, ist der Wein aus den jüngeren Reben rund um das Schloss.

Château de Coulaine Chinon 2023

Chinon 2023

Cabernet Franc · Chinon, Loire · ca. 15,50 €

Der Cabernet Franc wächst auf den Hängen und Plateaus rund um das Schloss, auf Sand und Schluff über dem Tuffeau, dem weichen Kalk, aus dem an der Loire die Keller geschlagen sind. Die Trauben werden kalt eingemaischt und mit den eigenen Hefen vergoren, mit wenig Extraktion, und der Wein bleibt zehn Monate im großen Betontank, bei zwölfeinhalb Prozent. Er riecht nach Himbeere, Veilchen und Sauerkirsche, mit etwas Pfeffer und einem Hauch von Stiel, und im Mund ist er saftig und schlank, mit dem feinen Griff, den Cabernet Franc an der Loire hat. Es ist ein Chinon, wie man ihn in den Bistros von Tours ins Glas bekommt, wenn man Glück hat, und zu Rillons oder einem Sainte-Maure braucht er nichts weiter.

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Tentenublo, Viñaspre

Roberto Oliváns Familie in Viñaspre hat ihre Trauben jahrzehntelang verkauft, bis 2010 der Kilopreis auf fünfzig Cent fiel. Im Jahr darauf übernahm er die alte Kellerei seiner Mutter in Lanciego und füllte 3.500 Flaschen, unter dem Namen der Glocke, mit der man in der Rioja Alavesa die Hagelwolken vertrieb: Tentenublo. Vier Jahre später kürte ihn Tim Atkin in seinem Rioja-Report zum Nachwuchswinzer des Jahres, und seine Einzellagen, Parzellen von kaum einem Hektar mit Reben, die über hundert Jahre alt sind, kosten heute zwischen 32 und 50 €. Der V.L.A.V. ist sein Dorfwein aus mehreren Parzellen um Viñaspre, und von allen sechs in dieser Kiste der, bei dem ich am längsten gebraucht habe, um den Preis zu glauben.

Tentenublo V.L.A.V. Tinto 2022

V.L.A.V. Tinto 2022

Garnacha, Tempranillo, Viura · Viñaspre, Rioja Alavesa · ca. 15 €

Garnacha und Tempranillo wachsen hier zusammen mit einem Anteil weißer Viura, wie es in den alten Weinbergen der Rioja Alavesa üblich war, auf Parzellen um die sechshundert Meter am Fuß der Sierra Cantabria, Kalkmergel und Sandstein, kühl und windig. Oliván macht den Wein wie die Cosecheros, die Kleinwinzer der Gegend, es früher getan haben: ganze Trauben mit den Stielen, zum Teil mit den Füßen getreten, spontan vergoren, dann gebrauchte Fässer und Beton und so wenig Schwefel wie möglich. Er hat vierzehneinhalb Prozent und riecht nach Zwetschge, Blaubeere und schwarzem Tee, und im Mund ist er kreidig, mit einem dichten, feinkörnigen Tannin, das noch Kanten hat und beim Essen die Hälfte davon verliert. Lammkoteletts über Rebholz wären das Richtige, und wer kein Rebholz hat, nimmt Pochas mit Paprika.

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Jiménez-Landi, Méntrida

Méntrida liegt südwestlich von Madrid, in der Provinz Toledo, und war lange keine Adresse, nach der man suchte. 2004 übernahmen die Cousins José und Daniel Jiménez-Landi die Bodega ihrer Familie, ein Gutshaus, dessen ältester Teil aus dem sechzehnten Jahrhundert stammt, mit einer Höhle voller Tonkrüge. Sie fingen an, Garnacha hell und kühl zu machen, mit Stielen vergoren und in großem Holz, bevor die Sierra de Gredos dafür bekannt wurde. Daniel ging wenige Jahre später und wurde mit Comando G berühmt, dessen Rumbo al Norte 2021 vom Wine Advocate hundert Punkte bekam. José blieb und führt die Bodega weiter. Sein Ataulfos, eine einzige Parzelle Buschreben auf 830 Metern, hat zuletzt 94 Punkte bekommen und kostet 71,50 €. El Corralón ist der Wein, den die Bodega in der größten Menge macht, von den Parzellen in der Ebene bei Méntrida.

Jiménez-Landi El Corralón 2020

El Corralón 2020

Garnacha, Syrah, Cabernet Sauvignon · Méntrida · ca. 14 €

Der Corralón besteht zu zwei Dritteln aus Garnacha, zu knapp einem Drittel aus Syrah und zu einem kleinen Rest aus Cabernet Sauvignon, alles von Granitsand auf sechshundert Metern. Ein Drittel der Trauben gärt mit den Stielen, der Wein bleibt drei bis vier Wochen auf der Maische und reift dann in Fässern, von denen keines kleiner ist als fünfhundert Liter, bevor er unfiltriert gefüllt wird, mit vierzehneinhalb Prozent. James Suckling fand darin Himbeere, Orangenschale und Steinpilz, dazu Muskat und Pfeffer, und nannte ihn durchsichtig, saftig und lebendig. Nach sechs Jahren ist die Frucht noch da, und die Kanten, die ein junger Garnacha von hier hat, sind weg. Es ist der einzige Wein in der Kiste mit etwas Alter, und ich würde ihn als letzten öffnen, zu Lamm oder zu weißen Bohnen mit Thymian.

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Loimer, Langenlois

Fred Loimer hat 1998 das Weingut seines Vaters in Langenlois übernommen und wenig später einen schwarzen Kubus über den hundertfünfzig Jahre alten Lösskeller gesetzt. 2002 war er Falstaffs Winzer des Jahres, 2006 stellte er auf Biodynamie um, und 2007 gründete er mit ein paar Kollegen den Verband respekt-BIODYN. Seit 2004 bewirtschaftet er außerdem das alte Gut Schellmann in Gumpoldskirchen, südlich von Wien, wo der Boden Kalk ist, was dem Pinot Noir entgegenkommt. Von dort kommt der Anning, sein großer Pinot, für 45,50 €. Der Pinot Noir ohne Lagennamen nimmt Trauben aus Gumpoldskirchen und aus Langenlois, und er ist der Wein in dieser Kiste, den ich am ehesten nachkaufe.

Loimer Pinot Noir 2023

Pinot Noir 2023

Pinot Noir · Niederösterreich · ca. 17,50 €

Die Trauben aus Gumpoldskirchen wachsen auf Ton und Kalkschotter, die aus Langenlois auf Löss. Loimer liest sie von Hand in kleine Kisten und vergärt sie als ganze Trauben, mit allen Stielen, vier Wochen lang in Holzbottichen. Dann liegt der Wein ein Jahr im 300-Liter-Fass und drei Monate im Stahl und kommt ohne Filtration in die Flasche, mit zwölfeinhalb Prozent. Er ist hell im Glas und riecht nach Preiselbeere, Kirsche und Lavendel, im Mund kreidig und fein, mit einem Tannin, das man eher spürt als schmeckt. Loimer selbst nennt ihn sehr burgundisch, und ich hätte das Wort gern vermieden, aber es trifft. Er hält bis 2030. Loimer empfiehlt Coq au Vin, ich ein Eierschwammerlgulasch mit Knödel.

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Sechs weitere, für die Zwölferkiste

In der Zwölferkiste liegen die sechs von oben und diese sechs. Ich stelle sie kürzer vor, der Brief ist auch so lang genug, und drei von ihnen, Meinklang, Flo Busch und Callejo, hätten genauso gut oben stehen können.

Meinklang Blaufränkisch 2023

Blaufränkisch 2023, Meinklang

Blaufränkisch · Pamhagen, Burgenland · ca. 11,50 €

Die Michlits in Pamhagen, am Ostufer des Neusiedler Sees, führen einen Hof, auf dem die Reben nur ein Teil des Ganzen sind. Werner und Angela machen den Wein, Hannes baut das Getreide an, Lukas hält die Angus-Rinder, und der ganze Betrieb ist Demeter-zertifiziert. Der Blaufränkisch gärt spontan auf der Maische, reift teils im gebrauchten Holz und teils im Stahl und kommt unfiltriert in die Flasche, mit zwölf Prozent. Er riecht nach Brombeere und Schwarzkirsche, mit einem Hauch Graphit, und ist straff und schnörkellos, wie die Michlits selbst sagen. Trinken Sie ihn leicht gekühlt, zu geschmortem Rind oder zu Krautfleckerl.

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Valfaccenda Vindabeive rosso 2024

Vindabeive rosso 2024, Valfaccenda

Nebbiolo · Canale, Roero · ca. 17 €

Luca Faccenda und Carolina Roggero haben 2010 in Canale angefangen, mit zwei Hektar Familienreben, deren Trauben bis dahin verkauft wurden. Heute sind es knapp vier Hektar steiler Sandböden, biologisch bewirtschaftet, auf denen nichts anderes wächst als Nebbiolo und Arneis, und das Tal, nach dem das Gut heißt, steht schon auf einer Karte von 1749. Vindabeive soll im Dialekt des Roero so viel heißen wie Wein, den man trinkt, und so ist er gemacht: Nebbiolo von den jüngeren Reben, zur Hälfte als ganze Trauben vergoren, nur fünf Tage auf den Schalen, zwölfeinhalb Prozent. Er riecht nach Sauerkirsche, Preiselbeere und Veilchen, mit etwas Lorbeer, und hat ein feines Prickeln von der Gärung, das ihn leicht macht. Trinken Sie ihn jung und kühl, zu gebratener Hühnerleber oder zu Peperonata.

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Corzano e Paterno Il Corzanello Rosso 2025

Il Corzanello Rosso 2025, Corzano e Paterno

Sangiovese, Merlot, Cabernet · San Casciano, Toskana · ca. 13 €

Wendelin Gelpke, ein Architekt aus der Schweiz, kaufte 1969 das verfallene Gut Corzano bei San Casciano, am Rand des Chianti Classico, und ein paar Jahre später das Nachbargut Paterno. Heute führen sein Neffe Aljoscha Goldschmidt und Arianna Gelpke den Betrieb, biologisch zertifiziert und neben dem Wein für seinen Schafskäse bekannt. Der Corzanello ist der Wein für jeden Tag: Sangiovese mit Merlot und etwas Cabernet von den jüngeren Reben, nur fünf Tage auf der Maische, weil die Familie hier bewusst wenig Tannin will, und ohne Holz. Er riecht nach Kirsche und Pflaume, mit Leder und Tabak dahinter, und ist weich und saftig. Er passt zu Rosticciana vom Grill, zu Pici al pomodoro oder zu ihrem eigenen Pecorino.

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Flo Busch Heureux qui comme 2022

„Heureux qui comme…“ 2022, Flo Busch

Carignan, Grenache, Syrah · Terrasses du Larzac · ca. 16,50 €

Florian Busch ist der Sohn von Rita und Clemens Busch von der Mosel. Er hat in Geisenheim studiert, in der Provence gearbeitet und war zuletzt Kellermeister der Domaine d'Aupilhac in Montpeyroux, einem der Häuser, die den Terrasses du Larzac ihren Ruf gegeben haben. 2018 hat er mit Paola Ponsich nebenan in Jonquières angefangen, mit viereinhalb Hektar Reben, Demeter-zertifiziert, und ihren Kräuterfeldern. Der Name des Weins zitiert du Bellay, glücklich, wer wie Odysseus eine schöne Reise gemacht hat, und man darf das auf den Winzer beziehen. Der Carignan stammt von vierzig Jahre alten Reben auf Kalkmergel voller Austernfossilien, dazu kommen Grenache und Syrah, zwei Wochen auf der Maische, zehn Monate in gebrauchten Fässern und Stahl, unfiltriert, dreizehn Prozent. Er riecht nach Schwarzkirsche, Maulbeere und Schlehe, mit den Kräutern der Garrigue, und hat ein festes, feines Tannin. Dazu eine Lammkeule mit Thymian, oder ein Pélardon.

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Felix Callejo Flores de Callejo 2024

Flores de Callejo 2024, Félix Callejo

Tinto Fino (Tempranillo) · Sotillo de la Ribera, Ribera del Duero · ca. 13 €

Félix Callejo hat 1989 in Sotillo de la Ribera angefangen, und heute führen seine vier Kinder das Gut, biologisch zertifiziert, mit siebenundzwanzig Parzellen zwischen achthundert und neunhundert Metern. José Félix hat bei Pétrus gearbeitet, Noelia in Napa und Mendoza, und Tim Atkin hat die beiden 2021 in seinem Bericht über die Ribera del Duero zu den Winzern des Jahres erklärt. Ihr größter Wein kostet um die 90 €. Der Flores ist der Anfang der Reihe, reiner Tinto Fino, zu einem Drittel im 500-Liter-Fass ausgebaut, der Rest in Stahl und Beton. Er riecht nach Schattenmorelle, Brombeere und Veilchen, und im Mund ist er heller und frischer, als die Nase vermuten lässt, mit dreizehneinhalb Prozent. Dazu Lammkoteletts mit Rosmarin, oder Ofengemüse mit Knoblauch und Thymian.

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Laderas de Montejurra Emilio Valerio 2020

„Emilio Valerio“ 2020, Laderas de Montejurra

Garnacha, Tempranillo, Merlot, Cabernet · Dicastillo, Navarra · ca. 10 €

Die Valerios sind seit dem vierzehnten Jahrhundert in Navarra zu Hause, und Emilio Valerio hat die Bodega der Familie in Dicastillo, am Fuß des Montejurra, in den achtziger Jahren wieder aufgebaut. Seit 2002 ist der Betrieb biologisch zertifiziert und wird biodynamisch gepflegt, mit Pferden im Weinberg und ohne Bewässerung, und die Weine haben zuerst Olivier Rivière und seit 2015 Jean-François Hébrard gemacht, zwei Franzosen, denen man das Handwerk anmerkt. Der Wein besteht aus Garnacha mit Tempranillo, Merlot und Cabernet von im Schnitt vierzig Jahre alten Reben auf Kalk und Sandstein und liegt ein Jahr in Beton und Holz, mit vierzehneinhalb Prozent. Er riecht nach Kirsche und Johannisbeere, ist seidig und erstaunlich kühl für seinen Alkohol und kostet zehn Euro. Ich weiß nicht, wie Emilio Valerio das macht. Dazu Cordero al chilindrón, oder gefüllte Piquillo-Paprika.

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Womit fangen Sie an?

Wenn die Kiste ankommt, fangen Sie mit dem Dolcetto und mit Heinrichs Blaufränkisch an, beide bei fünfzehn Grad, also nach einer halben Stunde im Kühlschrank. Der Chinon und der Pinot Noir kommen am zweiten Abend. Der V.L.A.V. braucht etwas zu essen, und den Corralón heben Sie sich für den Abend auf, an dem Sie Zeit haben.

Sechs unter zwanzig:
1× Heinrich Out of the dark 2023 → Sauerkirsche, Stachelbeere, Salbei
1× Sottimano Dolcetto 2025 → Amarenakirsche, Wacholder, ein bitterer Biss
1× Coulaine Chinon 2023 → Himbeere, Veilchen, Pfeffer
1× Tentenublo V.L.A.V. 2022 → Zwetschge, schwarzer Tee, mit den Füßen getreten
1× Jiménez-Landi El Corralón 2020 → Himbeere, Orangenschale, Steinpilz
1× Loimer Pinot Noir 2023 → Preiselbeere, Kirsche, Lavendel

In der Zwölferkiste liegen dazu Meinklangs Blaufränkisch und der Vindabeive, die beiden leichten, dann der Corzanello und der Flores de Callejo, und für die Abende mit Fleisch der Heureux qui comme und der Emilio Valerio.

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Herzliche Grüße aus Berlin,

David und das Team von
Lebendige Weine

P.S.: Wer sehen will, wohin es bei Sottimano führt: Der Barbaresco „Basarin“ 2023 kommt aus einer der drei Lagen, in denen auch der Dolcetto steht, drei Hektar nach Südwesten auf weißem Kalk, mit Reben zwischen fünfundvierzig und siebzig Jahren. Er hat eine lange Maische hinter sich, fast zwei Jahre im Holz und ein Jahr in der Flasche, und Vinous und der Wine Advocate haben ihm beide 94 Punkte gegeben. Vor 2030 würde ich ihn nicht öffnen. Ca. 82 €.