Selma de Nin 2017

59,02 

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Vielschichtiger wird es dann mit einer Melange aus weißen Blüten und Ginster, Kräutern und Gewürzen wie getrocknetem Thymian und Fenchelpollen, Salbei, Safran und Süßholz, Pfeffer und getrockneten Grapefruitschalen im Zusammenspiel mit Salzzitronen, Blutorangen und ein wenig Rauchwerk. Bei Selma de Nin liefern Melonen und Zitronen, Grapefruits und Orangen samt ihrer Schalen ein saftiges Gemisch und werden begleitet von feinsten Bitternoten, die an Fenchelpollen erinnern.

Nicht vorrätig

Artikelnummer: 9930002854 Kategorien: , Weingut:
Verkostungsnotiz von vom 18.02.2021, Copyright Christoph Raffelt

Informationen zum Wein

Dies ist ein absolut ungewöhnlicher Wein. Er stammt aus einem Weingarten namens El Plà de Manlleu unterhalb des Castillo de Selma in Ester Nins Heimat in Alt Penedès. Sie und Carles Ortiz haben dort 2008 auf einem Hektar einen Gemischten Satz aus je 25 % Roussanne, Marsanne, Chenin blanc und Parellada Montonegra gepflanzt. Die Reben stehen in 750 Metern Höhe auf Ton und Kalkstein. Nach der Ernte werden die ganzen Trauben angequetscht und der Saft 24 Stunden lang auf der Maische belassen. Dann wird langsam abgepresst und im Barrique sowohl vergoren als auch ausgebaut.

Farbe

mittleres Strohgelb

Nase

Alles an diesem Wein ist außergewöhnlich. Und gerade deshalb hat sich Selma de Nin zu einem der großen mediterranen Weißweine entwickelt. Ester und Carles Nin-Ortiz haben mit Roussanne und Marsanne zwei Rhône-Klassiker in den Weinberg gesetzt. So weit, so üblich. Chenin Blanc mit dazuzupflanzen, ist schon ungewöhnlich, kann man aber nachvollziehen, wenn man die besten Chenins aus Südafrika kennt und schätzt. Dass dann noch die spanische Sorte Parellada Montonegra mit dazukommt, macht den Gemischten Satz einzigartig. Und so sind es in gewisser Weise auch die olfaktorischen Komponenten, die ein komplexes Gefüge bilden. Zunächst findet sich ein bisschen von einer reduktiven Knallplättchen- und Feuersteinaromatik. Die steht jedoch nur kurz im Vordergrund. Vielschichtiger wird es dann mit einer Melange aus weißen Blüten und Ginster, Kräutern und Gewürzen wie getrocknetem Thymian und Fenchelpollen, Salbei, Safran und Süßholz, Pfeffer und getrockneten Grapefruitschalen im Zusammenspiel mit Salzzitronen, Blutorangen und ein wenig Rauchwerk. Ganz ohne Frage ist das ein ungemein mediterraner Duft.

Mund

Am Gaumen zeigt Selma de Nin eine beeindruckende Größe und Statur. Der Wein ist nicht nur betörend saftig und frisch, er dreht am Gaumen auch auf, als gäbe es kein Morgen mehr. Bei Selma de Nin liefern Melonen und Zitronen, Grapefruits und Orangen samt ihrer Schalen ein saftiges Gemisch und werden begleitet von feinsten Bitternoten, die an Fenchelpollen erinnern. Zudem zeigt sich eine ganz feine Karamellsüße vom perfekt eingesetzten Holz, und der Wein bietet eine weißfleischige Frucht sowie viel Würze und Bitternoten. Diese aber sind nicht etwa störend, sondern pikant und erfrischend, sie kommen sowohl aus der zitrischen als auch aus der würzigen Richtung. Fenchelpollen findet man hier ebenso wie Zesten von der Grapefruit. Dazu gibt es Salz neben kalkigen Noten und im Finale noch etwas Frucht vom weißen Pfirsich und zudem, ganz zum Schluss, ein wenig Karamell vom Fassausbau. Das ist so stimmig und harmonisch, so packend und druckvoll, so seidig und salzig, dass Selma de Nin einem einen wohligen Schauer über den Rücken jagt. Es ist ein Solitär, der einerseits in warmen Gefilden angesiedelt ist, der andererseits aber, was die Finesse, die Lebendigkeit und tatsächlich auch die Frische anbelangt, eher an bestes Burgund erinnert. Chapeau!

Speiseempfehlungen von Christoph Raffelt

  • Papada vom Ibérico mit Steinpilzen und Fenchel
  • Fenchel-Risotto mit ein wenig Thymian
  • Rotbarben mit Safran und Linsen

weingut
Typ

Jahrgang

Sorte

, ,

Inhalt

Alkoholgehalt

12,5% Vol.

Restsüße

■□□□□

Allergene

enthält Schwefel

Säure

4,5 g/l

Trinktemperatur

12°

Parker Punkte

94

Hersteller

Familia Nin Ortiz, Polígon 6 Parcel·la 288, 43730 Falset-Tarragona / Spain